Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Auch wenn Mobbing nicht nachgewiesen werden kann Beleidigende Geste kann teuer werden

Eine beleidigende Geste unter Kollegen kann teuer werden, selbst wenn Mobbing nicht nachgewiesen wird. Eine "Scheibenwischergeste" kann immerhin 1.000 Euro kosten, wie die Deutsche Anwaltauskunft mit Hinweis auf ein Urteil des Oberlandesgerichts Koblenz berichtet.

HB BERLIN. Klägerin war eine ehemalige Schulleiterin, die mit ihrem Dienstherren wiederholt Ärger wegen ihres Führungsstils hatte. Die Situation eskalierte, als ein Ministerialbeamter bei einer Dienstbesprechung die Frau in deren Abwesenheit vor dem Lehrerkollegium mit der "Scheibenwischergeste" bloßstellte. In der Folgezeit bekam die Beamtin psychische Probleme und ging in Frühpension.

Sie fühlte sich gemobbt, zog gegen ihren Dienstherren vor Gericht und verlangte 25.000 Euro Schmerzensgeld.

In dem Prozess erzielte die ehemalige Schulleiterin einen Teilerfolg. Die Richter kamen zwar zu dem Ergebnis, dass die Klägerin Mobbing nicht nachweisen könne. Mobbing läge bei längerfristiger, systematischer und intensiver Missachtung, Schlechtbehandlung, Schikanen oder sogar psychischem Terror vor.

Der Dienstherr habe jedoch nur sachliche Kritik an ihrem Führungsstil geübt. Das Gericht erkannte aber die "Scheibenwischergeste" des Beamten als Ehrverletzung an und sprach der ehemaligen Schulleiterin eine Schmerzensgeld in Höhe 1.000 Euro zu.

Aktenzeichen:
1 U 1161/04

Der Handelsblatt Expertencall
Startseite