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Der Unterschied fängt schon bei der Kleidung an Bei „Maman“ im Job ist alles selbstverständlicher

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Dabei will keine der beiden deutschen Frauen – jede hat auf beiden Seiten des Rheins Berufserfahrung gesammelt – Frankreich als Paradies für Frauen hochstilisieren. Probleme wie sexuelle Übergriffe und ungleiche Behandlung der Geschlechter gibt es auch hier. Aber grundsätzlich geht die französische Berufswelt mit Frauen unverkrampfter um. Die Folge: Französinnen fühlen sich nicht so stark unter Druck, sich beweisen zu müssen.

Die größten Unterschiede zwischen Deutschland und Frankreich treten dann zutage, wenn Frauen Mütter werden. Bekommt eine berufstätige Deutsche – was immer seltener vorkommt – ein Kind, bleibt sie nach der Geburt des Kindes oft ein Jahr oder länger zu Hause. Wer schneller wieder in den Beruf einsteigt, muss sich gegen den Ruf als Rabenmutter wehren. Entgegengesetzt die Mentalität in Frankreich: „Wenn man nach der Geburt nicht bald im Job zu Potte kommt, wird man komisch angesehen“, meint die zweifache Mutter Sandra Horstmeier, die „erstaunt ist, wie viele berufstätige Frauen – auch in Führungspositionen – noch kleine Kinder haben.“ In Frankreich kommt niemand in Erklärungsnot, auch mit Kindern seine eigenen beruflichen Ziele weiterverfolgen zu wollen.

Hier tritt vor allem die unterschiedliche Einstellung in beiden Ländern zum Thema Kind und Karriere zutage. „In Deutschland mangelt es im Berufsleben oft an Verständnis für die Situation von Kollegen mit Familie und für die Konsequenzen, die das Familienleben manchmal mit sich bringt“, sagt Angela Espermüller. In Frankreich zeigen sich Arbeitgeber schon mal kulant, wenn die Tagesmutter ausfällt, und Vater oder Mutter zu Hause den Nachwuchs hüten muss. In diesem Fall müssen aber auch in Frankreich in der Regel die Mütter ran.

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