Serie: Berufe mit Zukunft Fürstlich entlohnt

Ingenieure sind gefragt wie nie. Rund 22 000 Stellen für Techniker blieben im vergangenen Jahr unbesetzt, die Einstiegsgehälter für Absolventen bewegen sich in der Oberklasse. Wer von dem Boom besonders profitiert und welche Branchen die attraktivsten Perspektiven bieten, zeigt der dritte Teil der Serie Berufe mit Zukunft.
  • Cornelius Welp
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Ingenieure beobachten am Drei-Schluchten-Staudamm die hervor schießenden Wassermassen. Foto: dpa Quelle: dpa

Ingenieure beobachten am Drei-Schluchten-Staudamm die hervor schießenden Wassermassen. Foto: dpa

(Foto: dpa)

Frank Ferchau würde gerne, aber kann nicht. 500 offene Stellen für Techniker hat der Geschäftsführer des größten deutschen Ingenieurdienstleisters Ferchau Engineering aus Gummersbach derzeit im Angebot. Fahrzeugtechniker, Versuchsingenieure und Konstrukteure könnten sofort bei ihm anfangen, würden ordentlich verdienen, hätten gute Perspektiven. "Aber es gibt einfach nicht genügend geeignete Kandidaten", sagt Ferchau.

Um welche für sein Unternehmen zu gewinnen, hat er bereits einiges unternommen: Er vergibt Praktika und Diplomarbeiten, engagiert sich bei der Initiative "Sachen machen", die Jugendliche für Technik begeistern soll, hat einen Innovationspreis ausgeschrieben und eine Kampagne gestartet, mit der er ältere Ingenieure sucht und weiterqualifiziert. Damit ist er durchaus erfolgreich. Im vergangenen Jahr hat sein Unternehmen, das für große Kunden Aufträge übernimmt oder auch Mitarbeiter verleiht, rund 700 Techniker eingestellt. Doch die Nachfrage übersteigt das Angebot noch immer bei Weitem.





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Wie Ferchau geht es vielen Unternehmen in Deutschland. Rund 22 000 Stellen für Techniker konnten diese im vergangenen Jahr nach Angaben des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) nicht besetzen, 6000 mehr als 2005. Gerade Mittelständler, die nicht wie Porsche oder BMW mit tollen Endprodukten werben können, haben bei der Suche nach Nachwuchs oft das Nachsehen. 70 Prozent der Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern fehlen derzeit Einsteiger mit technischem Abschluss. Für die deutsche Volkswirtschaft eine immer bedrohlichere Situation. Fehlende Fachkräfte führen dazu, dass weniger Aufträge angenommen und weniger Produkte entwickelt werden können. Das bedeutet automatisch weniger Wachstum.

Für Absolventen eines technischen Studiengangs ist der Mangel dagegen eine gute Nachricht. Sie müssen kaum um eine angemessene Anstellung bangen. Im Durchschnitt haben 90 Prozent der Uni- und FH-Absolventen innerhalb eines Jahres einen Arbeitsvertrag in der Tasche. Ihre Einstiegsgehälter bewegen sich in der Oberklasse. So verdient ein Ingenieur als Trainee nach einer Statistik der Online-Jobbörse Monster im Durchschnitt 34 000 Euro, als fest Angestellter bereits 42 500 Euro.

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