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Anti-Stress-Serie Positive Gedanken

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Ich bin Freiberufler, und meine größte Sorge ist, dass ich auch nächsten Monat genug Aufträge habe. Das blockiert mich sehr. Gibt es Strategien dagegen? Susan Valentini, Braunschweig

Hans-Peter Unger: Achten Sie auf eine ausreichende Balance zwischen Anspannung und Entspannung. Ich kenne einen Berater, der in ganz Deutschland unterwegs ist. Er hat immer seine Golfausrüstung im Kofferraum und bemüht sich, auf seinen Reisen immer wieder auch kulturelle Veranstaltungen zu besuchen, und wird dabei manchmal von seiner Lebenspartnerin begleitet. So versucht er, den Stress, die Präsentationen und das beständige Werben um neue Kunden zu mildern. Dieser körperliche und seelische Ausgleich ist entscheidend. Wenn die berufliche Situation zu einer Blockade führt, ist das zugleich ein Warnzeichen. Womöglich setzen Sie sich bei der Verfolgung Ihrer Ziele unangemessen unter Druck: Sind diese vielleicht unrealistisch hoch? Oder durch eine grundlegende Veränderung der Arbeitsweise zu mildern? Ehrliche Reflexion - am besten mit dem Partner - löst solche Blockaden.

Ein Bekannter schwört auf Baldrian gegen Stress. Hilft das wirklich, und gibt es Alternativen? Steffi Schomaker, Lohne.

Dietrich Baumgart Ärztlicher Direktor der Diagnoseklinik Preventicum in Essen: Baldrian ist aufgrund seiner beruhigenden Heilkraft, insbesondere bei Unruhe- und Angstzuständen, bekannt. Teilweise wird Baldrian auch zur Schlafeinleitung verwendet. Es ist ein leichtes biologisches Mittel mit wenigen Nebenwirkungen. Baldrian bekämpft den Stress aber nicht ursächlich. Vor dem Griff zu Tabletten sollte man immer versuchen, therapeutische Alternativen zu wählen. Ganz entscheidend sind geplante Entspannungs- und Ruhephasen, sowohl tagsüber im Büro als auch abends. Um sich besser zu entspannen, gibt es Tees, wie etwa der "Gute Nacht"-Tee oder ein ayurvedischer Kafa-Tee, die in der Apotheke erhältlich sind. Auch Präparate aus Johanniskraut, zum Bei- spiel Sedariston, haben einen beruhigenden Effekt. Warme Getränke sind generell besser als kalte, gekochte Speisen besser als rohe. Umgekehrt: Wer unter Stress leidet, sollte Kaffee, schwarzen Tee, scharfe und zu große Mahlzeiten meiden. Rauchen erhöht ebenfalls den Stress, auch wenn es vielen als vermeintliches Entspannungsmittel dient.

Wie wirkt positives Denken gegenüber klassischen Entspannungstechniken auf den Stress oder die Gesundheit? Julian Beer, Ravensburg

Sabine Schonert-Hirz, Ärztin, spezialisiert auf Humanistische Psychologie, Entspannungstechniken und Sportmedizin: Entspannungstechniken verändern nicht die stressauslösenden Bewertungsmuster. Dennoch senken sie den Stresshormonspiegel und bewirken bei regelmäßigem Training eine größere Stresstoleranz. Die Methoden des "kognitiven Verhaltenstrainings" zeigen indes die besten Effekte zur Stressstabilisierung. Das Erste: Stoppen Sie negative Gedanken, indem Sie Schultern, Kiefer und Nacken lösen, tief durchatmen und die Haltung straffen. Gedanken und Gefühle können nicht ohne die dazugehörige Körperhaltung verändert werden! Danach lenken Sie Ihre Gedanken willentlich auf einen positiven Inhalt: Was ist das Gute am Schlechten? Ein solches Manöver löst zwar kein Problem, aber es deeskaliert und bringt Sie in eine Verfassung, in der Sie klarer denken und den Auslöser besser beheben können. Das Zweite: Identifizieren Sie die "inneren Antreiber" und arbeiten Sie systematisch dagegen. Im Laufe des Lebens hat jeder feste Überzeugungen in den neuronalen Netzen seines Gehirns etabliert ("Ich darf nicht Nein sagen"). Nur ein systematischer Umlernprozess kann ein neues Muster formen. Also: Erstellen Sie einen Plan, wie Sie künftig anders reagieren, und spielen Sie das gedanklich durch. Das etabliert die neuen Verbindungen im Hirn.

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