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Jobsuche Anonyme Bewerbung hilft Frauen und Migranten

Für mehr Chancengleichheit sollen anonymisierte Bewerbungen sorgen. Ein Pilotprojekt zeigt, dass die Idee funktioniert. Aber: Arbeitgeber und Wirtschaft kritisieren den Bürokratieaufwand.
18.04.2012 - 10:20 Uhr Kommentieren
Anonyme Bewerbungen schaffen bessere Chancen für Frauen und Migranten. Quelle: dpa

Anonyme Bewerbungen schaffen bessere Chancen für Frauen und Migranten.

(Foto: dpa)

Berlin Vor allem Migranten und junge Frauen haben bessere Chancen auf einen Arbeitsplatz, wenn sie sich anonym bewerben können. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes. „Das Fazit fällt positiv aus, denn wir haben Chancengleichheit hergestellt im anonymisierten Bewerbungsverfahren“, sagte die Leiterin der beim Bundesfamilienministerium angesiedelten Stelle, Christine Lüders, gestern in Berlin.

Anlass der Studie sind Beschwerden, in der Praxis würden geeignete Bewerber zu oft direkt aussortiert und gar nicht zum Vorstellungsgespräch eingeladen. So sehen sich Frauen um die 30 selbst mit Spitzenqualifikation und Berufserfahrung systematisch benachteiligt. Die Personalchefs befürchteten, die Kandidatin könne schwanger werden und damit für längere Zeit ausfallen, lautet der Vorbehalt. Bei Migranten führe oft schon ein fremdartiger Name dazu, dass sie aussortiert würden.

Die Bundesregierung startete daher ein einjähriges Pilotprojekt mit mehreren Arbeitgebern, darunter Deutsche Telekom, L’Oréal, Procter & Gamble und der Geschenkdienstleister Mydays. Auch das Bundesfamilienministerium, die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit und die Stadtverwaltung Celle beteiligten sich.

Die Arbeitgeber blendeten dabei jeweils für die erste Phase einer Bewerbung Angaben der Kandidaten zu Namen, Alter, Geschlecht, Herkunft und Familienstand aus; auch Fotos wurden nicht beachtet. Erst nach der Auswahl für ein Vorstellungsgespräch wurden die Daten offengelegt.

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    Insgesamt wurden Lüders zufolge im Zuge des einjährigen Modellversuchs 246 Stellen neu besetzt, für die insgesamt mehr als 8500 Bewerbungen eingingen. Nach der unter anderem vom Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) begleiteten Auswertung bekamen dabei unterm Strich tendenziell mehr jüngere Frauen und Migranten die Chance zum Vorstellungsgespräch als im herkömmlichen Verfahren ohne Anonymisierung.

    BDA und DIHK halten Anonymisierung für zweifelhaft
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