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Ehrgeiz Inneres Feuer

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Zum Beleg erzählt er gerne von Leuten, die zwar das Ziel haben, eine funktionierende Mausefalle zu bauen, aber nicht genug Energie, um mehr als die immer gleiche Vision zu formulieren: „Eines Tages werde ich eine bessere Mausefalle bauen.“

Oft geht ein anderes Motiv mit dem Ehrgeiz Hand in Hand – Macht. Wenn Politiker etwas verschämt von ihrem Gestaltungswillen sprechen, von ihrem Ehrgeiz, gesellschaftliche Prozesse in Gang zu bringen und zu begleiten, dann bemänteln sie damit, dass sie von der Aussicht auf Macht fasziniert sind und davon, Mehrheiten von Gleichgesinnten um sich zu scharen und (auf Zeit) zu führen.

Das Karrieremotiv „Macht“ gilt zwar als Tabu-Vokabel, ist aber die wohl stärkste Triebfeder, die einen erfolgsorientierten Menschen nach vorne katapultieren kann. „Auch Mutter Teresa war eine sehr machtvolle Frau. Sie wäre ohne ihren Ehrgeiz, Armut und Not zu lindern, eine Betschwester geblieben“, sagt der promovierte Diplompsychologe Ulrich Kuhl, der mit seinem Partner Joachim Siegbert Krug ein vielbeachtetes Buch über „Macht, Leistung, Freundschaft“ geschrieben hat.

Wer ein Team voranbringen will, braucht den Faktor Macht. Führungskräfte und solche, die es werden wollen, wachsen aber zumeist nicht mit dem Willen zur Macht auf, sondern stoßen allmählich zu den Strukturen von Einfluss und Lea-dership vor.

Die Fähigkeit, delegieren zu können und andere zu motivieren, sie mitzureißen, ist wahrscheinlich nicht angeboren, sondern „durchaus auch trainierbar“, sagt der Psychologe Ulrich Kuhl, der in seinen Coachingprogrammen unter anderem leistungsorientierte Aufsteiger dabei berät, zu machtbewussten Führungskräften zu werden: Wie kanalisiere ich meinen Ehrgeiz? Wie steuere ich ein Team von Erfolg zu Erfolg? Welche Meilensteine plane und setze ich in welchem Abstand?

Kuhl arbeitet in Essen, im Herzen des Ruhrgebiets, wo der Aufsteigerehrgeiz seit jeher zu Hause war, wo Väter geradezu rituell ihren Kindern wünschen, es mal besser zu haben als sie selbst, und wo viele Kinder quasi mit dem Ehrgeiz aufwachsen, den kleinen Verhältnissen ihres angestammten Milieus zu entkommen. Soziale Triebfeder: Ja. Automatismus? Nein. Der Anthropologe Edward Lowe von der kalifornischen Soka Universität vermutet, dass Ehrgeiz ein „evolutionäres Produkt“ sei: „Egal, wie der soziale Status definiert ist, es gibt in jeder Gemeinschaft immer Menschen, die vor Ehrgeiz brennen und immer auch solche, die ihm nicht besonders verfallen sind.“

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