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Auch Mark Stoll kann nicht alle Unterlagen prüfen. 90 Minuten hat er Zeit, um Finanzen, Personal, Wirtschaftlichkeit und strategische Ausrichtung der Feimann AG zu analysieren. Manch wichtige Information versteckt sich aber in der E-Mail eines Kollegen. Anderthalb Stunden schnurren so schnell zusammen zu dem Gefühl: Ich schaff das nicht! Kleine Wissenslücken in der anschließenden Präsentation sind aber kein Problem, solange die Kandidaten begründen, warum sie ein Papier als weniger relevant eingestuft haben. „Die Teilnehmer müssen zeigen, dass sie Schwerpunkte setzen können“, sagt Püttjer.

Eröffnet werden die Tests zumeist mit einer Selbstpräsentation. Die Kandidaten sollen sich kurz und prägnant vorstellen. Dazu wird ihnen meist Laptop oder Flipchart gestellt. Diese Medien sollte man unbedingt nutzen und sich überlegen, wie man den Werdegang visuell unterstreicht. Das kann ein Stufenmodell für die Karriereleiter sein oder eine Landkarte, auf der die beruflichen Stationen eingezeichnet werden.

Persönliche Stärken und Erfolge sollten im Vortrag prominent platziert werden, also als Einstieg oder als Highlight am Schluss. Auf Rückfragen zu Schwächen sollte man sich ebenfalls gefasst machen. Wer die souverän beantwortet, hat einen guten ersten Eindruck hinterlassen - und der zählt besonders stark. „Wer sich hier Fehler erlaubt, muss sie später mühsam ausbügeln“, sagt Püttjer, „während Kandidaten, die anfangs punkten, in den folgenden Übungen auch mal straucheln dürfen.“

Pannen leisten sich nämlich auch Profis. Im Ruhrgebiet etwa präsentiert ein besonders erfolgreicher Altana-Mitarbeiter aus China. Er argumentiert klar und überzeugend, bleibt auch bei kritischen Nachfragen ruhig und entschieden. Die Runde läuft gut für ihn - da klingelt das Handy des Chinesen. Die AC-Moderatoren geben ihm die Chance, das Gerät auszuschalten. Der Kandidat entschuldigt sich, fummelt das Telefon aus dem Jackett, dann ein Blackout: Er nimmt den Anruf entgegen. Hochgezogene Augenbrauen bei den Beobachtern.

Umgangsformen und Körpersprache sind wichtige Bewertungsmaßstäbe. Steht der Teilnehmer bei seiner Präsentation selbstbewusst da? Sucht er den Blickkontakt mit seinen Mitbewerbern und den Beobachtern? Unterstreicht er Argumente mit seiner Gestik? Hält er in den Pausen Smalltalk? „Stressgesten sollten Kandidaten unbedingt vermeiden“, sagt Püttjer. Ticks wie nervöses Fingerklopfen oder das Spielen mit Stiften registrieren Beobachter als Negativpunkte. So notieren die Altana-Experten auch Mark Stolls Rettungsanker, den regelmäßigen Griff zur Wasserflasche.

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