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Rezension Martin Wehrle „Es lebe die Unzufriedenheit!“

Mit dem Ellenbogen im Haifischbecken Karriere machen: Das kennen wir. Wie man „anständig“ nach oben kommt und warum es gut ist, stets ein bisschen unzufrieden zu sein, zeigt der Karrierecoach Wehrle in seinem neuen Buch.
16.04.2013 - 07:37 Uhr 3 Kommentare
Die US-Schauspielerin und Hollywood-Diva Elizabeth Taylor war x-Mal verheiratet und schielte irgendwann nicht mehr auf eine Goldene Hochzeit, sondern nur auf das Haltbarkeitsdatum eines Joghurts. Quelle: DAVIDS

Die US-Schauspielerin und Hollywood-Diva Elizabeth Taylor war x-Mal verheiratet und schielte irgendwann nicht mehr auf eine Goldene Hochzeit, sondern nur auf das Haltbarkeitsdatum eines Joghurts.

(Foto: DAVIDS)

Düsseldorf Es braucht 60 Minuten und 69 Seiten, bis man der ewigen Schönheit Elizabeth Taylor begegnet. Mit ihr beginnt das beste und nachhaltigste Kapitel aus „Anständig Karriere Machen“, dem neuen Buch von Deutschlands renommiertestem Karrierecoach und Bestsellerautor (u.a. „Ich arbeite in einem Irrenhaus“) Martin Wehrle.

„Ich bin zufrieden, wenn meine nächste Ehe die Haltbarkeit von Joghurt überdauert“, wird die Hollywood-Diva dort zitiert und in ihren Worten steckt die Quintessenz allen Karrierestrebens. Nämlich: Erfolg ist nur wertvoll, wenn man ihn auch genießen kann. Und das gelingt nur dann, wenn man die Latte des Erfolgs nicht in den Himmel hängt. Denn „Erfolg“ ist letztlich ein ganz persönliches Empfinden, das nur mit subjektiven Maßstäben und nichts mit objektiven Fakten zu tun hat.

Also liegt es an uns, die eigene Leistung angemessen zu würdigen und auch Teilerfolge im Lebenslauf nicht mit Versagen zu verwechseln. Wehrle: „Wer die Latte auf 2,20 legt, aber nur 2 Meter springt, fühlt sich als Versager. Läge die Latte dagegen auf 1,90 Meter, käme ihm derselbe Sprung als beachtlicher Erfolg vor – so wie Liz Taylor bei ihrer x-ten Ehe nicht auf eine Goldene Hochzeit, sondern nur auf das Haltbarkeitsdatum eines Joghurts schielte.“

Nur zwei Kapitel weiter überzeugt der Coach, der in der Nähe von Hamburg lebt, mit seinem kleinen Plädoyer für die Unzufriedenheit, das auch gut ganz am Anfang der 238 Seiten hätte stehen können. Weil es zeigt, dass Zufriedenheit wie ein Schaukelstuhl ist, der uns einschläfern lässt. „Wir würden heute noch in Höhlen hocken, mit den Händen essen, den Kaiser bejubeln oder mit der Pferdekutsche durchs Land holpern, wären wir damit vollkommen zufrieden gewesen“, so Wehrle.

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    Und er hat Recht, wenn er schreibt, ein gewisses Maß an Unzufriedenheit, eine Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit Entwicklungen vorantreibt und uns zu Spitzenleistungen motiviert. Nur wer mit seiner Leistung nicht vollkommen zufrieden ist, bleibt wach und lernfähig und entwickelt sich täglich weiter.

    Unzufriedenheit steht also immer auch am Anfang der nächsten Stufe auf der Karriereleiter. Das ist gut und richtig so, denn jeder der unzufrieden ist, sollte zunächst herausfinden, welche Wünsche dahinter stehen – und diese Wünsche auch verwirklichen. Aber, das rät der Coach, nie ohne sich rechtzeitig neue und größere Ziele zu stecken, „damit ein gewisses Maß an Unzufriedenheit nachwachsen kann“, schreibt Wehrle. „Dieser feine Stachel kann Sie und Ihr Berufsleben in Bewegung bringen.“

    Allein im Haifischbecken?
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    3 Kommentare zu "Rezension Martin Wehrle: „Es lebe die Unzufriedenheit!“"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Wie heisst es so schön:

      Plus ça change, plus c'est la même chose!

      je mehr sich etwas ändert, je mehr es dasselbe bleibt!

      Zitat von Paul Watzlawick

    • Die Welt ist voller Berater und Coaches, die den "Menschen mit der Schaufel in der Hand" erklären, wie die Schaufel richtig gehalten werden sollte.

      Herr Wehrle scheint ein guter Beobachter zu sein, doch ich verstehe einfach nicht, dass er und seine Beraterkollegen ihre Wissen und Erfahrung richtig umsetzen. Warum ist er nicht eine Führungskraft von 100 oder 1000 Leuten? Mir kommt es eher vor, dass es nur ums Geldverdienen bei solchen Büchern geht.

    • "Weil es zeigt, dass Zufriedenheit wie ein Schaukelstuhl ist, der uns einschläfern lässt. „Wir würden heute noch in Höhlen hocken, mit den Händen essen, den Kaiser bejubeln oder mit der Pferdekutsche durchs Land holpern, wären wir damit vollkommen zufrieden gewesen“, so Wehrle."

      Hahaha... was ist denn heute schon gross anders ??
      90% aller Deutschen leben in einem Karton, bejubeln die "Kanzlerin oder Kanzler" und "kutschieren" mit Ihrem liebsten Kinde, dem Auto, durch die Gegend...

      Wo sind denn die wahren Innovationen die die Menscheheit vorran bringen?
      Und mit voran meine ich den Kurswechsel, der die Menscheit von Ihrerm Weg zur Selbstvernichtung abbringt!

      Vergisst es! Der Mensch ist und bleibt ein Primat! Und das wird er bleiben bis er sich selbst ausgerottet hat!
      Die "Nachfrage" an solcher Artikel beweist es!

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