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In vielen Sozietäten fehlen strukturierte Integrationsprogramme Kanzleien geben neuen Partnern nur selten Starthilfe

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Arbeitsrechtler Thomas Drosdeck ist einer dieser Wechsler. Anfang März ging der 44-jährige von der US-Kanzlei Faegre & Benson zu Beiten Burkhardt, der mit 234 Anwälten zehntgrößten Sozietät in Deutschland, wo er den Status eines Equity-Partners erhielt.

Bei Beiten Burkhard empfand Drosdeck den Wechsel zwar als positiv. Er konnte vor dem Einstieg auf eine "Kennenlern-Tour" gehen und alle Partner an allen Standorten treffen. "Da konnte man schon ein bisschen Kultur und Gegenseitigkeit erfühlen". Fehlanzeige aber, was eine institutionalisierte Integration anbelangt. "Nach dem Wechsel geht es schon darum, dass man von der ersten Minute an Umsätze produziert."

Dabei sind Integrationsprogramme vor allem auch deshalb wichtig, weil mit dem Sozietätswechsel oft der Einstieg in einen anderen Kulturkreis verbunden ist. "Der Deutsche kommuniziert direkter als der Amerikaner und der wiederum direkter als der Brite", sagt Jochen Artzinger-Bolten, Partner bei White & Case und zugelassen in allen drei Ländern.

In Sachen Management wiederum sind die angelsächsischen Kanzleien strikter - was nach Meinung von Vaagts Kollege Rupprecht Graf von Pfeil ein Grund dafür ist, warum sie in punkto Integrationsstrukturen besser organisiert sind. Hinzu kommt, dass dort meist das Bewusstsein ausgeprägter ist, am Markt als "Marke" auftreten zu müssen. "Das erhöht den Anpassungsdruck gewaltig", berichtet António.

Die US-Law Firm White & Case etwa, in Deutschland Nummer 8 nach Zahl der Anwälte, hat diesen "Anpassungsdruck" in ein so genanntes "New Partner Orientation Programm" umgesetzt. Einmal im Jahr, berichtet Artzinger-Bolten, der von der britischen Kanzlei Allen & Overy kam, treffen sich alle Partner in den USA. "Das gesamte Management-Board weltweit ist da." Der viertägige Event, der jeweils im Januar statt findet, dient dazu, den Neuen die Organisation, Mitarbeiter und Ansprechpartner nahezubringen sowie inhaltliche Fragen zu klären. Wer allerdings erst danach zu White & Case wechselt, muss sich mit einer zweitägigen Einführung am Standort und einer Unterlagenmappe begnügen - bis zum nächsten Jahrestreffen.

Bei der britischen Sozietät Linklaters, die in Deutschland Rang 4 einnimmt, hat man zwar hier zu Lande keine Wechselerfahrungen. Seit Jahren sind keine Partner von außen gekommen. Aber in Großbritannien nimmt jeder neue Partner an einem dreitägigen Einführungsprogramm teil, das unter anderem Kurse zu Management, Geschäftsentwicklung und Personalführung enthält. Zudem können die Neuen über das Intranet und andere Materialien regelmäßig auf weitere Informationen zurückgreifen.

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