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Wie die FH Münster gezielt um Drittmittel wirbt Mit Forschung Geld verdienen

Zwischen Wissenschaft und Praxis liegen manchmal Welten. Gerade für die Hochschulen können die unterschiedlichen Sichtweisen aber zu einem Problem werden. Da sie in Zeiten klammer öffentlicher Kassen einen Teil ihrer Forschung über so genannte Drittmittel finanzieren müssen, sind sie auf Kooperationen mit der Wirtschaft angewiesen.
  • Patrick Mönnighoff (Handelsblatt)

HB DÜSSELDORF. Auch in eigener Sache hat die Fachhochschule Münster daher vor zwei Jahren das vom Land Nordrhein-Westfalen unterstützte Programm „Science Marketing“ gestartet, das sich mit der gezielten Vermarktung von Forschungskompetenzen beschäftigt.

Koordiniert wird die Arbeit der Projektgruppe von Professor Thomas Baaken, der als erster Marketingexperte zum Prorektor für Forschungsaufgaben an einer deutschen Hochschule berufen wurde. „Wir haben uns am Anfang die Frage gestellt, wer Forschung nachfragt und was die potenziellen Kunden erwarten“, erklärt Baaken die Grundidee. Danach wurde überprüft, wie gut die beiden Seiten bislang kooperieren. Sein Urteil: „Die Zusammenarbeit zwischen Anbietern und Abnehmer ist oftmals alles andere als optimal.“

Dabei profitieren beide Seiten von einer Partnerschaft. Für Unternehmen wird es immer wichtiger, Technologieführer zu sein. Neue Ideen und Technologien werden aber oftmals in den Hochschulen entwickelt. Diese werden wiederum nicht nur finanziell unterstützt, sondern können auch auf praktische Erfahrungen der Konzerne zurückgreifen.

Daher hat auch die Fachhochschule Münster schon vor einiger Zeit damit begonnen, die Zusammenarbeit mit Unternehmen auszuweiten. „Entscheidend ist es dabei, sich frühzeitig zusammenzusetzen“, sagt Baaken. Sein Credo: „Frage deinen Kunden nach seinen Wünschen und entwickle genau das, was er möchte.“

Einige Unternehmensvertreter haben daraufhin das Angebot des Professors angenommen und sitzen inzwischen in Forschungsausschüssen der Hochschule. Eine Initiative mit Erfolg: Die Fachhochschule Münster erwirtschaftet mittlerweile mehr als 23 Prozent ihres Budgets über Drittmittel. Im Durchschnitt aller Hochschulen in Deutschland liegt der Wert nur bei unter zehn Prozent.

Auch für die Studenten, die sich mit Diplomarbeiten an den Projekten beteiligen, lohnt sich das Engagement. „Viele bekommen schon während des Studiums wichtige Kontakte mit Unternehmen, die sich bei der Jobsuche auszahlen“, sagt Baaken.

Insgesamt sind 9 000 Studenten an der Fachhochschule Münster eingeschrieben. Bei der wirtschaftswissenschaftlichen Ausbildung setzt die Hochschule auf Internationalität. So werden neben der reinen Betriebswirtschaftslehre auch Studiengänge mit dem Fokus auf Lateinamerika, Großbritannien, Frankreich und Spanien angeboten.

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