Kanada 17 Menschen sterben bei mutmaßlichem Amoklauf

In Kanada hat ein Schütze 16 Menschen getötet. Auch der Tatverdächtige stirbt. Die Polizei spricht von mehrere Tatorten, das Motiv ist unklar.
20.04.2020 Update: 20.04.2020 - 03:43 Uhr Kommentieren

Mindestens sechszehn Tote bei Amoklauf in Kanada

Ottawa 17 Menschen sind in der kanadischen Provinz Nova Scotia bei einem mutmaßlichen Amoklauf getötet worden. Unter den Opfern ist auch eine Polizistin, wie die Ermittler am Sonntagabend (Ortszeit) in einer Pressekonferenz mitteilten. Die Ermittlungen befänden sich in einer frühen Phase, sagte der Beamte Chris Leather. Der mutmaßliche Schütze, ein 51-jähriger Mann, konnte am Sonntagmittag von der Polizei gestellt werden. Er sei dabei getötet worden.

Polizeisprecherin Lisa Croteau zufolge waren die Beamten am Samstagabend (Ortszeit) wegen „einer Person mit Schusswaffen“ gerufen worden. Die Polizei rief die Anwohner der Gemeinde Portapique auf, ihre Haustüren zu verschließen und im Keller zu bleiben. Später seien Schüsse gefallen. In und vor einem Haus fand die Polizei mehrere Tote. Auch mehrere Gebäude brannten.

Der 51-jährige mutmaßliche Täter Gabriel W. habe sich mit einer Uniform als Polizist verkleidet, sein Auto habe einem Polizeifahrzeug geglichen, hieß es in Polizeiberichten. Er sei herumgefahren und später an einer Tankstelle in Enfield festgenommen worden. Später teilte die Polizei mit, dass er tot sei. Zeugen berichteten von einer Leiche an der Tankstelle, die Polizei bestätigte das zunächst nicht.

Ein mögliches Tatmotiv gibt es noch nicht. Kommissar Leather sagte, viele der Opfer hätten den mutmaßlichen Täter nicht gekannt. „Der Fakt, dass diese Person eine Uniform und ein Polizeiauto zu ihrer Verfügung hatte, spricht nicht dafür, dass es ein Zufallsakt war.“

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    „Mein Herz gehört den Betroffenen in dieser schrecklichen Situation“, sagte Premierminister Justin Trudeau. Der Premier von Nova Scotia, Stephen McNeil, sprach von „einer der sinnlosesten Gewalttaten in der Geschichte unserer Provinz“ und einer zusätzlichen „schweren Belastung“ in Zeiten des Coronavirus.

    Bei der toten Polizistin habe es sich um ein 23-jährige Mutter von zwei Kindern gehandelt, sagte Brian Sauvé, Präsident der Polizeigewerkschaft. Es ist der schlimmste derartige Vorfall in der kanadischen Geschichte.

    Vorfälle wie Massenerschießungen sind in Kanada relativ selten. Nach einem Vorfall 1989 mit 15 Toten verschärfte das Land die Waffengesetze. Es ist nun illegal, eine unregistrierte Pistole oder Schnellfeuerwaffe zu besitzen. Außerdem sind Training, eine Risikoevaluierung, zwei Referenzen, Benachrichtigung des Ehepartners und eine Überprüfung des Vorstrafenregisters nötig.

    Mehr: Christchurch-Attentäter plädiert überraschend auf schuldig.

    • dpa
    • ap
    Startseite
    Mehr zu: Kanada - 17 Menschen sterben bei mutmaßlichem Amoklauf
    0 Kommentare zu "Kanada: 17 Menschen sterben bei mutmaßlichem Amoklauf"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%