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Kurzreisen an Brückentagen Die Angst vor dem Abschalten

Lange Wochenenden laden zu einem Kurzurlaub an die See oder in die Berge ein. Doch eine Studie zeigt: Diese Reisen werden völlig überschätzt – wir können doch ohnehin nicht abschalten.
25.05.2017 - 11:36 Uhr Kommentieren
Wer über ein verlängertes Wochenende in den Urlaub fährt, kann sich laut einer Studie nicht richtig erholen. Quelle: dpa
Urlauber am Strand

Wer über ein verlängertes Wochenende in den Urlaub fährt, kann sich laut einer Studie nicht richtig erholen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Feiertag, Brückentag – wieso sind Sie eigentlich nicht im Kurzurlaub wie alle anderen? Vier Tage auf Mallorca, mit dem Rad an die Ostsee oder im Nachtzug nach Paris – vielleicht waren Sie der Depp, der sich im Januar nicht schnell genug in den Urlaubskalender eingetragen hat. Vielleicht haben Sie aber auch gedacht, das lohnt sich doch gar nicht. Recht haben Sie!

Wir Deutschen tun uns schwer damit, uns zu entspannen, das führt uns die Google-Tochter Nest passend zu Himmelfahrt in einer Studie vor Augen. Der Umfrage zufolge brauchen Reisende durchschnittlich 2,3 Tage, bis sie alles hinter sich gelassen haben. 1,5 Tage vor Ferienende fangen die Gedanken wieder an, um den Alltag zu kreisen. Von vier freien Tagen blieben demnach gerade mal 0,2 zum Genießen übrig.

So planen Sie Ihren Urlaub besonders geschickt
Neujahr
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Der Jahresbeginn fällt im kommenden Jahr auf einen Sonntag – und liegt daher aus Arbeitnehmersicht günstig. Angestellte aus Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt dürfen sich dennoch auf eine verkürzte Woche freuen: Der ausschließlich für sie gültige Feiertag Heilige Drei Könige am 6. Januar ist ein Freitag. Für neun freie Tage (inklusive Wochenende) müssen sie also nur vier Tage Urlaub beim Chef einreichen.

(Foto: dpa)
Ostern
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Die Durststrecke im kommenden Jahr ist lang, denn im Februar und März gibt es keine gesetzlichen Feiertage. Das viertägige Osterfest beginnt am 14. April. Wer beispielsweise vier Tage vor oder nach Ostern Urlaub einreicht, kann – sofern er am Wochenende nicht arbeiten muss – zehn Tage zu Hause bleiben.

(Foto: dpa)
1. Mai
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Während der Tag der Arbeit 2016 auf einen Sonntag fiel, dürfen sich Arbeitnehmer 2017 auf ein verlängertes Wochenende freuen: Der erste Mai ist ein Montag.

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Christi Himmelfahrt
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Den ersten Brückentag beschert uns im Jahr 2017 der Feiertag Christi-Himmelfahrt am Donnerstag, den 25.Mai. Wer für den 26. Mai Urlaub einreicht, muss vier Tage nicht ins Büro.

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Pfingsten
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Nur wenige Tage nach Christi Himmelfahrt folgt das zweitägige Pfingstfest. Alle Arbeitnehmer bundesweit dürfen am Pfingstmontag (4.Juni) zu Hause bleiben. Wer von Christi Himmelfahrt bis nach Pfingsten frei haben möchte, muss sechs Tage Urlaub beim Chef einreichen. Dafür hat er doppelt so lange Urlaub.

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Fronleichnam
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Nur zehn Tage später winkt für Arbeitnehmer in Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland der nächste Feiertag: Fronleichnam fällt 2017 auf Donnerstag, den 15. Juni. Wer ein langes Sommer-Wochenende genießen will, sollte also schleunigst Urlaub am 16. Juni einreichen.

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Mariä Himmelfahrt
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Mariä Himmelfahrt ist nur im Saarland und Bayern ein Feiertag. Er wird am Dienstag, den 15. August begangen. Heißt: Montag, den 14. August freinehmen.

(Foto: dpa)

Warum ist das so? Natürlich weil wir nicht abschalten können. Obwohl 44 Prozent der Befragten angaben, im Urlaub der Arbeit entfliehen zu wollen, schaut über ein Drittel auch auf Reisen täglich ins E-Mail-Postfach. In der Gruppe der 18- bis 24-Jährigen checken sogar 46 Prozent mindestens einmal pro Tag ihre Arbeits-Mails. 62 Prozent der jungen Leute kommunizieren sogar mindestens einmal während ihrer Ferien mit Kollegen.

Dazu kommt der Sozialstress. Fast die Hälfte der Befragten gab zu, sich mindestens einmal am Tag bei einem sozialen Netzwerk anzumelden, acht Prozent sogar mindestens fünf Mal täglich. Unter den 18- bis 24-Jährigen schaut mehr als die Hälfte zwei bis drei Mal pro Tag in die Accounts. Und 55 Prozent der Teilnehmer sind mindestens einmal die Woche in Kontakt mit Freunden zu Hause, um sicherzugehen, dass sie während ihrer Abwesenheit bei der Planung von Aktivitäten nicht vergessen werden. Durchs Marais-Viertel flanieren, aber an den nächsten Kirchenflohmarkt in Wanne-Eickel denken – schön blöd!

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    Nun wäre Google nicht Google, wenn das Unternehmen eine Umfrage machen würde, die unseren Internet-Konsum in Frage stellt. Darum haben die Kollegen von Nest – einem Smart-Home-Anbieter – als Stimmungskiller Nummer eins im Urlaub einen ganz anderen ausgemacht: die Sorge um das eigene Zuhause. So gab ein Viertel der Befragten an, Angst davor zu haben, dass während des Urlaubs das Haus ausgeraubt wird. Weitere 25 Prozent befürchten höhere Gewalt in Form von Wasser- oder Feuerschäden. Noch mehr Sorgen bereiten die trivialen Dinge wie eingeschaltete elektronische Geräte (34 Prozent) sowie offene Fenster (27 Prozent) oder Türen (28 Prozent).

    Nest liefert auch gleich die passende Lösung dazu: Eine Sicherheitskamera, die das Smartphone alarmiert, wenn sich Unbefugte ins Haus schleichen. Die App soll sogar so intelligent sein, dass sie einen echten Einbrecher von einer Katze und die eigene Alarmanlage von der des Nachbarn unterscheiden kann.

    Super. Man sieht sie schon vor sich, die deutschen Hausbesitzer, die, am Pool liegend mal eben schnell einen Blick in die heimische Küche werfen. Man weiß ja nie!

    Die einfachste Lösung ist natürlich die, die Sie gewählt haben: Zuhause bleiben! Die Steuererklärung fertig und danach ein Bier aufmachen, Grill putzen, Freunde einladen. Und wenn die Kollegen all die tollen Bilder aus dem Kurzurlaub posten, gelassen bleiben und denken: Spaß hatten die vor lauter Angst sowieso nicht.

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