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Bonus ade! Wie sich Mitarbeiter wirklich motivieren lassen

Viele Unternehmen setzten bei der Motivation ihrer Mitarbeiter vor allem auf Anreize durch Belohnungen. Zu Unrecht, meinen Neurobiologen . Unterstützung durch die Führungskräfte wirkt dagegen viel nachhaltiger.
29.02.2012 - 11:30 Uhr 9 Kommentare
Vorbild Vorgesetzter: Wenn der Chef offen kommuniziert, motiviert das seine Mitarbeiter. Quelle: Yuri Arcurshb. com

Vorbild Vorgesetzter: Wenn der Chef offen kommuniziert, motiviert das seine Mitarbeiter.

(Foto: Yuri Arcurshb. com)

Düsseldorf Lässt sich Motivation kaufen? Oder andersherum gefragt: Funktioniert die Entlohnungsstrategie, die davon ausgeht, dass mehr Gehalt auch zu mehr Leistung führt? „Nein.“ Das sagt Thomas Haussmann, Manager der Hay Group, einem auf Personalthemen spezialisierten Beratungsunternehmen. Eine repräsentative Hay-Umfrage, an der mehr als 18.000 deutsche Arbeitnehmer teilgenommen haben, belegt das. Nur 23 Prozent der Mitarbeiter sagen, eine Gehaltserhöhung sporne sie auf jeden Fall an. Bei fast der Hälfte aller Befragten hingegen wirkt erst eine Gehaltszulage von mehr als 20 Prozent. „Man kann Mitarbeiter mit Geld zwar locken, dauerhaft zufrieden machen oder motivieren kann man sie mit Gehaltssteigerungen und Boni aber nicht“, sagt Vergütungsspezialist Haussmann.

Ein gutes Organisationsklima, ein erfüllender Job und kompetente Vorgesetzte - das motiviert Mitarbeiter. Das deckt sich mit den Erkenntnissen von Gerald Hüther, einem der führenden deutschen Hirnforscher von der Universität Göttingen. „Belohnen und Bestrafen ist gleichermaßen Dressur, und damit motivationstechnisch Schnee von gestern“, sagt er.

Mit gängigen Prämiensystemen, die auf äußeren Motivationsanreizen basieren, lassen sich seiner Meinung nach zwar kurzfristig Leistungszuwächse erreichen. Nachhaltig sei das jedoch nicht, da diese Methode nicht die innere Haltung berühre. „Nicht der Mitarbeiter, sondern die Führungskraft reibt sich damit auf, denn der Manager muss sich immer stärkere Reize für Belohnung und Bestrafung ausdenken“, sagt Hüther.

Für überdurchschnittliches Engagement setzt der Neurobiologe stattdessen auf die „unterstützende Führungskunst“: Diese Methode basiert auf zwei menschlichen Grundbedürfnissen, die schon in der frühen Kindheit herausgebildet werden und die das ganze Leben lang erhalten bleiben: Die Sehnsucht nach Verbundenheit, also der Wunsch, dazuzugehören und der Wunsch nach Wachstum, also neue Aufgaben und Herausforderungen anzunehmen. Beide sind ein Turbo für die Entwicklung komplex vernetzter Gehirnstrukturen, die zusammen mit einem großen Erfahrungsschatz Garant für Gelingen und Erfolg sind.

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    Motivation muss auf der Gefühlsebene ansetzen
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    9 Kommentare zu "Bonus ade!: Wie sich Mitarbeiter wirklich motivieren lassen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • @Alfred55

      Komisch, ich bin Beamter (Arbeitsplatzsicherheit) und darf - obwohl nur einfacher Sachbearbeiter - meine Arbeit zu einem Großteil selbst organisieren. Ohne, dass mein Vorgesetzter mir auf die Füße tritt oder mich ständig überwacht. Ich denke, meine Arbeit mache ich sehr ordentlich, die Termine werden eingehalten, meine Beurteilungen sind top. Ich bin überzeugt, man muss als Arbeitgeber einfach genug Menschenkenntnis bei der Personalauswahl haben und seine Leute fair und korrekt behandeln - dann läuft der Laden.

    • Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

    • "Nur wenn die Mitarbeiter hungrig bleiben, können Unternehmen erfolgreich sein. [...] Die Südkoreaner setzen dabei der westlichen Unternehmensphilosophie, derzufolge Spitzenqualität vor allem bei flachen Hierarchien und maximaler kreativer Freiheit entsteht, eine radikale Idee entgegen: Samsung verbindet die Innovationskraft eines Start-ups mit Merkmalen eines autoritären Regimes."

      http://www.zeit.de/2012/08/Weltmacht-Samsung

    • Die Inhalte sind gut und vernüpftig, ABER:
      Wer sorgt dafür, dass sie umgesetzt werden ?
      Das ist das Hauptproblem. In den Führungsetagen ist man meist sehr weit von diesen Neuerungen entfernt, daher werden hier auch weiterhin die alten Führungskonzepte weitergegeben. Denn Führung funktioniert von oben nach unten. Von alleine wird sich keiner Ändern wollen oder gar können. Der einzig wirksame Druck ist vermutlich, dass die Mitarbeiter das unternehmen verlassen und somit langfristig das Unternehmen liquidiert wird. Änderungen in bestehen Unternehmen sind leider nur sehr schwer änderbar.
      Es fehlt im Artikel leider klar: Wie setzt man es um ?
      Für Startups ist das hier aber ein interessannter Artikel, um sich nach geeigneten Führungskräften umzuschauen.

    • @Alfred55

      Dafür haben Mitarbeiter eine eigene Gegenstrategie: "Burn out" oder auch "du kannst mich mal ..." genannt.

      Es sei denn sie sprechen von Sklaven.

    • Guten Tag;.... Wie koennen Sie nur so einen Bloedsinn von sich geben. Hat mann Ihnen Geld gegeben ? Besten Dank

    • Na, da hat aber einer nicht verstanden um was es geht.

    • Leistung läßt sich nicht durch weichgewaschenes Gesäusel oder eine Gehaltserhöhung erreichen. Einzig der sanfte Druck und das Setzen von engen Terminen mit straffer Kontrolle erzeugen Leistung. Ein diskreter Hinweis auf die Arbeitsplatzsicherheit motiviert auch den größten Bummler. Die Strategie des sanften Drucks und der straffen Kontrolle wird auch bei uns in der lokalen Mittelstandsvereinigung mit Erfolg propagiert.

    • Wird ja Zeit, dass es auch die etablierten Beratungen merken - naja, ist ja auch erst seit 25 Jahren bekannt... sowas dauert halt. An einem Absatz merkt man aber, dass sie es noch immer nicht weiklich begriffen haben: "Mit gängigen Prämiensystemen, die auf äußeren Motivationsanreizen basieren, lassen sich seiner Meinung nach zwar kurzfristig Leistungszuwächse erreichen. Nachhaltig sei das jedoch nicht, da diese Methode nicht die innere Haltung berühre." Das ist Quatsch: Natürlich berührt diese Methode die innere Haltung - sie untergräbt sie. Auch das weiß man schon ewig.

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