Comeback im Job Gescheitert? So kommen Sie elegant zurück

Scheitern ist keine Schande. Erst recht, wenn bald darauf die perfekte Wiederauferstehung folgt. Ein gekonnt inszeniertes Comeback schmückt nicht nur den Lebenslauf , sondern kann Reputation wie Marktwert des glorreichen Rückkehrers enorm steigern – vorausgesetzt, das Manöver gelingt. Wie Sie eine erfolgreiche Rückkehr inszenieren – in vier Schritten.
  • Jochen Mai
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Der eigene Abgang muss nicht unbedingt ein Nachteil sein. Foto: dpa Quelle: dpa

Der eigene Abgang muss nicht unbedingt ein Nachteil sein. Foto: dpa

(Foto: dpa)

Auf seine alten Tage wählte Phönix ein drastisches Mittel zur Auffrischung. Der bunte Vogel verbrannte sich selbst – nur um aus seiner eigenen Asche jedes Mal rundum erneuert wieder aufzuerstehen, strahlender als je zuvor. Für die antiken Griechen wie für die alten Ägypter war der mythische Feuervogel damit das Sinnbild für Unsterblichkeit, weil er sich jederzeit regenerieren konnte, selbst wenn Feinde ihn zuvor verwundet hatten.

Der flammende Vogel taugt zum Vorbild. Nur die Toten kehren nicht zurück, lautet die Weisheit des französischen Moralisten Bertrand Barère de Vieuzac. Für alle anderen ist ein Comeback – die gelungene Auferstehung nach dem Absturz – eine fabelhafte Chance, an Macht und Ansehen zu gewinnen und späte Genugtuung für einen schmachvollen Abgang zu finden. Ein gekonnt inszeniertes Wiedersehen schmückt den Lebenslauf und kann Reputation wie Marktwert des glorreichen Rückkehrers enorm steigern – vorausgesetzt, das Manöver gelingt.

Wie etwa bei Klaus Kleinfeld. Nur wenige Wochen waren seit seinem Abgang als Siemens-Chef vergangen, da tauchte Kleinfeld in den USA wieder auf – in der Siegerpose eines Präsidenten des weltweit zweitgrößten Aluminiumherstellers Alcoa. Der Posten mit Sitz in New York war sogar eigens für ihn geschaffen worden. Das klingt so richtig nach Globalprestige, Überstatus, Begehrlichkeit, Bedeutsamkeit und jeder Menge Lametta.

Oder Wolfgang Bernhard. Dem forschen Automanager gelangen schon zwei Comebacks: Ende Juli 2004 hatte er DaimlerChrysler verlassen, weil er dem damaligen Konzernchef Jürgen Schrempp öffentlich widersprochen und bei Mercedes Sanierungsbedarf angemeldet hatte. Ein halbes Jahr später erschien Bernhard zurück auf der Bildfläche – als vielgepriesener Sanierer und neuer Markenchef bei VW. Allerdings machte er auch dort wieder den Fehler, die viel zu teure Autoproduktion öffentlich anzuprangern und im Umgang mit Mitarbeitern einen zu forschen Ton anzuschlagen. So verscherzte er es sich mit dem damaligen Vorstandsvorsitzenden Bernd Pischetsrieder. Nach dem Rausschmiss im Mai dieses Jahres kam dann die Wiederkehr 2.0 – diesmal als Berater des amerikanischen Finanzinvestors Cerberus, für den Bernhard als Ex-Insider die Übernahme von Chrysler eintütete. Die Botschaft ist klar: Dieser Mann lässt sich nicht unterkriegen.

Oder Michael Träm. Der ehemalige Europachef von A. T. Kearney verließ das Beratungsunternehmen 2004 vorzeitig, nachdem aufgeflogen war, dass er seinen Doktortitel zu Unrecht führte. Das war zwar enorm peinlich, lähmte den umtriebigen Träm aber keineswegs. Leise, still und eilig holte der 44-Jährige die Promotion an der Universität Saarbrücken nach und meldete sich Ende September als Welt-Chef der Unternehmensberatung Arthur D. Little (ADL) zurück – immerhin der Mutter aller Beratungsunternehmen. Hausaufgaben gemacht. Setzen. Eins.

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