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Ehrgeiz Inneres Feuer

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Auch dem Essener Wirtschaftspsychologen Kuhl fällt auf Anhieb erst einmal die dunkle Seite dieser Charaktereigenschaft ein: Er assoziiert „zerfressen“, „krankhaft“ und „erbittert“, bevor er auf die enormen Schubkräfte zu sprechen kommt, die vom Ehrgeiz ausgehen können. Die Janusköpfigkeit des Ehrgeizes durchzieht unsere Kultur seit der Antike. „Den Ehrgeizigen tadelt man“, schreibt Aristoteles, „weil er mehr als recht ist und mit unrechten Mitteln nach Ruhm strebt; den Mann ohne Ehrgeiz, weil er auch nicht durch edle Taten Ehre zu erwerben sich zum Ziel setzt.“

„Der Preis für Ehrgeiz ist hoch“, sagt Manfred Kets de Vries, Leiter des Global Leadership Centre der französischen Business School Insead. „Ein Banker hat mir erzählt, dass er seine Tochter meist nur schlafend gesehen habe, weil er früh nach Manhattan fuhr und spät zurückkam“, sagt Kets de Vries. Mittlerweile ist das Kind 15 Jahre alt und der Banker hat es fast nur in den Ferien erlebt. Das frustriert ihn ungeheuer. Nicht wenige ehrgeizige Manager wollen zwar im Beruf immer alles besser machen, im Privaten aber scheitern sie.

Der Grat zwischen aufbauendem und fehlgeleitetem Ehrgeiz ist schmal. Läuft es positiv, können Ehrgeizige Berge versetzen, läuft es schlecht, dann können sie ganze Länder ins Verderben stürzen, wie die Geschichte des kollektiven Ehrgeizes zeigt, der meist nur blutgetränkte Schlachtfelder hinterließ, Armut, Not und Verzweiflung. Vor dem Hintergrund dieser Erfahrung klingt eine Nachricht aus Großbritannien erfreulich, friedlich und zivil. Sie handelt vom Ehrgeiz eines Staatsführers, seine Nation zur Schlacht gegen die Schlachtplatte einzustimmen.

„Es ist unser Ehrgeiz“, sagt Premierminister Gordon Brown, „das erste Land von Bedeutung zu sein, dem es gelingt, den bislang stetig wachsenden Trend zur Fettleibigkeit umzukehren.“

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