Wahl des Studienfaches Krise treibt Erstsemester in Studiengänge für Ingenieure

Der von der Wirtschaft befürchtete „Schweinezyklus“ bei der Ausbildung von Ingenieuren samt einem geschäftsschädigenden Mangel an Spezialisten im nächsten Aufschwung ist nicht unausweichlich – womöglich führt die tiefe Krise sogar zu einem Zuwachs an Studenten in den Ingenieur- und Naturwissenschaftlern
In der Krise könnten die Ingenieurswissenschaften stärker nachgefragt werden. Quelle: dpa

In der Krise könnten die Ingenieurswissenschaften stärker nachgefragt werden.

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BERLIN. „Keinen Grund zur Panik“, sieht jedenfalls der Chef des Hochschulinformationssystems HIS, Martin Leitner: „Ein wirtschaftlicher Einbruch kann die Lust am Studieren auch steigern“, sagte der renommierte Studienforscher dem Handelsblatt. Die in Hannover angesiedelte HIS GmbH erforscht seit Jahrzehnten für Länder und Hochschulen das Verhalten des akademischen Nachwuchses.

In der Wirtschaft wächst derzeit die Sorge, dass mit der Krise und den zurückgehenden Einstellungen auch von Ingenieuren sich das zuletzt leicht gewachsene Interesse des Nachwuchses an diesen Mangelfächern wieder verflüchtigt. So warnte etwa der Präsident der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (Acatech), BMW-Aufsichtsratschef Joachim Milberg, bereits vor einer „gefährlichen Abwärtsspirale“.

Milberg, die Verbände der Automobilindustrie und der Maschinenbauer sowie Bundesbildungsministerin Annette Schavan forderten die Unternehmen daher trotz Umsatzeinbrüchen zu einer stetigen Einstellungspolitik auf, damit sich der berüchtigte „Schweinezyklus“ der 90er-Jahre nicht wiederhole. Die damalige „Ingenieurschwemme“ – so die landläufige Lesart – schreckte den Nachwuchs ab, so dass Ingenieure im folgenden Aufschwung zur Mangelware wurden und bis heute blieben.

Leitner glaubt jedoch, dass diesmal „junge Leute, gerade weil sie schlecht einen Arbeitsplatz finden, die Zeit nutzen und an die Hochschulen drängen“ und dort die vergleichsweise aussichtsreicheren Ingenieurfächer wählen.

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