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Ländercheck des Stifterverbands Private Hochschulen werden immer beliebter

Privathochschulen brechen zunehmend aus ihrer Nische raus und sind vor allem in den Stadtstaaten populär wie nie, zeigt der Ländercheck des Stifterverbandes. So elitär wie ihr Ruf sind die Privaten allerdings nicht.
  • Barbara Gillmann
10.10.2011 - 19:04 Uhr
Die Zahl der privaten Hochschulen hat sich in Deutschland seit der Jahrtausendwende verdoppelt. Quelle: dpa

Die Zahl der privaten Hochschulen hat sich in Deutschland seit der Jahrtausendwende verdoppelt.

(Foto: dpa)

Berlin Staatliche Hochschulen strafen die private Konkurrenz noch immer weitgehend mit Nichtachtung - doch die Newcomer sind dabei, ihre Nische langsam, aber gewaltig auszudehnen. Ihre Zahl hat sich seit der Jahrtausendwende fast verdoppelt, von den knapp 400 Hochschulen in Deutschland sind heute 101 in privater Hand - wenn auch im Schnitt weit kleiner als die staatliche Konkurrenz. Die Studentenzahl steht kurz vor der Fünf-Prozent-Hürde: Von insgesamt 2,1 Millionen Studenten in Deutschland büffeln 108728 an einer privaten Einrichtung.

Die Lage in den einzelnen Bundesländern ist jedoch sehr unterschiedlich: "Besonders dynamisch" ist die private Hochschullandschaft in der Hauptstadt, berichtet Andrea Frank, Autorin des Länderchecks des Stifterverbands, der dem Handelsblatt vorliegt und der diese Woche veröffentlicht wird. Der langjährige Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner (SPD) sei "sehr experimentierfreudig", er macht Privaten den Einstieg sehr leicht. Im Extremfall führt das auch mal zu einer Schließung: So musste er 2010 die Educon-Hochschule dichtmachen, die Lichtdesigner ausbilden wollte, es aber nicht tat. Generell müssen private Hochschulen nach einer Anlaufphase den Test des Wissenschaftsrats bestehen.

"Auf der Überholspur" ist auch die Hansestadt Bremen, attestiert der Stifterverband. Stark schneiden daneben Hamburg und Hessen ab (siehe Grafik). Die extrem hohe Zahl der Studenten in Hamburg ist allerdings dadurch verzerrt, dass dort zwei Fernhochschulen mit Studenten aus ganz Deutschland ansässig sind. Das gilt abgeschwächt auch für Nordrhein-Westfalen (NRW).

Privat studieren

Weit abgeschlagen sind aus historischen Gründen die Ostländer. Nur Sachsen hat es geschafft, ein nennenswertes privates Hochschulangebot zu etablieren. Früh gestartet ist Schleswig-Holstein, dann aber zurückgefallen. Ganz schlecht schneidet Bayern ab: Der liberale Wissenschaftsminister des Freistaats, Wolfgang Heubisch, ist privaten Lehranstalten zwar wohlgesonnen, fördert sie aber nicht. Andere Minister hingegen erleichtern nicht nur die Gründung, sondern beteiligen Private auch an Förderprogrammen. NRW etwa reicht einen Teil der Hochschulpakt-Gelder an Private weiter, die neue Plätze schaffen.

Praxisorientierte Fachhochschulen dominieren
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