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Anastasia Biefang

Lange Zeit galt die Bundeswehr als Männerbund. Bis 2001 waren Homo- und Transsexualität sogar ein Hindernis, Zeit- oder Berufssoldat zu werden. Inzwischen hat sich dies fundamental geändert.

(Foto: Bundeswehr)

Anastasia Biefang im Mindshift-Podcast Transsexuelle Kommandeurin: „Ich habe nie über einen Plan B nachgedacht“

Die Offizierin ist erste transsexuelle Bataillonskommandeurin. Im Mindshift-Podcast spricht sie über Offenheit und Diversität in der Bundeswehr.
11.12.2019 - 09:55 Uhr Kommentieren

Bonn Anastasia Biefang hat es bei der Bundeswehr nach oben geschafft. Sie ist Bundeswehroffizierin – aber nicht irgendeine, sondern die erste transsexuelle Bataillonskommandeurin. Ihr Dienstort befindet sich in Storkow südöstlich von Berlin.

Zuständig ist Biefang, Jahrgang 1974, für insgesamt 700 Soldatinnen und Soldaten aus dem Informationstechnik-Bataillon 381. Vereinfacht gesagt ist das die Telekomabteilung der Bundeswehr und stellt beispielsweise in Einsatzgebieten sicher, dass E-Mails verschickt, Daten sicher ausgetauscht und Telefonate geführt werden können.

Die Bundeswehr galt lange Zeit als heterosexueller Männerbund. Bis 2001 waren Homo- und Transsexualität sogar ein Hindernis, Zeit- oder Berufssoldat zu werden. Ebenfalls erst seit 2001 sind alle Laufbahnen bei der Bundeswehr auch für Frauen geöffnet.

Anastasia Biefang spricht in der neuen Folge von Handelsblatt Mindshift darüber, wie aus Marc, der in Krefeld geboren und in einem kleinen NRW-Dorf aufgewachsen ist, Oberstleutnant Anastasia wurde. Sie berichtet, wie ihr Vorgesetzter reagiert hat, als sie ihm mitteilte, dass sie künftig als Frau angesprochen werden möchte.

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    „Er war kurz sichtlich überfordert oder überrascht oder überfahren. Aber das Wesentliche, das mir in Erinnerung bleibt, ist, dass er einfach gesagt hat: 'Ich weiß nicht wo die Reise hingeht, aber das schaffen wir'“, erinnert sich Biefang.

    Zuständig für insgesamt 700 Soldatinnen und Soldaten aus dem Informationstechnik-Bataillon 381. Quelle: Bundeswehr
    Anastasia Biefang

    Zuständig für insgesamt 700 Soldatinnen und Soldaten aus dem Informationstechnik-Bataillon 381.

    (Foto: Bundeswehr)

    Einen alternativen Karriereplan gab es damals für sie nicht nicht: „Ich habe nie über einen Plan B nachgedacht. Was ist denn realistisch betrachtet der Plan B? Es gibt ja keinen! Der Plan B wäre zu sagen, ich entscheide mich gegen meine Identität und das ist ja nicht durchführbar. Das war für mich gar keine Option.“

    Für die Geschlechtsangleichung entschied sie sich vor zwei Jahren. Sie geht seit ihrem Outing im Jahr 2015 bewusst an die Öffentlichkeit – inzwischen gibt es sogar einen Kinofilm über ihr Leben. „Ich bin einfach ehrlich und ich verstecke mich nicht und ich verleugne auch nichts oder lasse etwas aus. Zu meinem Leben gehört auch meine Ehe und zu meiner Ehe gehört meine Ehefrau“, sagt Biefang selbstbewusst.

    Sie ergänzt: „Wenn wir weiter gegen Transphobie ankämpfen wollen, dann müssen wir auch sichtbar sein und den Kopf raus stecken. Ich habe entschlossen, das gerne zu machen.“

    Was hat sie dazu bewogen, sich auf die Dreharbeiten zu „Ich bin Anastasia“ einzulassen? Wie viel Hohn und Spott muss Anastasia Biefang in Internetforen und in sozialen Netzwerken ertragen? Die Antwort hören Sie in der neuen Podcast-Folge.

    Regelmäßig befindet sich Anastasia auch im Auslandseinsatz in Afghanistan – ein Staat, in dem für gleichgeschlechtlichen Sex die Todesstrafe verhängt werden kann. Wie offen Biefang dort mit ihrer Geschichte umgeht, erzählt Sie im Gespräch.

    Das war die zweite Staffel

    Wir gehen jetzt in die Winterpause und sind im neuen Jahr wieder mit frischen und spannenden Folgen von Handelsblatt Mindshift für Sie da. Wenn Ihnen die zweite Staffel gefallen hat, hinterlassen Sie uns doch gerne mit iTunes, Spotify, Deezer oder wo auch immer Sie diesen Podcast hören, eine Bewertung.

    Unser Partner von Handelsblatt Mindshift

    Wenn Sie nach dem Hören Lust auf noch mehr Denkanstöße haben und vielleicht auch selbst aktiv werden wollen, möchten wir Ihnen das Leader.In-Netzwerk ans Herz legen – unser Partner für diese Podcast-Staffel. Vor fünf Jahren haben Deloitte, der BDI und das Handelsblatt Leader.In ins Leben gerufen, um in einem Netzwerk Menschen und verschiedene Perspektiven rund um die Themen Diversity und Leadership zusammenzubringen. Schauen Sie gerne auf www.leaderin.de vorbei oder besuchen Sie uns in der Leader.In-Linkedin-Gruppe.

    Mehr: Outing im Job - „Es gibt die schwulen Dax-Vorstände“: Matthias Weber vertritt die Interessen schwuler Führungskräfte. Ein Gespräch über das Outing als Top-Manager, tägliche Versteckspiele und verschenktes Potenzial.

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