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Kommentar Dax-Konzerne verpassen eine Chance, wenn sie keine Impfprämie zahlen

Die größten deutschen Unternehmen wollen keine finanziellen Anreize fürs Impfen setzen. Dabei hätte das viele Vorteile – auch für die Bilanzen.
23.02.2021 - 20:03 Uhr Kommentieren
Für Deutschlands Konzerne hätte es viele Vorteile, wenn sie ihren Beschäftigten eine Impfprämie auszahlen würden. Quelle: dpa
Spritze mit Astra-Zeneca-Impfstoff

Für Deutschlands Konzerne hätte es viele Vorteile, wenn sie ihren Beschäftigten eine Impfprämie auszahlen würden.

(Foto: dpa)

In den USA preschen Unternehmen wie Amazon, aber auch die deutschen Lebensmittelhändler Aldi und Lidl mit der Idee vor, ihre Mitarbeiter finanziell zu belohnen, wenn sie sich impfen lassen. Amazon überweist 40 Dollar pro Impfdosis, Lidl einmalig 200 Dollar.

Und Deutschlands Großkonzerne? 0,00 Euro.

Keines der Dax-30-Unternehmen will seinen Beschäftigten eine Impfprämie zahlen, wie eine Umfrage des Handelsblatts zeigt. Dabei ist eine Impfprämie rein rechtlich auch hierzulande möglich. Man wolle „keinen Druck auf die Kollegen ausüben“, sich impfen zu lassen, teilt etwa die Deutsche Börse mit. Volkswagen setzt auf eine „breit angelegte Informationskampagne“. Und der Triebwerkshersteller MTU argumentiert: Finanzielle Anreize würden gar die Gefahr bergen, dass die „Eigenverantwortung für Gesundheitsvorsorgemaßnahmen in den Hintergrund rückt“.

Die Antworten lesen sich wie Ausreden: Für die Konzerne hätte es viele Vorteile, wenn sie ihren Beschäftigten eine Impfprämie zahlen. Und selbst wenn diese nicht so üppig ausfällt, wird dies doch den ein oder anderen Skeptiker davon überzeugen, sich ein Vakzin spritzen zu lassen.

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    Weil die Kosten für die Prämien deutlich geringer sind als der wirtschaftliche Nutzen, werden sich die Prämien sogar positiv auf die Bilanz auswirken: Schließlich bewahren hohe Impfquoten die Betriebe davor, dass die Produktion krankheitsbedingt stockt. Und wenn es in der Belegschaft frühzeitig eine Herdenimmunität gibt, könnte die permanente Arbeit im Homeoffice beendet werden. Das würde die Zusammenarbeit und den kreativen Austausch fördern.

    Und es muss ja nicht gleich Geld sein. Denkbar sind auch zusätzliche Urlaubstage – das würde gar nichts kosten – oder Gutscheine für das Betriebsrestaurant. Davon würden die krisengebeutelten Kantinen gleich mitprofitieren.

    Sonderzahlungen bis 1500 Euro sind bis Ende Juni steuerfrei

    Was in jedem Fall gilt: Sonderzahlungen im Zusammenhang mit der Krise bis zu 1500 Euro sind bis 30. Juni steuerfrei. Auch Impfprämien fallen darunter. Das wäre für die Mitarbeiter auch ein finanzielles Dankeschön für den krisengeprägten Arbeitsalltag.

    Grafik

    Die Impfprämie hat zudem einen ganz praktischen Vorteil: Firmen können nur so erfahren, welche Mitarbeiter geimpft sind. Solange es keine gesetzliche Covid-19-Impfpflicht gibt, dürfen Unternehmen ihre Mitarbeiter auch nicht dazu zwingen, ihren Impfstatus offenzulegen.

    Zugegeben: Absolute Impfgegner wird man auch nicht mit einer Prämie überzeugen. Doch anders als ein Impfzwang ist eine Prämie rechtlich erlaubt – und ein probates Mittel, die Impfbereitschaft zu erhöhen.

    Mehr: Immun im Büro: So wollen die Dax-Konzerne die Impfungen organisieren.

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