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Aufsichtsratsvergütungen Kontrolle ist gut – und teuer

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Siemens-Vorstandsvorsitzender Peter Löscher (rechts) mit Gerhard Cromme: Der Aufsichtsratschef erhält allein für die Mitarbeit in Ausschüssen 118 000 Euro per annum. Foto: Reuters

Siemens-Vorstandsvorsitzender Peter Löscher (rechts) mit Gerhard Cromme: Der Aufsichtsratschef erhält allein für die Mitarbeit in Ausschüssen 118 000 Euro per annum. Foto: Reuters

Immerhin: Die meisten Aufsichtsratsvorsitzenden üben ihre Mandate jetzt im Hauptberuf aus. Mit dem spektakulären Abgang Zumwinkels gab einer der letzten aktiven Vorstandschefs gleich zwei Aufsichtsratsvorsitze großer deutscher Konzerne auf. Das Telekom-Kontrollgremium wird künftig Ulrich Lehner führen, aber erst nachdem er seinen Job als Henkel-Chef am 14. April aufgegeben hat. Die Aufsichtsräte der 30 führenden deutschen Konzerne werden dann mit einer Ausnahme von ehemaligen Topmanagern geleitet. Zumwinkels Nachfolger bei der Post-Tochter Postbank ist Frank Appel, der neue Vorstandsvorsitzende der Post.

Für einige Konzernaufsichtsräte hat sich das Jahr 2007 besonders gerechnet. Bei Siemens lag das Plus für alle 20 Mitglieder bei 54 Prozent. Für den Anstieg auf insgesamt 3,3 Mill. Euro könnte es zwei Gründe geben: Siemens tauschte die Hälfte der Kapitalvertreter aus. Und die Aufarbeitung der Korruptionsaffäre dürfte viel Mehrarbeit machen.

In diesem Zusammenhang spielen Aufsichtsratsausschüsse eine wachsende Rolle. Sie bereiten Entscheidungen etwa in Personalangelegenheiten oder Bilanzierungsfragen für das Gesamtgremium vor. Ihre Einrichtung wird auch vom Deutschen Corporate Governance Kodex empfohlen, um die Arbeit der Räte zu professionalisieren. Siemens hat sich als einziger Dax-Konzern vorübergehend sogar einen Compliance-Ausschuss eingerichtet. Siemens-Chefaufseher Cromme bringt allein die Arbeit in diesen Ausschüssen 118 000 Euro per annum. Martin Kohlhausen (Commerzbank) bekommt für Ausschusstätigkeit mit 150 000 Euro inzwischen sogar mehr als an Festbezügen.

Deutsche Bank und Lufthansa verdoppelten 2007 ihre Zahlungen an die Kontrolleure. Merck-Aufseher buchten gar ein Plus von 175 Prozent. Ursache und Ausgangslage sind dabei allerdings sehr unterschiedlich. Lufthansa-Kontrolleure haben eher die Aufholjagd gestartet. Die 20 Airline-Aufseher erhalten selbst jetzt mit 450 000 Euro nicht einmal so viel wie ein gut bezahlter Kontrolleur eines anderen Dax-Konzerns allein.

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