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Ehrgeiz Inneres Feuer

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Auf diese Frage gab Michael Groß als junger Mann eindrucksvolle Antworten, während er in den Achtzigerjahren olympisches Gold, Weltmeisterschaftsehren und Schwimmrekorde in Serie gewann. Der „Albatros“, wie Fans ihn beinahe andächtig nannten, wurde zum deutschen Vorzeigeathlet auch deswegen, weil er sich immer wieder neu motivieren konnte und von Wettkampf zu Wettkampf darauf brannte, das Beste aus sich herauszuholen.

Diesem Ziel lagen, wie Psychologen sagen, seine „intrinsischen Motive“ zugrunde, eine Art inneres Feuer. „Meine Motivation war“, sagt Michael Groß heute, „immer meine Top-Leistung abzurufen, ich wollte der Weltbeste sein. Der Ehrgeiz, Gegner zu besiegen, war der Ausdruck dieser inneren Motivation.“

Das war vor 20 Jahren. Und heute? Immer wieder durchziehen auch den aktuellen beruflichen Alltag des 43-Jährigen Muster von sportlicher Herausforderung. Etwa dann, wenn es darum geht, neue Kunden von der Kompetenz und Leistungskraft der Peakom GmbH zu überzeugen, der Groß als geschäftsführender Gesellschafter vorsteht. Die Frankfurter Peakom erarbeitet Kommunikationsstrategien, -konzepte und -kampagnen für Unternehmen in den Bereichen Corporate Branding, Channel Marketing und Change Communication. Gewiss geht es in erster Linie darum, die Geschäfte des 22-Mitarbeiter-Beratungsunternehmens voranzubringen, Umsätze und Gewinne zu mehren. Aber immer schwingt auch der sportliche Ehrgeiz mit, einen „Pitch“ zu gewinnen, im Wettbewerb um die Gunst eines neuen Kunden die Nase vorn zu haben. Motivation als Lebenshaltung, Ehrgeiz in action: Davon weiß der Ex-Sportler und promovierte Kommunikationsmanager Michael Groß eine Menge zu erzählen, etwa in Motivationsseminaren, die er regelmäßig veranstaltet, oder als Lehrbeauftragter an der Hochschule für Bankwirtschaft in Frankfurt.

Die Kunst, wird er dort sagen, besteht immer auch in der Kraft der Selbstmotivation: Wer ehrgeizig ist, braucht weniger Leistungsanreize, die von außen an ihn herangetragen werden, sondern eine innere Stärke, die ihr oder ihm immer wieder ausreichend Lust und Disziplin gibt, weiterzumachen, voranzukommen und Widerstände zu überwinden.

„Ehrgeiz ist positiv, wenn ich aus starkem innerem Antrieb etwas tue, weil es mir Freude und Befriedigung verschafft“, sagt auch Christine Öttl, Karriere-Coach aus München. Es gehe darum, die eigenen Potenziale und Stärken zu entdecken und klare Vorstellungen zu haben. Öttl war früher selbst Managerin in einer internationalen Fotoagentur. Ihr warf ein Chef vor: „Sie wollen ja nur Ihren eigenen Ehrgeiz befriedigen.“ Christine Öttl bejahte fröhlich, denn es ging ihr wirklich nicht in erster Linie darum, ferne Konzernchefs in London von ihrer Arbeit zu überzeugen, sondern ihren Arbeitsbereich optimal zum Laufen zu bringen und vor sich selbst zu bestehen. Ein großer Pluspunkt: Positiver Ehrgeiz macht nicht unbedingt beliebt, aber unabhängig von der Meinung anderer.

Forscher Wissen: Neben Ausdauer und Lernbereitschaft ist Ehrgeiz für den Erfolg wichtiger als Intelligenz. Was will der Mensch mit geschliffener Intelligenz und hoher Bildung, wenn er sie nicht auf dem Altar des Ehrgeizes zur Entfaltung bringen kann? Die Welt ist schließlich nicht nur Vorstellung, sondern auch Wille (Schopenhauer). „Ehrgeiz“, darauf beharrt US-Psychologe Simonton, „ist zwar Energie plus Entschlossenheit, aber er braucht auch Ziele.“

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