Heimarbeit wegen Coronavirus Das sind die wichtigsten Tools fürs Homeoffice

Damit die Zusammenarbeit unter Kollegen auch vom Homeoffice aus gelingen kann, braucht es die richtigen Programme und Werkzeuge.
Düsseldorf Die Arbeit im Homeoffice ist für viele Mitarbeiter eine völlig neue Situation. Ohne die richtigen Programme und Apps ist sie noch beschwerlicher. Doch es gibt eine Auswahl von nützlichen Tools, um auch von zu Hause mit den Kollegen zu kommunizieren, Dateien zu teilen und Projekte planen zu können.
Zusammenarbeit mit den Kollegen
Eines der größten Probleme im Homeoffice: sich mit den Kollegen abzustimmen. Denn E-Mails an meterlange Verteilerlisten sorgen meist für Chaos. Abhilfe können da Chat-Tools schaffen. Über verschiedene Kanäle können sich Mitarbeiter zu einem Thema oder Projekt unterhalten – alle, die es betrifft, sind dann direkt im Bilde.
- Slack: Mitarbeiter können in offenen und geschlossenen Chats miteinander kommunizieren. Nachrichten und Dateien werden archiviert und sind per Suchfunktion zu finden. Zudem gibt es Audio- und Videokonferenz-Funktionen, die aber auf 15 Teilnehmer begrenzt sind. Slack ist in der Basisversion gratis, kostet mit mehr Funktionen bis zu 11,75 Euro pro Monat und Nutzer.
- Microsoft Teams: Teams ist Teil von Microsofts Cloud-Dienst Office 365. Weil die Integration der Office-Programme einfach ist, nutzen es viele Firmen. Das Interesse an Teams sei seit der Coronakrise sehr hoch, teilte Microsoft mit. Nutzer klagen derzeit aber über Probleme, weil das Programm überlastet ist. Teams ist in der Basisversion kostenlos.
Gespräche und Meetings
Konferenzen mit Kunden und Kollegen müssen auch in diesen Tagen stattfinden – nur eben virtuell. Experten raten zu Videoanrufen, weil in der schriftlichen Kommunikation mangels Gestik und Mimik oft Missverständnisse entstehen können.
- Zoom Besprechungen: Das Programm bietet hochauflösende Videokonferenzen, auch auf dem Smartphone. Weitere Funktionen: Bildschirme können geteilt, an gemeinsamen Whiteboards kann gearbeitet werden. In der kostenfreien Version sind die Gruppenkonferenzen auf 40 Minuten begrenzt. Die umfassendste Version kostet 18,99 Euro pro Monat und Team.
- Skype: Das kostenlose Microsoft-Programm hat eine Chatfunktion und unterstützt Videokonferenzen und IP-Telefonie mit bis zu 50 Teilnehmern. Vorteil: Das Programm ist weit verbreitet, Nachteil: Nutzer berichten von Ton- und Bildstörungen.
Gemeinsam an Dokumenten arbeiten
Im Büro sorgen Netzwerklaufwerke dafür, dass Mitarbeiter an gemeinsamen Dateien arbeiten können. Zu Hause werden viele Dokumente umständlich per Mail verschickt. Besser: einen Cloud-Speicher nutzen.
- Google Drive: Kollegen können Dokumente, Präsentationen oder Tabellenkalkulationen gleichzeitig und in Echtzeit bearbeiten, ohne dass Inhalte überschrieben werden. Bis 15 GB Speicherplatz sind kostenlos. Die Google Suite als professionelle Businesslösung mit einem vielfältigen Angebot zur Kollaboration kostet pro Mitarbeiter mindestens sieben Euro pro Monat
- Microsoft One Drive: Der Microsoft-Dienst bietet ähnliche Funktionen wie Google Drive. Im Firmenumfeld kostet es je nach Umfang zwischen 4,20 und 10,50 Euro pro Nutzer und Monat.
Weitere nützliche Tools
- Trello: Das Tool des Softwareentwicklers Atlassian ermöglicht virtuelles Projektmanagement: Mitarbeiter haben ihre Zuständigkeiten, Aufgaben und Fristen im Blick.
- Teamviewer: Mit der kostenlosen Software lässt sich jeder PC über das Internet aus der Ferne warten. Zudem sind Funktionen für Audio- und Videokonferenzen verfügbar.
- Doodle: Um einen Termin mit allen Kollegen zu finden, eignet sich Doodle. Verfügbarkeiten in einer Umfrage angeben, und das Tool schlägt den geeignetesten Zeitpunkt vor. Die Basisversion ist kostenlos.
Mehr: Plötzlich Heimarbeit – So gelingt Neulingen das Arbeiten im Homeoffice
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Schön, dass in diesem Artikel "Wirtschafts- und Industriespionage-Tools" wie Skype und Slack empfohlen werden.
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