Serie: Netzwerken in der Krise – Teil 4: Politische Netzwerke: Diese Verbindungen nützen der Karriere der Abgeordneten
CDU-Chef Armin Laschet, Wehrbeauftragte Eva Högl (SPD) und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (v.l.): Hilfreiche Netzwerke im politischen Berlin.
Foto: HandelsblattBerlin. Der Geheimbund wurde bei einer guten Flasche Whisky über den Wolken gegründet. Auf einem Nachtflug von Caracas nach Santiago de Chile schmiedeten zwölf junge konservative Männer einen Pakt. Der Männerbund schwor sich, die CDU Helmut Kohls zu modernisieren. Alle Mitglieder strebten in hohe politische Ämter und versprachen sich, niemals gegeneinander anzutreten.
Als der „Andenpakt“ rund 25 Jahre später publik wurde, hatte sich die politische Seilschaft für die Mitglieder ausgezahlt. Peter Müller und Christian Wulff waren Ministerpräsidenten, viele andere Mitglieder ebenfalls in Führungspositionen.
Der Andenpakt gilt als mächtigstes politisches Netzwerk der vergangenen Jahrzehnte. Der Pakt war einzigartig, weil er so lange geheim blieb. Und weil es einen vergleichbaren Geheimzirkel seitdem nicht wieder gab.
Obwohl in der Politik gute Beziehungen so wichtig sind wie fast nirgendwo sonst, gibt es im politischen Berlin keine echten Karrierenetzwerke, zumindest keine, die bekannt wären. Zwar haben sich in den Parteien unzählige WhatsApp-Gruppen gebildet, aber ob und wie stark dort tatsächlich die eigene Karriere vorangebracht wird, lässt sich nur schwer sagen.