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Infektionsschutz im Unternehmen „Führungskräfte sollten Gelegenheiten schaffen, mit gutem Beispiel voranzugehen“

Juliane Sommer hat beim TÜV Süd Auditkonzepte für Infektionsschutz im Betrieb entwickelt. Ihr Rat: klare Verantwortlichkeiten und viel Kommunikation.
11.08.2020 - 17:05 Uhr Kommentieren
Die Innovationsmentorin beim TÜV Süd spricht klare Empfehlungen für die Rückkehr ins Büro aus. Quelle: TÜV SÜD AG
Juliane Sommer

Die Innovationsmentorin beim TÜV Süd spricht klare Empfehlungen für die Rückkehr ins Büro aus.

(Foto: TÜV SÜD AG)

Frau Sommer, welche Infektionsschutzmaßnahmen müssen Unternehmen beachten, die ihre Mitarbeiter zurück in den Betrieb holen wollen?
Hier ist vor allem die Aha-Regel zu nennen: Abstand, Hygiene und Alltagsmaske. Dabei wird die Maske vor allem dort relevant, wo der Mindestabstand von 1,5 Metern durch Abstandsgebote und organisatorische Regelungen zur Minimierung von Kontakten nicht eingehalten werden kann und Maßnahmen wie Trennwände nicht möglich sind. Aus diesen drei Bausteinen gilt es, individuelle Maßnahmen zum Infektionsschutz für die Geschäftsprozesse des eigenen Unternehmens zu definieren.

Wie schwierig ist es für die Unternehmen in der Praxis, die Maßnahmen im laufenden Betrieb einzuführen?
Hier muss man nach Branche und Unternehmen stark differenzieren. Denken wir zurück an die Zeit im März und April. Zu diesem Zeitpunkt waren nahezu alle Firmen gleichermaßen von den Auswirkungen der Ausbreitung des Coronavirus und den damit verbundenen Anforderungen an den Infektionsschutz betroffen. Damals hieß es vielerorts „wir fliegen auf Sicht.“ Eine flächendeckende Ausstattung mit Desinfektionsmitteln oder Mund-Nase-Bedeckungen war rar. Diese Situation hat sich mittlerweile beruhigt. Die Betriebe sind größtenteils mit entsprechenden Konzepten in einen neuen betrieblichen Alltag zurückgekehrt. Dennoch gibt es Branchen – zum Beispiel der Bereich der Großveranstaltungen – welche sich derzeit in der Ausgestaltung entsprechender Hygienekonzepte befinden, bevor auch hier von einem „New Normal“ gesprochen werden kann.

Wie läuft ein Audit zur Überprüfung der im Unternehmen bestehenden Hygiene- und Schutzmaßnahmen ab?
Im Rahmen unserer Audits erfolgt zunächst ein Gespräch mit der Geschäftsführung eines Unternehmens. Diese sollte einen Verantwortlichen im Unternehmen für die Umsetzung notwendiger Maßnahmen zum Infektionsschutz und zur Sicherstellung deren Einhaltung benannt haben, welcher auch im Zuge des Audits als zentraler Ansprechpartner fungiert. Dies kann beispielsweise der betriebliche Arbeitssicherheitsbeauftragte sein. Dem Auditor wird das Hygiene- und Infektionsschutzkonzept vorgestellt. Durch weitere Interviews, Beobachtungen sowie einen Betriebsrundgang ergibt sich für den Auditor ein Gesamtbild, welches auf Basis definierter Kriterien zu geltenden Hygiene- und Verhaltensstandards bewertet und in einem Auditbericht dargelegt wird. Zudem zeigt der Auditor in seinem Bericht Handlungsfelder sowie Verbesserungspotenziale auf, mit denen das Unternehmen weiterarbeiten kann.

Wie bewege ich als Führungskraft meine Mitarbeiter dazu, das Thema ernst zu nehmen?
Zunächst gilt es über Schulungsmaßnahmen beziehungsweise Unterweisungen bei den Mitarbeitern ein Bewusstsein für diese besondere Situation zu schaffen und über die Maßnahmen zum Infektionsschutz im Unternehmen zu informieren. In Ergänzung zu den Trainings sollte das Unternehmen übergeordnet eine interne Kommunikationsstrategie beziehungsweise. einen Kommunikationsplan verfolgen. In der Regel obliegt die Art der teaminternen Kommunikation dann weiter der jeweiligen Führungskraft. Diese gestaltet individuell die Intensität der Kommunikation im Team. Hierzu sollte die Führungskraft Gelegenheiten schaffen, hinsichtlich des Infektionsschutzes mit gutem Beispiel voranzugehen und das Bewusstsein der Mitarbeiter nach Bedarf zu schärfen.

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    Wo ist Homeoffice aus Sicht des Infektionsschutzes am sichersten?
    Das gilt vor allem für Unternehmen und Unternehmensbereiche, deren Mitarbeiter einen Großteil ihrer Arbeit am Schreibtisch erledigen können und damit keinem vermeidbaren Risiko ausgesetzt werden müssen. Hier spielt die Digitalisierung ihre Stärken aus.

    Wie dauerhaft richten sich die Unternehmen jetzt auf den Infektionsschutz ein?
    Das wird stark davon abhängen, wie sich das Infektionsgeschehen in den nächsten Wochen und Monaten entwickelt. Ich gehe davon aus, dass die Maßnahmen uns noch mindestens bis Anfang des kommenden Jahres begleiten werden.

    Mehr: Rückkehr aus dem Homeoffice – Was Firmen jetzt beachten müssen.

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