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Adidas-Konkurrent Erfolgreiche Frauen in den Chefetagen: Eine Chilenin prägt Puma

Maria Valdes hat gerade die wichtige Sportmode-Sparte des fränkischen Sportkonzerns übernommen. Ihr Anspruch: weltweite Trends setzen.
04.12.2020 - 14:08 Uhr Kommentieren
Maria Valdes hat gerade die Sportmode-Sparte von Puma übernommen. Quelle: Puma
Maria Valdes

Maria Valdes hat gerade die Sportmode-Sparte von Puma übernommen.

(Foto: Puma)

Herzogenaurach Es kommt nicht so häufig vor, dass eine Chilenin in Übersee Karriere macht. So veröffentlichte die chilenische Zeitung „El Mercurio“ ein Bild von Maria Valdes ganz oben auf der Titelseite, als die 35-Jährige im Oktober zur Chefin der sogenannten Sportstyle-Division von Puma aufstieg.

Die Betriebswirtin hat ihre Heimat zwar schon fürs Studium verlassen und lebt seither in Europa. Den prominenten Platz auf Seite eins empfand die Managerin dennoch als große Auszeichnung – und als Beweis, dass sie den richtigen Weg eingeschlagen hat.

Im Sportkonzern Puma besetzt Valdes jetzt eine Schlüsselposition: Die Sportmode ist der umsatzstärkste Bereich des im MDax notierten Unternehmens. Die Frau mit dem schulterlangen, schwarzen Haar hat ihren neuen Job in einer herausfordernden Zeit angetreten: Immer wieder muss die Marke wegen der Corona-Pandemie Läden schließen, vor allem im wichtigen Weihnachtsgeschäft. Ihr neues, 160-köpfiges Team kann sie in der Krise nur virtuell führen, denn es ist über die ganze Welt verstreut.

Valdes schreckt das nicht. Im Gegenteil, sie gehört zu einer Generation aufstrebender Frauen, die gerade in die Chefetagen der Sportkonzerne einzieht. Es sind Frauen, die mit ihren Jobs eine ganze Branche maßgeblich beeinflussen möchten. Valdes jedenfalls will den Wettbewerbern immer einen Schritt voraus sein: „Es ist unser Anspruch, die Trends selbst zu setzen“, betont die Managerin.

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    Zwar führt keine einzige Frau einen der großen Turnschuhhersteller. Aber immer mehr haben Schlüsselpositionen inne. Der Puma-Konkurrent Adidas hat gerade mit Carla Murphy eine Frau zur Chefin der Outdoor-Sparte ernannt. Im Januar tritt zudem Amanda Rajkumar an, im Vorstand der Marke mit den drei Streifen künftig zuständig fürs Personal.

    Beim Marktführer Nike sind seit dem Sommer zwei Frauen jeweils für die Männer- und die Damenkollektionen zuständig. Zudem führen in dem Unternehmen Frauen inzwischen drei der vier Regionen weltweit. Und damit nicht genug: Von den sechs Positionen im Nike-Vorstand besetzen drei Frauen.

    Bei Puma ist im dreiköpfigen Vorstand schon seit vorigem Jahr die Französin Ann-Laure Descours für die Beschaffung zuständig. Seit dem Herbst leitet darüber hinaus die Slowenin Nina Graf-Vlachy, 38, das Geschäft im deutschsprachigen Raum.

    Die Französin ist im Vorstand von Puma für die Beschaffung zuständig. Sie wohnt und arbeitet in Hongkong.
    Anne-Laure Descours

    Die Französin ist im Vorstand von Puma für die Beschaffung zuständig. Sie wohnt und arbeitet in Hongkong.

    Obgleich Valdes vom anderen Ende der Welt kommt: Es war gar nicht so unwahrscheinlich, dass sie eines Tages im fränkischen Herzogenaurach landen würde, der Heimat von Puma und Adidas. „Ich wollte schon immer etwas mit Sport und Business machen“, sagt sie. Valdes begann ihre Karriere nach dem Studium in Paris beim französischen Kosmetikkonzern L’Oréal.

    Anschließend wechselte sie zum Modefilialisten Zara nach Spanien. Vor zehn Jahren fing sie schließlich bei Puma an und war dort zuletzt für das Geschäft mit Sneakern zuständig.

    Sport war schon immer ein wichtiger Teil ihres Lebens. In der Jugend spielte sie Handball. Dabei lernte sie auch ihren Mann kennen, einen Handballprofi, der seit Jahren in Diensten europäischer Klubs steht und auch der Nationalmannschaft von Chile angehört.

    „Es ist großartig, dass wir diese wichtige Position intern besetzen konnten”, sagt Puma-Chef Bjørn Gulden. Die Chilenin berichtet künftig direkt an den Norweger. Allerdings setzt der ehemalige Profifußballer auch große Hoffnungen in sie. Denn Gulden hat den Investoren - bevor das Virus die Welt in Angst und Schrecken versetzte - über die nächsten Jahre hinweg kräftiges Wachstum versprochen. Normalisiert sich das Leben, will der 55-Jährige so schnell wie möglich an das Ziel anschließen.

    In Amerika sind die allermeisten Geschäfte von Puma geöffnet. In Europa hingegen war zuletzt die Hälfe der Shops wegen Corona geschlossen. Quelle: Bloomberg
    Puma-Laden in New York

    In Amerika sind die allermeisten Geschäfte von Puma geöffnet. In Europa hingegen war zuletzt die Hälfe der Shops wegen Corona geschlossen.

    (Foto: Bloomberg)

    Ehrgeizig ist Valdes allemal. „Ich hasse es zu verlieren“, sagt sie über sich selbst. Zuletzt lag sie mit Puma jedenfalls vor dem Lokalrivalen Adidas. Der Umsatz von Adidas schrumpfte leicht im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr, der deutlich kleinere Wettbewerber Puma legte währungsbereinigt dagegen um 13 Prozent zu. Puma steigerte auch den Gewinn um 13 Prozent. Beim Dax-Konzern Adidas dagegen blieb unterm Strich gut zehn Prozent weniger übrig.

    Valdes will im Geschäft mit der Sportmode künftig mehr auf die Bedürfnisse der Kundschaft vor Ort eingehen: „Wir nehmen stärker als früher lokale Einflüsse auf“, sagt sie. Puma wird damit häufiger auf Designer aus den einzelnen Regionen zurückgreifen und auch auf einheimische, sogenannte Influencer.

    In der fränkischen Provinz fühlt sich Valdes inzwischen zu Hause. Sie arbeite gerne in der ländlichen Gegend vor den Toren von Nürnberg, sagt sie. Nach Chile will sie jedenfalls nicht mehr: „Die Welt ist voller Möglichkeiten, und ich freue mich darauf, die erst mal zu entdecken.“

    Einmal im Jahr auf Urlaub in die alte Heimat, das wäre allerdings schon schön. Nur muss der sonst übliche Trip in den südamerikanischen Sommer dieses Jahr an Weihnachten coronabedingt ausfallen.
    Mehr: „Die Hälfte der eigenen Läden ist zu“: Für Puma-Chef Gulden ist 2020 ein verlorenes Jahr.

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