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Goethe Business School Der Fokus liegt auf Leadership

Die Goethe Business School nimmt den Wettbewerb mit den etablierten europäischen Hochschulen auf und bietet neuerdings auch MBA-Programme an. Das neue Programm soll sich mit speziellen Förderkursen für die Führungskompetenz der Studenten von der Konkurrenz abheben.
  • Bärbel Schwertfeger
Die Goethe Business School in Frankfurt will Führungskompetenzen fördern.

Die Goethe Business School in Frankfurt will Führungskompetenzen fördern.

Im September wird es ernst für die Goethe Business School. Dann zeigt sich, ob es der Frankfurter Schule trotz des widrigen Marktumfeldes gelungen ist, genügend Studenten für ihre beiden neuen MBA-Programme zu gewinnen: den erstmals angebotenen Vollzeit-MBA und den neu konzipierten Executive MBA. Gerade der Vollzeitbereich gilt als besonders schwierig. „Das ist ein knallharter Markt“, weiß Andreas Hackethal, Dean der Goethe Business School (GBS). Denn füllen lässt sich der Studiengang nur mit internationalen Studenten und damit steht die erst 2004 an der Goethe Universität gegründete Business School im Wettbewerb mit den etablierten europäischen MBA-Schmieden.

Zwar gilt die 2008 zur Stiftungsuniversität umgewandelte Goethe-Universität als forschungsstark und der Fachbereich Wirtschaft hat das maßgebliche Gütesiegel der AACSB, aber im internationalen MBA-Markt sind die Frankfurter noch weitgehend unbekannt. Helfen soll ihnen die Kooperation mit den Goethe-Instituten. „Die sind eine wichtige Anlaufstelle für Interessenten“, sagt Hackethal. So habe allein das Goethe-Institut in Indien 14 000 Sprachschüler. Zudem soll sich das neue Programm (Studiengebühren 18 000 Euro) mit einem eigenen Profil von der Konkurrenz abheben. Dabei setzt die GBS auf die Entwicklung der Führungskompetenzen.

Bereits vor dem Studium müssen die Studenten ein 360-Grad-Feedback einholen und dabei bis zu zwölf Personen aus ihrem beruflichen Umfeld zu ihren Fähigkeiten befragen. Im Workshop bekommen sie dann die Auswertung ihrer Kompetenzanalyse und besprechen diese mit einem persönlichen Coach. Während des 13-monatigen Studiums folgen vier weitere CoachingSitzungen sowie zwei weitere Workshops parallel zu den MBA-Kursen. Um auch die Unternehmen und damit die potenziellen MBA-Rekrutierer von Anfang an mit einzubeziehen, soll es Anfang Mai ein „HR Council“ mit 25 Personalleitern geben. „Wir wollen gemeinsam mit den Unternehmen analysieren, welche Führungskompetenzen für sie besonders wichtig sind“, erklärt Sabine Weinheimer-Hoepermans, Director Corporate Relations. Die Ergebnisse sollen in den Feedback-Fragebogen einfließen, den die Schule in Kooperation mit dem Center for Creative Leadership entwickelt. Zudem soll es bereits zu Studienbeginn eine Messe geben, bei der sich Studenten und Firmen kennenlernen und bereits Vereinbarungen über das sechswöchige Internship (Praktikum) treffen können. GBS-Dean Hackethal ist zuversichtlich, mit mindestens zehn Teilnehmern starten zu können. 90 Prozent der Interessenten, so der Professor, kämen aus dem Ausland.

Auch beim neu konzipierten Executive MBA ziehe man deutlich mehr internationale Bewerber an. Starten wolle man mit 20 Teilnehmern, das Ziel liege bei 30. Bis 2008 kooperierte die GBS mit der Fuqua School of Business an der Duke University. Die Kooperation mit einer der führenden US-Schulen galt als kluger Schachzug für den MBA-Newcomer und beim 2005 gestarteten „Duke-Goethe Executive MBA“ bekamen die Absolventen zudem den MBA-Titel beider Schulen. Doch die Frankfurter hatten Probleme, ihre Klasse zu füllen. So starteten 2008 lediglich 31 Studenten und damit deutlich weniger als erhofft. Dann kam auch noch das plötzliche Aus für das Dual-Degree-Programm. Der Grund ist die neue, globale Multi-Campus-Schule der Amerikaner, bei der Deutschland und die GBS keine Rolle mehr spielen. Aus dem doppelten Abschluss wird daher künftig der „Goethe Executive MBA in Kooperation mit Duke“. Statt des MBA-Titels gibt es nur noch ein MBA-Zertifikat von Duke.

GBS-Dean Hackethal verkauft die neue Situation als Vorteil. Nun müsse man sich nicht mehr an die strikten Vorgaben der Amerikaner halten und könne das Programm internationaler und flexibler gestalten. „Für den deutschen MBA-Markt war das Programm zu US-lastig.“ Im neuen Programm (Gebühren 46 000 Euro) verbringen die Teilnehmer in den ersten neun Monaten jeweils zwei Wochen in China und Indien. In der zweiten Hälfte stehen ihnen rund 30 Wahlkurse zur Auswahl. Vier davon finden auf dem Campus der Duke University in North Carolina statt, wo die Teilnehmer zusammen mit den Studenten des Duke-MBAs in einer Klasse sitzen.

Die neue Struktur ermöglicht mehr Flexibilität. Während die ersten neun Monate für alle Teilnehmer festgezurrt sind, können die Wahlkurse individuell über einen Zeitraum von neun bis 21 Monaten absolviert werden. Neu ist auch eine stärkere Integration der einzelnen Fächer. Das soll über fachübergreifend abgestimmte Fallstudien geschehen und durch zwei Projekte parallel zum Studium. Wie im Vollzeit-MBA nimmt auch im Executive MBA das Thema Führung einen zentralen Stellenwert ein. Ausgebaut werden soll auch der Bereich der firmeninternen Weiterbildung. Bisher arbeitet die GBS mit den Beratungsunternehmen Bearing-Point, Accenture, Pricewaterhouse-Coopers und der Deutschen Bank zusammen. Besonders stolz ist die Schule jedoch auf das Leadership-Programm, das sie für die China Development Bank durchführt und bei dem chinesische Manager in Frankfurt in Personalführung geschult werden.

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