Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Büro-Alltag Warum uns die Arbeit krank macht

Burnout, Mobbing oder entnervende Langeweile: Die Arbeit macht immer mehr Deutsche krank. Was davon liegt am System und wie können wir uns selbst helfen? Eine Spurensuche - und ein Ratgeber.
25.04.2012 - 09:32 Uhr 48 Kommentare
Wenn der Stress zu groß wird: Arbeiten macht immer mehr Deutsche krank. Quelle: dpa-tmn

Wenn der Stress zu groß wird: Arbeiten macht immer mehr Deutsche krank.

(Foto: dpa-tmn)

Liebes Büro,
ich fühle mich längst nicht mehr so richtig wohl in dem Arbeitsalltag, den du mir bereitest. Nein nein, es liegt nicht an meinem Job. Und auch nicht an meinem Chef. Es liegt vor allem an dir. Und so wie mir geht es Millionen Deutschen – egal ob Journalist oder Banker, Berater oder Industriekaufmann, Beamter oder Angestellter.

Ich schreibe dir diesen Brief, weil ich wütend bin. Und in den vergangenen Monaten haben wir so viele Kommentare von Lesern erhalten, die das, was ich dir jetzt sage, sehr ähnlich sehen. Dutzende von Ratgeber-Büchern habe ich gelesen – und auch all die erschreckenden Statistiken über die stark zunehmende Zahl von Burnout, Mobbing und so weiter.

Du verwechselst Leistung mit Aufwand. Du verlangst ständige Change-Prozesse und sicherst damit nur den Stillstand. Du zwängst uns Berater auf. Du jagst uns durch mit Flipchartbögen tapezierte Tagungsräume und nennst die sinnfreie Beschäftigung Meeting oder Budgetplanungsgespräch.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Ja, ich weiß: Es liegt ja an jedem selbst, sein Glück im Beruf und damit auch im Büro zu finden. Das versuchen mir ja auch all die weisen Ratgeberbücherautoren zu sagen. Aber so einfach ist es nun mal nicht. Du bist die Mühle und wir das Mehl. Es ist für uns genauso unmöglich, wieder zum Korn zu werden, wie es das einzelne Korn nicht schaffen kann, deinem Mühlstein zu entgehen.

    Dabei komme ich ja an sich sehr gerne zu dir. Jeden Morgen begrüßen mich die Kollegen freundlich, der Gang in die Kantine darf getrost als Highlight bezeichnet werden und auch lachen tun wir viel. Nur Arbeiten, das könnte ich viel besser daheim. Hier bekomme ich dieses seltene Gefühl von Leistung, ja an guten Abenden sogar von Wirkung.

    Wenn Arbeitnehmer sich krank langweilen

    Arbeiten geht daheim besser als im Büro
    Seite 1234567Alles auf einer Seite anzeigen
    48 Kommentare zu "Büro-Alltag: Warum uns die Arbeit krank macht"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • In Deutschland ärgert man sich ja schon, wenn man vor die Tür geht. Positiv denken ist hierzulande sehr schwer. Ungepflegte Menschen, Rad-Rowdies auf dem Gehweg und zumeist eine ziemlich dümmliche Konversation. Und Mobbing und Beleidigung stehen hoch im Kurs. Hat man mal eine andere Meinung als die der verblödeten breiten Masse, so wird man sofort gemobbt. In Frankreich und Österreich ist das nicht der Fall, wie ich bemerkt habe. Armes Deutschland, bin richtig froh, wenn ich hier mal weg bin. Macht keinen Spass mehr.

    • Super Kommentar und super Artikel. Was den Artikel angeht, hätte ich mir nur mehr das Thema Boreout gewünscht, zu dem zwar ein Video gezeigt wird, im Text zum Thema Langeweile im Büro aber zu wenig steht. Wenn ich mir unsere Firma (und im Prinzip auch alle anderen, bei denen ich bislang gearbeitet habe) anschaue, dann kann ich mich immer nur fragen, wofür die Leute alle eigentlich ihr Geld bekommen... Im Ernst.

    • Wie wärs es damit: Einfach mal diese typisch deutsche Negativität und Jammerei versuchen abzulegen und sich über die schönen Dinge im Leben, die jeder hat auch wenn es nur die Katze sein mag, freuen? Meine Güte, jeder motzt und heult hier rum, was das Zeug hält, dabei sieht niemand, wie gut man es letztendlich in Deutschland hat.
      Und außerdem: Wer sich in seine Situation manövriert hat, wo er unzufrieden ist, muss sich nun mal vorwerfen, nicht qualifiziert genug zu sein. Denn sonst könnte man eine bessere Stelle bekleiden und hätte einen Beruf, der einen wohl mehr erfüllen würde. Ich nehme an 90% der Schreiberlinge hier hat seine Karriere versemmelt und ist deswegen in einer unzufriedenen Position. Tja, jeder ist seines eigenen Glückes Schmied! Lebt damit, seht die positiven Dinge im Leben und vlt auch an der Arbeit und hört auf zu jammern...

    • Die Organisation muss sich ändern! Das aktuell von Beate Mies und Thomas Grünschläger weiterentwickelte Verfahren der Organisationsdiagnose bringt es auf den Punkt: Die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen wird durch ein gesundes Leistungsklima nachhaltig gesteigert. Erleben Sie am 30. Mai 2012 in Aachen wie das geht!

    • So schwer man es als Unternehmensberater für Burnout vermitteln kann, weil psycho-soziale Defizite beim Gegenüber sofort zu Reaktanz führen aber es gilt die 80:20-Regel: 80% der Probleme im Unternehmen stammen von 20% der Beschäftigten und diese finden sich in Führungspositionen.

      Es wird der Bock zum Gärtner gemacht, wird Führungskräften geraten sich nun nach Schema X statt nach Schema F zu verhalten. Welcher Beschäftigte soll diesen Wandel vom Saulus zum Paulus auch nach einem oder zwei Jahren wirklich akzeptieren können? Welcher Vorgesetzte - und die Mehrheit der Personen mit Personalverantwortung sind Vorgesetzte und keine Führungskräfte - wird zum Zwecke der Ehrlichkeit alle "Leichen" der letzten 10 oder 20 Karrierejahre hervorholen?

      Wo Änderungen in Prozessen und Strukturen nicht helfen, um psycho-soziale Belastungen für die Beschäftigten (=Leistungsträger) zu verringern, ist SPÄTESTENS die Rückstufung oder Entlassung des betroffenen Vorgesetzten unumgänglich. Diese Konsequenz fehlt und so wird sich weiter durchgewurstelt.
      Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht - und danach wird er weiter getragen, zusammen gehalten von immer mehr Fortbildung- und Förderungsprogrammen für den Vorgesetzten - leider!

    • @ Anonymer Benutzer: aruba,

      genau, und ...das Telefon...

    • Sehr genialer Kommentar, danke!

    • Zu kurz gesprungen!
      Artikel und Ratgeber folgendem dem aktuellen Trend: Wenn sich das Individuum nur anders verhält, wird alles besser. Love it - Change it - Leave it damit würde ich Buch und Artikel zusammenfassen. Selbst wenn sich der Einzelne ändert, kehrt er in eine unveränderte Organisation zurück. Das kann nicht gut gehen: Fluktuation oder Resignation sind die Konsequenzen. Die Initiatoren von GESUNDES LEISTUNGSKLIMA SCHAFFEN haben ein Verfahren entwickelt um eine Leistungsklimabilanz von Unternehmen zu erstellen. Auf der Basis sind sinnvolle Interventionen planbar. Die Initiatoren gehen davon aus, dass Höchstleistungen und gesunde Arbeit keinen Widerspruch bedeuten.

    • "Was ist für sie Marxismus?"
      Wo die Gleichheit aller Menschen postuliert wird.
      Wo 1 Mensch + 1 Mensch = 2 Menschen sind.
      Wo Volk und Nation beliebig sind.
      Wo Menschen beliebig austauschbare Produktionsfaktoren darstellen.
      Wo der Mensch als Teil der Natur und den Naturgesetzen allen Lebens unterworfen, geleugnet wird.
      Wo Genetik und Verrerbung keine Rolle spielen.
      Wo eine Hautfarbe wie eine Autofarbe ist und nicht ein Produkt eines gänzlich anderen Stoffwechsels, und somit einer anderen Lebensrealität.
      Wo die biologische Verschiedenheit von Mann und Frau geleugnet wird.
      Wo alle über den selben Leisten geschert werden.
      Wo eine Wltregierung angestrebt wird.

      Da der Kapitalismus sich besser zur marxistischen Gesellschaftstransformation eignet wie der Kommunismus, wurde der Ostblock auch sang- und klanlos in den Westblock übergeführt.
      Freimaurer Gorbatschow fordert heute genauso wie früher, oder wie die in der DDR für Agitation und Propaganda zuständige Merkel eine Weltregierung.

      Warum glauben Sie, haben in den 80er und 90er Jahren alle linken Organisationen ihren Widerstand gegen die EU aufgegeben?! Weil sie - im Gegensatz zu Ihnen - begriffen haben, daß mit Hilfe des Globalismus die Zerstörung der Nationalstaaten, die Zerstörung der Familien, die Zerstörung der Kulturen mittels Masseneinwanderung und die Errichtung der NWO viel besser erreicht werden kann, wie mit dem versteinerten planwirtschaftlichen Kommunismus.

    • Machen sie es sich nicht so einfach!

      Was hier festgestellt wird ist, dass echte Leistung zunehmend von Strukturen und Vorgesetzen verhindert wird und somit auch die Motivation killt. Das ist eine Folge einer falschen Entwicklung in der Leistungskultur und damit schlicht der Vorstellung, was Leistung ist.
      Und sollte das so weitergehen, ist in der Tat unser sozialer Wohlstand gefährdet. Die Masslose Selbstüberschätzung unserer selbsternannten Leistungsträger. Die Entkoppelung von Leistung und Befähigung mit der völlig überschätzen Bedeutung von Leitung hinsichtlich des persönlichen Verwirklichungsgrades wird uns ruinieren.

      Und niemand hier will nach Südeuropa, deren Probleme letztlich genau so auf die selbe Weise entstanden sind. Dort hat es nie eine andere Kultur gegeben, als die, die sich hier allmählich etabliert und eben die entsprechenden folgen erzwingt.

      H.

    Alle Kommentare lesen
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%