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Karriere-Netzwerke LinkedIn wächst schneller als Xing – und setzt die Konkurrenz unter Druck

In der Pandemie verlagert sich das Netzwerken in den digitalen Raum. Die Karriereplattformen profitieren davon. LinkedIn hat dabei der Konkurrenz allerdings etwas voraus.
29.01.2021 - 15:15 Uhr 1 Kommentar
Beide Karrierenetzwerke profitieren in der Pandemie von steigenden Nutzerzahlen. Quelle: Mauritius (2), Montage
LinkedIn und Xing

Beide Karrierenetzwerke profitieren in der Pandemie von steigenden Nutzerzahlen.

(Foto: Mauritius (2), Montage)

Düsseldorf Per Videokonferenz ist in der Pandemie viel möglich, Visitenkarten lassen sich darüber allerdings nicht austauschen. Und so hat die Coronakrise das Netzwerken in Geschäftskreisen verändert. Austausch findet nur noch virtuell und nicht mehr physisch statt. Davon profitieren Xing und LinkedIn, die beiden führenden Business-Netzwerke in Deutschland. Beide Portale haben durch die Pandemie ihre Nutzerzahlen gesteigert.

Die Microsoft-Tochter LinkedIn zählt im deutschsprachigen Raum nun 16 Millionen Mitglieder, wie das Handelsblatt erfuhr. Das ist eine Million mehr als noch vor sieben Monaten. Auch Xing, eine Marke der New Work SE, meldete gerade erst, die Schwelle von 19 Millionen Nutzern im deutschsprachigen Raum erreicht zu haben – ein Plus von 1,8 Millionen im Jahresvergleich. Wie viele Mitglieder davon die Dienste aktiv nutzen, wollen beide Anbieter nicht sagen.

Xing, eine Tochter des Medienunternehmens Burda, ist seinem US-Konkurrenten damit aktuell um drei Millionen Mitglieder voraus. „Wir sind im deutschsprachigen Raum das mit Abstand größte Business-Netzwerk“, sagt Petra von Strombeck, seit vergangenem Mai Chefin von New Work.

Doch LinkedIn wächst schneller: Seit Ende 2019 waren es 14 Prozent, während Xing um zehn Prozent zugelegt hat. Experten erwarten, dass LinkedIn seinen Konkurrenten in den kommenden Jahren überholen könnte. Schon heute finden viele relevante Debatten auf LinkedIn statt.

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    So geben Dax-Konzernchefs wie Deutsche-Telekom-Chef Timotheus Höttges oder Volkswagen-Vorstandschef Herbert Diess dort Einblicke in ihr Managerleben. „Das Momentum ist auf unserer Seite“, findet Barbara Wittmann, seit anderthalb Jahren Chefin von LinkedIn für den deutschsprachigen Raum.

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    Die Grundidee von Xing und LinkedIn ist gleich: Beide Plattformen verstehen sich als Berufsnetzwerke. Dort findet man nicht nur Kontakte und Neuigkeiten aus der eigenen Branche, es gibt auch Weiterbildungsformate oder die Möglichkeit, virtuelle Events zu veranstalten.

    Zudem sind die Portale auch Jobbörsen, auf denen sich Mitglieder mit ihren Profilen bewerben und von Headhuntern gefunden werden können.

    Die Unterschiede liegen im Detail: Während Xing Neuigkeiten in Kacheln anzeigt, gibt es auf LinkedIn einen innovativen News-Feed. Wer bei dem US-Anbieter etwas teilt, kann dort andere Mitglieder oder Unternehmen markieren. Funktionen, die bei Xing fehlen.

    Und so kommt Axel Oppermann, Gründer des Analysehauses Avispador, zu der Bewertung: „Das Angebot von LinkedIn wirkt in allen Bereichen durchdachter, hochwertiger und besser aufgesetzt.“

    LinkedIn profitiert von der Übernahme durch Microsoft

    LinkedIn hat durch die Übernahme von Microsoft im Dezember 2016 einen Schub erfahren. Bis dato galt die Firma unter Analysten als Sorgenkind. Zwar litt das Netzwerk auch zu Beginn der Pandemie unter wirtschaftlichen Problemen und hat weltweit 1000 Angestellte entlassen, also ungefähr sechs Prozent seiner globalen Belegschaft abgebaut.

    Doch im jüngsten Quartal hat LinkedIn seinen Umsatz um 23 Prozent gesteigert und kehrte damit auf Vorkrisenniveau zurück. LinkedIn-Zahlen für Deutschland weist die Microsoft-Tochter allerdings nicht aus.

    Wachstumstreiber ist das Werbegeschäft, das für mehr als ein Drittel des Gesamtumsatzes steht. „LinkedIn hat über die starke Vertriebsmannschaft von Microsoft Zugang zu vielen Unternehmen“, sagt IT-Analyst Oppermann.

    Daneben erzielt LinkedIn Umsätze vor allem mit der Schaltung von Stellenanzeigen. Die digitalen Fortbildungsangebote, die laut Barbara Wittmann seit Ausbruch der Pandemie stark nachgefragt werden, tragen ebenfalls dazu bei.

    Auch New Work erlöst mit dem Firmenkundengeschäft das meiste Geld. Mit dem E-Recruiting, also der Vermittlung von offenen Stellen, erwirtschaften die Hamburger über die Hälfte der Konzernerlöse. Der Gesamtumsatz werde 2020 zwischen 275 und 285 Millionen Euro liegen, hieß es im vergangenen Jahr. „Wir gehen davon aus, dass wir in dem bislang prognostizierten Korridor bleiben“, bekräftigt von Strombeck.

    Die Chefin der Xing-Mutter New Work SE sagt: „Wir sind im deutschsprachigen Raum das mit Abstand größte Business-Netzwerk.“ Quelle: NEW WORK SE
    Petra von Strombeck

    Die Chefin der Xing-Mutter New Work SE sagt: „Wir sind im deutschsprachigen Raum das mit Abstand größte Business-Netzwerk.“

    (Foto: NEW WORK SE)

    Xing kämpft mit den Folgen der Coronakrise: Während LinkedIn mit dem Werbegeschäft Umsätze macht, meldet Xing Zurückhaltung bei seinen Kunden. Ebenso leidet die Tochter Xing Events darunter, dass es derzeit so gut wie keine Veranstaltungen gibt.

    In einem Sparprogramm strich Managerin von Strombeck die Kosten um 16 Millionen Euro zusammen, um in künftige Wachstumsfelder investieren zu können. Von den insgesamt 1900 Arbeitsplätzen fielen etwa 100 weg.

    Das deutsche Netzwerk will sich bewusst anders positionieren als der US-Wettbewerber. „Wir wollen die Menschen dabei begleiten, ein besseres Arbeitsleben zu haben, und ihr Guide auf diesem Weg sein“, sagt von Strombeck. Sie will „mit Relevanz, nicht nur mit Reichweite bei hoher Anonymität punkten“. Ein klarer Seitenhieb auf LinkedIn.

    Für einige Beobachter wirkt es so, dass sich Xing immer mehr zu einer Coaching-Plattform entwickelt und seinen Mitgliedern Ideen für die Arbeitswelt von morgen bieten will. Dieser Ansicht ist auch Claudia Hilker, Social-Media-Beraterin aus Düsseldorf. Sie ist seit zehn Jahren Mitglied bei beiden Plattformen und findet: „LinkedIn fackelt gerade alles ab.“

    Während sich bei Xing „viele Coaches untereinander vernetzen“, finde sie auf LinkedIn die nötige Relevanz und Reichweite. „Die Mission von Xing ist nicht mehr spürbar“, sagt sie.

    Xing plant Mitte 2021 „einen signifikanten Relaunch der App“

    Anscheinend haben auch die Manager der New Work SE erkannt, dass sie das Profil ihrer Marke nachschärfen müssen. Xing plane Mitte des Jahres 2021 „einen signifikanten Relaunch der App“, sagt von Strombeck.

    Auch LinkedIn feilt am richtigen Angebot. 2021 will es die Plattform mit der Funktion „Career Explorer“ Unternehmen und Bewerbern leichter machen, zueinanderzufinden, kündigt Deutschlandchefin Wittmann an. Dazu sollen Mitglieder offene Stellen nicht nur über Jobtitel, sondern auch über Fähigkeiten finden können.

    Der Algorithmus soll Stellen aus anderen Branchen anzeigen, in denen ähnliche Fähigkeiten wie im aktuellen Job gefragt sind. Anbieter wie die Stellenbörse Stepstone bieten bereits eine solche Funktion.

    Die LinkedIn-Dach-Chefin sagt: „Wir haben deutschsprachige Inhalte und bieten als internationales Netzwerk für Unternehmen auch die Möglichkeit, sich global zu positionieren und zu rekrutieren.“ Quelle: LinkedIn
    Barbara Wittmann

    Die LinkedIn-Dach-Chefin sagt: „Wir haben deutschsprachige Inhalte und bieten als internationales Netzwerk für Unternehmen auch die Möglichkeit, sich global zu positionieren und zu rekrutieren.“

    (Foto: LinkedIn)

    Die größten Wachstumsmöglichkeiten sieht Wittmann darin, dass LinkedIn einen lokalen und globalen Fokus besitze. „Wir haben deutschsprachige Inhalte und bieten als internationales Netzwerk für Unternehmen auch die Möglichkeit, sich global zu positionieren und zu rekrutieren.“ Das werde immer wichtiger. Weltweit zählt LinkedIn mehr als 740 Millionen Mitglieder in 200 Ländern.

    Langfristig dürften beide Portale weiterwachsen. Denn durch die Pandemie wird sich auch das Netzwerken verändern. Hybride Formen werden künftig die Kontaktpflege prägen: Man trifft sich auf Veranstaltungen und bleibt dann über Xing oder LinkedIn vernetzt.

    Mehr: Warum Sie Xing und LinkedIn brauchen – auch wenn Sie nicht auf Jobsuche sind.

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    1 Kommentar zu "Karriere-Netzwerke: LinkedIn wächst schneller als Xing – und setzt die Konkurrenz unter Druck"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Ich wundere mich, daß Xing überhaupt noch wächst - nach der vor etwa ein bis zwei Jahren erfolgten Umstellung auf allgemeines Duzen. Ich habe versucht, das wenigstens für mich rückzustellen: ergebnislos, und zwar nicht etwa in den Schreiben von Kontaktpersonen - die siezten oder duzten mich wie gewohnt nach der jeweiligen Vertrautheit - sondern in den offiziellen Anschreiben.
      Und das auch weiter, als ich mich mehrfach beschwerte. Es ist schon blamabel, wenn es ein modern sein wollendes Netzwerk nicht hinbekommt, ein Mitglied je nach Wunsch mit Sie oder Du anzureden, auch und gerade automatisch.
      Vielleicht glauben die Xinger den jungen Jobsuchern sei das egal. Aber die Jobs vergeben tun mal die älteren ...

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