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Mitarbeiterzufriedenheit Das sind Deutschlands beste Arbeitgeber 2020

Wertschätzung wird als Teil der Unternehmenskultur immer wichtiger. Das zeigen die besten Arbeitgeber im Land, die Great Place to Work gekürt hat.
27.02.2020 - 08:31 Uhr 1 Kommentar
Das sind die besten Arbeitgeber in Deutschland 2020 Quelle: Maskot/Getty Images
Foodtruck im Einsatz

Firmen bestellen Erfrischungen für die Belegschaft.

(Foto: Maskot/Getty Images)

Köln Wenn bei der Düsseldorfer DIS AG an heißen Sommertagen die Eiswagen vorfahren, freut sich Raymond Opszalski doppelt. Nicht nur wegen der Aussicht auf eine kühle Erfrischung. Besonders wichtig ist für den Arbeitsdirektor des Personaldienstleisters: „Unsere Mitarbeiter fühlen sich wertgeschätzt.“

Denn Opszalski bestellt die beiden Lieferfahrzeuge, und das Unternehmen trägt dafür die Kosten. „Das kommt bei der Belegschaft gut an“, sagt er. „Manchmal sind es eben die kleinen und kostengünstigen Maßnahmen, die am besten ankommen.“

Doch auch bei längerfristig wirkenden Personalthemen legt Opszalski Wert darauf, dass sich die Beschäftigten wohlfühlen. Bei der DIS AG darf etwa jeder Mitarbeiter seinen Arbeitsplatz im Büro frei wählen – abgesehen von Fällen, in denen Datenschutzbestimmungen dies verhindern.

Zudem erörtert eine Arbeitsgruppe, wie sich für Interessenten räumlich und zeitlich flexibles Arbeiten möglichst gut umsetzen lässt. „Unsere Mitarbeiter müssen spüren, dass wir sie ernst nehmen“, sagt Opszalski. „Nur so können sie sich in ihrer Arbeit frei entfalten.“

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    Test der Arbeitsplatzkultur

    Anerkennung zeigen, Freiräume schaffen – es zahlt sich aus, wenn Personalverantwortliche dies beherzigen. Das beweist Platz eins der DIS AG beim diesjährigen Wettbewerb „Deutschlands beste Arbeitgeber“ in der Größenklasse 501 bis 2000 Mitarbeiter. Für das Ranking hat das Kölner Forschungs- und Beratungsinstitut Great Place to Work in Kooperation mit dem Handelsblatt 840 Teilnehmer auf ihre Qualitäten als Arbeitgeber geprüft.

    Kern der Untersuchung sind anonyme Mitarbeiterbefragungen und Management-Audits. Am Mittwoch wurden die Gewinner in Berlin ausgezeichnet. „Die erfolgreichen Unternehmen eint, dass sie die Wertschätzung ihrer Mitarbeiter erlebbar machen“, erläutert Frank Hauser, Geschäftsführer von Great Place to Work.

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    Wie das in der Praxis gelingt, zeigt Spirit Link in Erlangen, Platz eins in der Größenklasse 50 bis 100 Mitarbeiter. Markus Hanauer, Gründer und Geschäftsführer der auf Healthcare-Kommunikation spezialisierten Agentur, hat die Bedürfnisse der Mitarbeiter in Gesprächen und anonymen Befragungen ermittelt – alles andere als eine Selbstverständlichkeit in kleineren Firmen.

    Er bezeichnet Wertschätzung als ein zentrales Element einer lebendigen Unternehmenskultur. Die Mitarbeiter können dem auch untereinander Ausdruck verleihen: Als eine Art Wanderpokal kreisen in der Agentur drei Spielfiguren des Comic-Helden „He-Man“ – Kollegen erhalten sie, wenn sie mit starkem Einsatz aufgefallen sind. „Klassische Anlässe sind besondere Anstrengungen in der Arbeit mit Kunden oder die unkomplizierte und bereitwillige Hilfe, wenn Kollegen Unterstützung brauchen“, so Hanauer.

    Eine gute Unternehmenskultur ist für den Geschäftsführer ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Denn sie hilft dabei, die Fluktuation gering zu halten – damit bleibt erarbeitetes Wissen auch länger im Betrieb, so Hanauer: „Während im Branchenschnitt bei Kommunikationsagenturen jährlich 20 Prozent der Beschäftigten das Unternehmen verlassen, sind es bei Spirit Link nur fünf Prozent.“

    Anerkennung fest verankern

    Wenn Anerkennung für die Leistung dagegen chronisch ausbleibt, droht Angestellten sogar eine Erkrankung. Ohne Wertschätzung bestehe ein 2,4-fach erhöhtes Risiko, dass sich die Arbeitsfähigkeit verschlechtert – darauf weist die Techniker Krankenkasse (TK), Sieger unter den Unternehmen mit mehr als 5 000 Beschäftigten, auf Basis arbeitswissenschaftlicher Studien hin.

    Fest im Unternehmen verankert ist das Thema bei der TK. Manager der Krankenkasse lernen in Workshops, wie sie Mitarbeiter Anerkennung entgegenbringen können – etwa in Diskussionsrunden zum Innovationsmanagement. Dazu lädt die Kasse einen Querschnitt der Belegschaft ein – von der Sachbearbeitung bis zum Vorstand. Führungskräfte sollen dort gemeinsam mit Mitarbeitern unterer Ebenen nach Lösungen suchen.

    „Ob Sachbearbeiter, Bereichsleiterin oder Vorstand – der respekt- und vertrauensvolle Umgang miteinander ist ein zentraler Bestandteil unserer Unternehmenskultur“, sagt Karen Walkenhorst, Vorstandsmitglied und Personalverantwortliche der TK.

    Mit einem Coaching-Programm für Frauen arbeitet der IT-Dienstleister Adesso daran, weibliche Beschäftigte besonders zu fördern. „Es geht nicht nur darum, unsere Frauen gezielt weiterzubilden“, sagt Kristina Gerwert, HR-Leiterin des Gewinner-Unternehmens in der Größenklasse 2 001 bis 5 000 Beschäftigte. Das Programm sei auch ein Zeichen dafür, dass ihre Arbeit gewürdigt werde.

    In den nächsten beiden Jahren werden elf ausgewählte IT-Expertinnen das „High-Potential-Programm“ als Training für ihre berufliche und persönliche Weiterentwicklung durchlaufen. Dafür hat Adesso prominente Hilfe angeheuert. Die Bundestrainerin des Frauenfußball-Nationalteams, Martina Voss-Tecklenburg, zeigt den IT-Spezialistinnen, wie Profis aus dem Hochleistungssport Themen wie Coaching, Motivation und Teamführung angehen. In Workshops soll die sogenannte Adesso-Elf unter anderem Zielorientierung und Kommunikationsfähigkeit verbessern.

    Parallel arbeitet Adesso daran, den eigenen Frauenanteil zu heben, der mit 16 Prozent noch einen Prozentpunkt unter dem Branchendurchschnitt liegt. Von den Erkenntnissen der Trainings soll nicht nur die Gruppe selbst profitieren. Die Expertinnen der Adesso-Elf sollen auch Botschafterinnen für IT-Berufe sein – und unter anderem an Schulen um weiblichen Nachwuchs für die Firma werben.

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    1 Kommentar zu "Mitarbeiterzufriedenheit: Das sind Deutschlands beste Arbeitgeber 2020"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Die Bewertungen auf Portalen wie kununu sprechen aber eine andere Sprache. Da habe ich gerade mal stichprobenartig einige Unternehmen eingegeben und fand eher durchwachsene Bewertungen.

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