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Mittelstand Gründer setzen wieder auf echte Innovationen

Der Gründungs-Boom lässt langsam nach, aber die Zahl derer, die ernsthaft und nachhaltig gründenwollen, geht nicht zurück. Jungunternehmer mit außergewöhnlichen Ideen bekommen jetzt Rat von deutschen Spitzenmanagern.
22.10.2011 - 08:36 Uhr
Anke Domaske hatte eine ungewöhnliche Idee: Sie stellt aus Milchproteinen Faser für Kleidung her. Quelle: Reuters

Anke Domaske hatte eine ungewöhnliche Idee: Sie stellt aus Milchproteinen Faser für Kleidung her.

(Foto: Reuters)

Stuttgart/Düsseldorf Es wird weniger gegründet und das ist gut. Paradox? Keineswegs. Nach den Gründungs-Boomjahren 2009 und 2010 hat das Interesse an der Selbständigkeit im ersten Halbjahr 2011 abgenommen. Das Gute daran: Jetzt gründen vor allem wieder jene, die wirklich Unternehmer sein wollen.

„Wir sehen jetzt in der guten konjunkturellen Lage ein anderes Klientel das gründet. Es sind verstärkt jene, die eine größere Nachfrage nach ihrem Produkt oder ihrer Dienstleistung erwarten und weniger die Notgründer aus der Arbeitslosigkeit heraus“, sagt Ljuba Haunschild vom Institut für Mittelstandsforschung in Bonn.

Rund fünf Prozent weniger Existenzgründungen als im Vorjahr verzeichnete ihr Institut von Januar bis Juni dieses Jahres. Eine Abnahme hatten auch die Autoren des KfW-Gründermonitors vorausgesagt, 2010 hatten laut ihrer Schätzung noch rund 936.000 Menschen und damit 66.000 mehr als ein Jahr zuvor den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Der Anstieg war aber „allein auf eine höhere Zahl von Nebenerwerbsgründern zurückzuführen“, schreiben die Autoren der Studie.

Im Klartext: Die Zahl derer, die ernsthaft und nachhaltig gründen wollen geht keineswegs zurück, nur die Zahl derer, die die Selbständigkeit als Ausweg aus der Arbeitslosigkeit oder minimales Zubrot sehen. „Die Qualität der Gründungen ist doch wichtiger als die Anzahl“, sagt Peter Witt, Professor für Technologie- und Innovationsmanagement an der Universität Wuppertal. Er sieht gerade im High-Tech-Segment momentan spannende Gründungen. „Das Gründungsklima ist aktuell gut“, sagt er. Fast ungebremst wächst auch der Online-Handel. Witt glaubt, dass es auch hier noch neue Geschäftsideen geben wird.

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