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Bewerbung„Das ist neu“: In diesen Bereichen suchen Google, Amazon und Facebook laut einem Recruiter nun besonders

Philipp Riedel sucht Personal für die Größen der Tech-Szene. Im Bewerbungsprozess merkt der Recruiter, wie gut die Chancen gerade für Kandidaten stehen – auch beim Gehalt.Lazar Backovic 30.06.2022 - 14:05 Uhr Artikel anhören

Bei Bewerbern begehrt, aber nicht unerreichbar.

Foto: Reuters

Düsseldorf. Bei den großen Tech-Konzernen arbeiten wollen viele – Philipp Riedel ebnet den Weg dorthin. Der 35-Jährige ist Chef von Avantgarde Experts. Die Personalvermittlung sucht unter anderem Angestellte für Google, Amazon und Tesla.

2000 Bewerber vermittelt Riedel jedes Jahr insgesamt mit seinem Unternehmen. Wie viele Kandidaten davon auf die vier sogenannten Gafa-Konzerne – Google, Apple, Facebook, Amazon – entfallen, will Riedel nicht verraten. Nur so viel: „Es war noch nie so einfach, bei den Gafas einzusteigen“, sagt er. Das merke er im Bewerbungsprozess.

Da sei einmal die Zahl der Anfragen. Die sei seit der Pandemie bei den gefragten US-Konzernen auch hier in Deutschland klar nach oben gegangen. Außerdem hätten die Unternehmen hierzulande ihr Recruiting noch stärker an die Kandidaten angepasst. Und sie suchten auch Stellen für Deutschland, die früher eher zentral für ganz Europa besetzt wurden: „Bereiche wie Recht oder Personal“, nennt Riedel Beispiele. „Das ist neu.“

Doch wie gelingt der Schritt zu Google, Facebook und Co.? Das sind Riedels Erkenntnisse:

Jobs bei Google, Amazon, Apple, Facebook: So gelingt die Bewerbung

Die großen Tech-Konzerne aus den USA suchten „sehr bewusst nach langfristigen Mitarbeiterbeziehungen“, sagt Riedel. „Man will die Leute an sich binden.“ Deshalb seien Einstiege über Freelancer-Jobs, wie sonst üblich im IT-Sektor, bei diesen Unternehmen eher selten, so die Erfahrung des Experten.

Stattdessen beginnen Karrieren bei den vier großen Namen eher über externe Partnerfirmen, mit denen die Konzerne zusammenarbeiten. „Oder ganz klassisch über die direkte Bewerbung“, sagt Riedel.

Die Aussichten seien dabei besser als noch vor einigen Jahren. „Auch die Großen haben verstanden, dass wir einen Bewerbermarkt haben und gute Leute knapp sind“, so Riedel. Deshalb hätten viele ihr Recruiting angepasst.

Bewerben bei Google, Amazon, Facebook, Apple: So läuft das Recruiting aktuell

Gerade die großen Tech-Firmen sind bekannt für ihre aufwendigen Bewerbungsverfahren. Amazon etwa interviewt Bewerber über mehrere Dutzend Gesprächsrunden und setzt im Recruiting sogenannte „bar raiser“ ein, die die Messlatte für eine bestimmte Rolle mit den Jahren immer weiter anheben sollen.

Avantgarde-Experts-Chef und Recruiter Riedel: „Google und Co. suchen sehr bewusst nach langfristigen Mitarbeiterbeziehungen.“

Foto: Unternehmen

„Vieles davon ist auch immer noch so“, sagt Riedel. Aber die Vorstellungsgespräche seien „niedrigschwelliger“, so der Experte. „Es geht mehr um das Abtasten von Lösungsorientierung und Persönlichkeitsmerkmalen als um die Abfrage des reinen Wissens.“

In eine ähnliche Richtung argumentiert auch die Google-Recruiterin Jess Penkhues, die dem Handelsblatt bereits 2021 Tipps zum Vorstellungsgespräch bei dem Suchmaschinenriesen gegeben hat. Penkhues sagte damals, dass vor allem die Motivation und das Produktverständnis der Kandidaten entscheidend seien. Ihr Rat fürs Bewerbungsgespräch: „Die Antworten sollten authentisch sein und weniger in die Richtung gehen von: Jeder will doch bei Google arbeiten, also will ich das auch.“

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Google und andere große Tech-Konzerne suchten Menschen „mit einer ständigen Änderungsbereitschaft“, sagt auch Riedel. „Die Trial-and-Error-Mentalität, mit denen diese Konzerne inhaltlich arbeiten, braucht die Bewerberin oder der Bewerber auch.“

Das gelte auch für die Flexibilität mit Blick auf den Arbeitsstandort. „Drei von fünf Tagen in Dublin, Meetings in der Nacht – das kann schon mal vorkommen“, erklärt Riedel. Wer da auf Sicherheit und Planbarkeit setze, für den werde es im Alltag sicher schwierig. „Jemand, der bei Google oder Amazon anfängt, sollte nicht denken, dass er oder sie um 16 Uhr den Rechner ausmachen kann.“

Was verdient man bei Google Deutschland, Amazon, Apple und Meta?

Dass die Gafa-Unternehmen hierzulande im Vergleich zu anderen IT-Konzernen überdurchschnittlich zahlen, habe folgenden Grund, sagt Riedel: „Die großen amerikanischen Tech-Unternehmen können hier in Deutschland viel flexibler agieren und schneller 100.000 Euro für einen Entwickler zahlen als etwa ein Dax-Konzern, der sich an Gehaltsbänder und Tarife halten muss.“ Klarer Punkt also für die Gafa-Unternehmen, wenn man viel verdienen möchte.

Eine Übersicht für die USA aus dem „Wall Street Journal“ zeigt, auf welch hohem Niveau sich die Gehälter der „großen vier“ in der Pandemie eingependelt haben. Demnach zahlt der Google-Mutterkonzern Alphabet seinen Angestellten im Median 295.884 Dollar (280.000 Euro) – und damit acht Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Knapp dahinter folgt der in Meta umbenannte Facebook-Mutterkonzern mit 292.795 Dollar (276.000 Euro). Auch Amazon und Apple kündigten in diesem Jahr Gehaltserhöhungen an, die sich auch auf die Bezahlung in den deutschen Dependancen auswirken dürften.

Einen groben Überblick über die in Deutschland gezahlten Gehälter gibt auch das Arbeitgeberbewertungsportal „Glassdoor“. Laut Aussage der Plattform verdient man bei Google wie folgt:

  • Software Engineer: 93.682 Euro/Jahr
  • Senior Software Engineer: 136.755 Euro/Jahr
  • Sales Manager/in: 102.934 Euro/Jahr
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In die Zahlen sind mindestens zehn Gehaltsangaben von Mitarbeitern eingeflossen.

Dieser Artikel erschien zuerst am 29. Juni 2022 um 14:28 Uhr.

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