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MBA-Jahresrückblick Das letzte Wort den Schulen

Die führenden Business Schools in Europa und in den USA ziehen eine verhalten optimistische Jahresbilanz. Die dürren Jahre mit deutlich rückläufigen Bewerberzahlen und einer schwierigen Job-Situation für MBA-Absolventen scheinen Vergangenheit.
Prominenter Neu-MBA-Inhaber: Basketballer Shaquville O' Neal bekam den Titel im Juni 2005 in Arizona. Foto: AP

Prominenter Neu-MBA-Inhaber: Basketballer Shaquville O' Neal bekam den Titel im Juni 2005 in Arizona. Foto: AP

DÜSSELDORF. „Obwohl es immer wieder Presseartikel gibt, die den Wert eines MBAs in Frage stellen, haben wir in diesem Jahr den größten Sprung in der Nachfrage bei Studenten aus dem Ausland seit dem 11. November verzeichnet“, fasst Bill Kooser, Associate Dean an der Graduate School of Business der Universität Chicago die Situation zusammen. „Ich glaube, die Rezession ist Vergangenheit“, sagt Professor Paul Danos, Dean der US-amerikanischen Top-Schule Tuck.

Gute Nachrichten auch für MBA-Absolventen: „In diesem Sommer hatten wir das beste Placement-Ergebnis in der Tuck-Geschichte. Über 95 Prozent unserer MBA-Absolventen haben sofort einen Job gefunden - mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt von über 150 000 US-Dollar.“ „Die großen Recruiter sind zurück“, freut man sich auch am Insead.

Erstaunlich einheitlich sind auch die Einschätzungen, befragt man die führenden Business Schools in Europa und den USA nach den mittelfristigen Trends, die sich in diesem Jahr gezeigt haben. Zwei Dutzend der großen Namen beteiligten sich an der Handelsblatt-Umfrage, darunter die Top-Business Schools von Insead, IESE, RSM, HEC Paris in Europa bis Haas (Berkeley), MIT (Sloan), Chicago und Tuck in den USA. An ihren Antworten lassen sich zwei große Trends ablesen, die sich mit den Schlagworten „Bologna“ und Asien beschreiben lassen.

Was im Bürokraten-Deutsch der Bildungsexperten „Bologna-Prozess“ heißt, also die europaweit einheitliche Umstellung auf das Bachelor-/Master-System hat auch die Business Schools und den MBA-Markt erfasst. „Die europäischen Business Schools und Hochschulen wachen langsam auf und begreifen die Folgen dieser Umstellung“, stellt Kai Peters, Chef der Ashridge Business School lakonisch fest.

Nick Barniville, MBA-Direktor der Smurfit Business School in Dublin sieht in der Umstellung große Chancen für die etablierten Namen im MBA-Geschäft: „Schulen mit einem starken Brand verstehen immer mehr, dass sich dieser auch dazu verwenden lässt, um andere Programme auf dem internationalen Markt zu verkaufen.“

Die Folgen sind schon heute überall sichtbar: Fast alle führenden Business Schools erweitern ihre Programmpalette. Neben dem klassischen Vollzeit-MBA gibt es weitere Programme, neben dem Master of Business Administration (MBA) auch andere spezialisierende Programme mit Master-Abschluss (MSc, MPhil, etc.). Damit gehen einige, aber längst nicht alle Business School auf den Markt mit jüngeren Studenten ohne oder mit sehr wenig Berufserfahrung.

Dass damit der klassische MBA ein Auslaufmodell wird, glaubt im Übrigen niemand. Ganz im Gegenteil: „Es ist bemerkenswert festzustellen, dass der traditionelle Vollzeit-MBA ein Comeback feiert“, stellt Professor Francisco Iniesta, Associate Dean der IESE Business School (Barcelona/Madrid) fest. „Er bietet Karriere-Vorteile gegenüber anderen Programmarten und ist eine Erfahrung, die wirklich das Leben verändert.“

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