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Londoner Finanzindustrie Keiner will mehr Banker werden

Banken waren für Berufsanfänger lange Zeit attraktive Arbeitgeber. Doch die Wirtschaftskrise hat das Image der Finanzbranche ruiniert - eine Umfrage in London kommt zu einem ernüchternden Ergebnis.
12.06.2012 - 11:17 Uhr 20 Kommentare
Entlassener Mitarbeiter von Lehman Brothers. Im September 2008 mussten viele Banker ihren Schreibtisch räumen. Quelle: Reuters

Entlassener Mitarbeiter von Lehman Brothers. Im September 2008 mussten viele Banker ihren Schreibtisch räumen.

(Foto: Reuters)

London Die Zahl der Bewerber auf Stellen in der Londoner Finanzwirtschaft ist im Mai laut einer Umfrage erheblich zurückgegangen. In der so genannten „City“ - dem wichtigsten Finanzdistrikt in Europa - sowie in anderen Stadtteilen der britischen Hauptstadt haben offenbar die Schuldenkrise in Europa und die Konjunktursorgen in Großbritannien einen Rückgang der Stellengesuche um 58 Prozent bewirkt, wie es in einer am Dienstag in London vorgelegten Mitteilung des Personalberaters Morgan McKinley hieß.

In absoluten Zahlen habe sich die Zahl der Bewerber von 15.150 im Mai letzten Jahres auf nur noch 6.419 im zurückliegenden Monat vermindert. „Im derzeitigen ökonomischen Umfeld ist die Wechselwilligkeit von Beschäftigten der Finanzbranche naturgemäß weniger ausgeprägt“, hieß es von Andrew Evans, der bei Morgan McKinley die Finanzsparte leitet, laut der Mitteilung. Diese Unsicherheit könne die Arbeitnehmer von einem Wechsel abhalten.

Derzeit schrumpft die Londoner Finanzindustrie insgesamt. Die Schuldenkrise in Europa begrenzt die Gewinne und als Reaktion auf die Finanzkrise des Jahres 2008 haben es die Unternehmen überdies mit höheren Regulierungsanforderungen zu tun. Auch die Zahl der Stellenofferten sinkt dabei. Im Mai wurden 25 Prozent weniger offene Stellen ermittelt als im Jahr zuvor; die Zahl wurde von Morgan McKinley auf 5.229 beziffert. Im Monatsvergleich mit April habe sich allerdings hier ein Plus von 17 Prozent ergeben.

Rund 75 Prozent der Angestellten in der Londoner Finanzbranche haben laut dem Personalberater für 2011 einen Bonus erhalten. 42 Prozent der Befragten äußerten sich demnach zufrieden mit ihrer Bezahlung, hieß es von Morgan McKinley ebenfalls.

"Banker leben heute gefährlicher"

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20 Kommentare zu "Londoner Finanzindustrie: Keiner will mehr Banker werden"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Es drängt weniger Menschen dazu, Zecken der produktiven Wirtschaft werden zu wollen -Das sind doch endlich mal gute Nachrichten, Weihnachten ist halt doch die Zeit der Wunder..

  • Sehr schade eigentlich, da es wirklich ein sehr spannender Beruf sein kann.

    Leider wird das Image der Banker (und damit meine ich Bankangestellte, Banker und Bankiers) wird leider durch einen verschwindend kleinen Teil ruiniert.

    @ Numismatiker: was meinen Sie denn genau mit "übers Ohr gehauen werden"?

  • kuac:

    Das Eine schließt das Andere nicht unbedingt aus! Der Bäcker (nicht Bänker :-) ) macht doch auch seine Kunden und sich glücklich. Der Autohersteller auch (obwohl der nicht mal seine Marge angeben muss - dagegen müsste es auch mal ein Gesetz geben). Warum darf denn eine Bank nicht Geld verdienen?? Klar mag in Deutschland keiner für Dienstleistung bezahlen, da man diese nich "angreifen" kann? Wichtig ist das richtige Maß. Klar kann ich meinen Kunden Müll andrehen womit mein Arbeitgeber schnell viel verdienen kann - aber dann habe ich nach spätenstens ein Jahr keine Kunden mehr. Manchmal muss man als Banker auch Kunden abweisen können. Die 100% sichere Anlage mit 5% Zinsen p. a. gibt es nun mal zur Zeit nicht (und Sie glaube gar nicht wie oft man danach gefragt wird). Ferner muss man seine Haltung natürlich auch ggü. seinem Chef vertreten können und manchmal auch unangenehme "Wochengespräche" aushalten. Langfristig gesehen ist mir eine angenehme Kundenbeziehung viel mehr wert. Chefs wechseln - der Kunde bleibt. Selbst wenn mal eine Anlage nicht funktioniert - der Kunde, dem man offen alles erklärt hat, ist der letzte der meckern (auch wenn es nicht schön ist Geld zu verlieren).

  • nicht wenn geld und gesetze so zusammenwachsen, dass die gesetze verdreht oder nicht mehr durchgesetzt werden.
    Natürlich ist Ethik wichtig.
    Wer es nicht schafft Erfolg zu haben ohne irgendwen übers Ohr zu hauen, ist in meinen Augen ein Versager.

  • Ich gehe mal davon aus, dass alle „intelligenten“ Schreiber hier, welche die Banker über einen Kamm scheren und über sie herziehen, ihr Geld unterm Kopfkissen liegen haben, noch niemals was überwiesen haben, doch hoffentlich auch keine EC- oder gar Kreditkarte besitzen oder sonstige Angebote der Bank und der noch viel reicheren Banker nutzen??? Oder doch? Sowas aber auch!!!
    Im übrigen, weil jeder so über "Boni" herzieht. Der normale Banker bekommt keinen überdimensionalen Bonus! Der darf sich max. an einem Gehalt freuen, weil die Bank für die kleinen Angestellten nämlich die Kassen immer leer hat! Und Boni gibt es auch bei anderen Unternehmen wie z.B. Daimler, der Post etc.! Und sie sind gerechtfertigt!

  • Das trifft im Übrigen auch auf Deutschland zu. Kaum noch einer will diesen Beruf erlernen ...... also nicht nur ein Problem in der City of London.

  • Wenn Sie lieber in den von Ihnen genannten Tätigkeiten aktiv werden wollen bin ich sehr froh, Sie nicht mehr im Berufsfeld Banker/BankierBankangestellter zu sehen!!!

  • Ist jemanden aufgefallen dass dieser Bericht nur die Lage in der Londoner City beschreibt? Nein? Der Titel passt nämlich nicht.... *augenroll*

  • HB.com
    Dann sind Sie ein weisser Schaf unter den schwarzen Schafen.
    Ausserdem wenn gleichzeitig Ihre Kunden und Ihre Bank profitiert haben soll, dann haben Sie es geschafft Ihr Kuchen zu eseen und ihn auch noch zu behalten. Glückwunsch!

  • Guten Tag,.... Banker bin Ich nicht gewesen;.... aber Bankier. Leider gibt es den Beruf nicht mehr. Ich habe ihn hingeschmissen als nur noch Banker um mich waren. Lieber Drogenhaendler Puffbesitzer Bankraeuber Kinderschaender oder Pabst werden,..... aber niemals Banker. Besten Dank.

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