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AACSB-Manager Tim Mescon „Deutsche Business-Schools müssen noch internationaler werden“

Der Europa-Chef der US-Akkreditierungsagentur AACSB, Tim Mescon, sieht noch Luft nach oben für deutsche Business-Schools.
20.10.2017 - 12:31 Uhr Kommentieren
„Fantastische Tradition in Deutschland.“ Quelle: Pressefoto
Tim Mescon

„Fantastische Tradition in Deutschland.“

(Foto: Pressefoto)

Seit mehr als 100 Jahren bewertet die US-Akkreditierungsagentur AACSB die Qualität von Business-Schools. Etwa fünf Prozent der weltweit rund 13.000 Hochschulen erfüllen die strengen Kriterien. Unter den deutschen Anbietern war die Mannheim Business-School im Jahr 2010 die erste, die eine Akkreditierung erhielt. Im Juli 2017 qualifizierte sich auch die Business-School der TU München. Mescon ist Vizechef der AACSB und leitet das Europageschäft.

Herr Mescon, was zeichnet für Sie deutsche Business-Schools aus?
Die Hochschulbildung hat eine fantastische Tradition in Deutschland, die größten Stärken deutscher Hochschulen sind sicher der starke Fokus auf Forschung und das Interesse, einen intellektuellen Beitrag zu leisten. Bei Business-Schools muss das aber zur Mission passen. Viele haben hervorragende Verbindungen zur Industrie oder in die Politik. Das stärkt die Hochschule und den Einfluss, den die Lehrenden haben können.

Die Akkreditierung bei der AACSB ist aufwendig, im Schnitt dauert der Prozess mehr als vier Jahre. Was haben deutsche Business-Schools davon?
Jeder Anbieter ist nur so gut wie sein Umfeld. Unser Netzwerk umfasst die besten Business-Schools der Welt. Akkreditierte Hochschulen werden sofort Teil dieses Netzwerks. Wir bestehen zudem darauf, dass Bewerber viel Zeit investieren, ihre Vision, Mission und Werte zu bestimmen, also: Was macht diese Business-School im Vergleich zu anderen aus? Das ist ein wichtiger Prozess für die Schulen und bringt ihnen am Ende sehr viel.

Welche Standards müssen die Hochschulen erfüllen?
Wir haben unseren Anforderungskatalog gerade von 21 auf 15 Kriterien reduziert, nach dem Motto: „Weniger ist mehr“. Ein Drittel befasst sich mit der Lehre und der Fakultät, weitere fünf Standards mit allem, was im Hörsaal stattfindet. Wir fordern Bewerber auf zu messen, ob sie das, was sie versprechen, auch wirklich bieten. Sonst muss sich etwas ändern. Deshalb dauert der Prozess so lange.

Im MBA-Markt ist es entscheidend, eine gute Position in den wichtigen Rankings zu erreichen. Hilft die Akkreditierung dabei?
Wir machen selbst natürlich keine Rankings, aber bei manchen dieser Untersuchungen ist eine Akkreditierung sogar Voraussetzung für eine Aufnahme, da sie für eine bestimmte Qualität spricht. Immerhin sind 95 Prozent der Top-100-Business-Schools bei uns akkreditiert, auch die besten deutschen Schulen übrigens. Ich bin davon überzeugt, dass deren Erfolg im Ranking auch mit der Akkreditierung zu tun hat. Zudem motiviert ihr Erfolg andere Business-Schools, sich akkreditieren zu lassen.

Derzeit haben nur zehn deutsche Business-Schools die AACSB-Akkreditierung. Wo sehen Sie hierzulande noch Nachholbedarf?
Die wenigen bei uns akkreditierten deutschen Hochschulen sind sehr international aufgestellt und bieten auf Master-Level Kurse in englischer Sprache an. Sie ziehen Studierende aus der ganzen Welt an, was sich auch bei den Dozenten widerspiegelt. Das ist allerdings erst an sehr wenigen deutschen Business-Schools der Fall. Hier muss etwas passieren, wenn deutsche Hochschulen auch international stärker wahrgenommen werden wollen.

Herr Mescon, danke für das Gespräch.

Alle Teile der Serie „Ratgeber MBA“:

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