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Niedrigstes Niveau seit der Wiedervereinigung Krankenstand im Rückwärtsgang

Die krankheitsbedingten Fehlzeiten in Betrieben sind im ersten Halbjahr dieses Jahres auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung gefallen. In den ersten sechs Monaten fehlten Arbeitnehmer knapp 3,66 % der Sollarbeitszeit.

HB/dpa BERLIN. Wie aus einer am Dienstag in Berlin vorgelegten Statistik des Gesundheitsministeriums weiter hervorgeht, entspricht dies einem Rückgang um 12,82 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit wurden Angaben der Zeitung „Die Welt“ bestätigt. Nach deren Berechnung entsprechen 3,66 % der Sollarbeitszeit 3,93 Arbeitstagen.

Eine Ministeriumssprecherin führte den Rückgang vor allem auf den Strukturwandel zurück. So sinke der Arbeiteranteil in Industrie und Bauwesen, wo schwere körperliche Arbeit zu verrichten ist und überdurchschnittlich hohe Krankenstände registriert werden. Die Beschäftigung im Dienstleistungsbereich steige dagegen. Auch schlage sich mehr Teilzeit-Arbeit in der Statistik nieder. Zudem habe die betriebliche Gesundheitsförderung zugenommen. Der Krankenstand insgesamt sei seit Jahren rückläufig, hieß es zu der Schlussfolgerung, wonach auch Angst vor Arbeitslosigkeit ein Grund für niedrigere Fehlzeiten sei.

Die Statistik über den Krankenstand gesetzlich Versicherter ist nach Expertenangaben allerdings nur eine Stichtagsberechnung und bezieht sich nur auf den jeweils 1. jedes Monats. Im ersten Halbjahr dieses Jahres fiel aber nur im April und damit in einem einzigen Monat der 1. auf einen Arbeitstag. Ansonsten fiel er auf das Wochenende oder war ein Feiertag. Dies verzerrt die Statistik deutlich und erklärt den starken Rückgang innerhalb eines Jahres.

Aber auch Statistiken, die monatliche Durchschnittswerte berücksichtigen, haben einen Rückgang der Fehlzeiten ergeben - allerdings weit geringer. So ging der Krankenstand etwa bei Mitgliedern der Betriebskrankenkassen in den ersten fünf Monaten dieses Jahres um 3,3 % zurück.

Der Statistik zufolge fehlten westdeutsche Arbeitnehmer im ersten Halbjahr mit 3,63 % der Sollarbeitszeit seltener als ihre Kollegen im Osten mit 3,79 %.

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