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Tipps vom Headhunter Chancen für Frauen

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Drittens gilt, dass ein Master insbesondere Frauen hilft, in ihren Ambitionen Ernst genommen zu werden. Wer sich durch ein anspruchsvolles Programm geschuftet hat, stellt unter Beweis, dass sie ihren Beruf nicht nur als Hobby betreibt, bis endlich ein Ernährer an Land gezogen ist. Hinzu kommt die Erfahrung von Frauen wie Lady Barbara Judge, eine Juristin, die als erster weiblicher Kommissar der amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde diente und später als Bankerin Karriere machte. "Das Leben einer Frau ist in einem Fachberuf leichter als im General Management. Anwältinnen, Steuerberaterinnen oder Wirtschaftsprüferinnen haben eine ganz klar umrissene Glaubwürdigkeit, die dafür sorgt, dass Männer ihnen zuhören." Dieser Gedanke leuchtet nicht nur ein, er ist auch auf den MBA-Titel übertragbar: Einmal ganz formal festgestellte Kompetenz ist nicht mehr wegzudiskutieren.

Im übrigen sollte uns die Erfahrung aus USA zu denken geben. Dort spielen die berühmten Frauenuniversitäten eine große Rolle bei der Entwicklung furchtloser Anführerinnen. Die sogenannten "Seven Sisters" liegen allesamt an der traditionsbedachten Ostküste und zählen zu den besten Universitäten des Landes.

Wellesley beispielsweise ist die Alma mater von bekannten weiblichen Astronauten, Astronomen, Journalisten, Drehbuchautoren, Managern und Politikern. Madeleine Albright, die spätere Außenministerin der Clinton-Regierung studierte dort, ebenso wie zehn Jahre später Hillary Rodham. Diverse Studien belegen, dass junge Frauen gerade die "harten" Fächer wie Mathematik und Naturwissenschaften leichter lernen, wenn sie im Unterricht unter sich bleiben. Wellesley und verwandte Einrichtungen legen nahe, dass dies nicht nur für Schülerinnen gilt, sondern vielleicht auch für Studentinnen. Warum also nicht auch ganze MBA-Kurse exklusiv für Frauen?

Die meisten Unternehmen würden sich um die Absolventinnen schlagen. Nicht etwa, weil sie neuerdings aus ethischen Gründen überzeugte Fans von Diversity wären, sondern aus ökonomischer Notwendigkeit. Schon aus demografischen Gründen wird in der nahen Zukunft der Nachwuchs an Führungskräften knapp - es ist also geradezu verantwortungslos, die weibliche Hälfte des Talentpools zu ignorieren. Außerdem beweisen Studien, dass Unternehmen mit einem gemischten Führungsteam wirtschaftlich erfolgreicher sind, als homogen von Anzugträgern gemanagte Organisationen.

Heiner Thorborg ist einer der führenden Headhunter in Deutschland. In diesen Tagen erscheint sein zusammen mit der Journalistin Barbara Bierach verfasstes Buch "Oben ohne - Warum es keine Frauen in unseren Chefetagen gibt" (Econ)

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