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Beliebter Arbeitsmarkt

Deutschland ist ins Visier internationaler Top-Talente geraten.

Arbeitsmärkte-Studie Darum wollen alle so gern in Deutschland arbeiten

Deutschland ist für internationale Talente das zweitbeliebteste Arbeitsland der Welt. Absteiger ist der frühere Vorreiter Großbritannien.
27.06.2018 - 09:35 Uhr Kommentieren

Bonn Deutschland ist zum Arbeiten weltweit beliebter denn je und landet im Ländervergleich auf Rang zwei – lediglich in die USA zieht es noch mehr Arbeitnehmer. Das zeigt die gemeinsame Studie „Decoding Global Talent“ von Stepstone, der Boston Consulting Group (BCG) und The Network, für die rund 366.000 Arbeitnehmer in 197 Ländern befragt wurden, und die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt.

In einer vergleichbaren Studie aus dem Jahr 2014 hatte Deutschland noch den vierten Platz belegt. Die Attraktivität Deutschlands zieht sich durch alle Berufsgruppen. Fachkräfte aus Ländern wie Dänemark, Polen, Rumänien und Spanien würden Deutschland nun dem früheren Vorreiter Großbritannien vorziehen, das vom zweiten auf den fünften Platz gefallen ist. Für Fachkräfte in Europa und Zentralasien liegt Deutschland sogar auf Rang eins.

„Deutschland wird als Arbeitsplatz für internationale Talente immer beliebter. Die wirtschaftliche Stärke und die guten Arbeitsbedingungen sind weltweit bekannt“, sagt Sebastian Dettmers, Geschäftsführer bei der Jobbörse Stepstone.

Länder, aus denen Talente nach Deutschland wechseln würden (2018)

  1. Bosnien-Herzegowina
  2. Albanien
  3. Iran
  4. Marokko
  5. Tunesien
  6. Serbien
  7. Mexiko
  8. Türkei
  9. Kroatien
  10. Ghana
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Standort erkennen

    Vor allem in China hat sich der Blick auf die beiden größten europäischen Wirtschaftsnationen geändert. Während Deutschland einen Platz gut gemacht hat (Rang fünf), ist Großbritannien von Platz eins auf acht gerutscht.

    „Deutschland entwickelt sich zu einem echten Magneten für internationale Talente”, sagt Rainer Strack, Experte für Human Resources bei BCG. „Nicht nur im Gesamtranking steht Deutschland auf dem zweiten Platz, sondern auch bei Arbeitnehmern unter 30, Master-Absolventen und Promovierten sowie Digitalexperten. Um diese Talente reißt sich die ganze Welt.

    Nach den USA und Deutschland liegt Kanada im Länder-Ranking auf Platz drei, gefolgt von Australien, das von Rang sieben auf vier steigt. Spanien, das auf Großbritannien (5) auf dem sechsten Platz folgt, hat im Vergleich zu 2014 zwei Plätze gutgemacht. Die Schweiz, die hinter Frankreich (/) auf Platz acht steht, ist drei Plätze abgerutscht. Hinter Italien (9) schafft es auch Japan (Rang 10) in die Top Ten der beliebtesten Arbeitsmärkte der Welt.

    Städte-Ranking: Berlin auf Rang 3, London bleibt Spitzenreiter

    Neben Deutschland als Land hat auch Berlin als Stadt an Attraktivität gewonnen und klettert im Städte-Ranking von Rang sechs auf drei. „Obwohl die großen deutschen Unternehmen gar nicht hier angesiedelt sind, machen die blühende Startup-Szene und zunehmende Internationalität die Stadt Berlin zu einem weltweit beliebten Arbeitsstandort“, sagt Stepstone Geschäftsführer Sebastian Dettmers.

    London belegt unter den Städten erneut den ersten Platz. „Zwar verliert Großbritannien im Zuge des Brexits an Beliebtheit, London bleibt aber als globale Marke nach wie vor sehr attraktiv “, so Dettmers.

    Nach London ist New York der zweitbeliebteste Arbeitsstandort der Welt und liegt damit vor Aufsteiger Berlin. Weitere Gewinner im Städte-Ranking sind auf den nachfolgenden Rängen Barcelona (+3 Plätze), Amsterdam (+ 11), Dubai (+5) und Los Angeles (+5). Zu den Verlierern zählen Paris (Rang 8) und Sydney (Rang 9), die jeweils um fünf Plätze abrutschen. Tokio klettert 3 Plätze nach oben und schafft es im weltweiten Städtevergleich auf Platz 10.

    Die zehn wichtigsten Jobfaktoren für Befragte in Deutschland

    1. Wertschätzung der eigenen Arbeit
    2. Gutes Verhältnis zu Kollegen
    3. Interessante Arbeitsinhalte
    4. Gute Work-Life-Balance
    5. Gutes Verhältnis zu Vorgesetzten
    6. Gehalt
    7. Wunsch nach Herausforderung
    8. Möglichkeit, etwas zu bewirken
    9. Weiterbildungs- und Trainingsangebot
    10. Karriere-Möglichkeiten

    Ein anderes Bild ergibt sich, wenn man analysiert, welche Länder bei den Deutschen als Arbeitsmärkte besonders beliebt sind. „Deutsche Arbeitnehmer gehen am liebsten in die USA, die Schweiz oder nach Großbritannien. Generell arbeiten die Deutschen heute lieber im Ausland als noch vor vier Jahren, sind aber immer noch zurückhaltender als viele vergleichbare Nationen“, so BCG-Senior Partner Rainer Strack.

    Während hierzulande die generelle Bereitschaft, im Ausland zu arbeiten, von 44 auf 55 Prozent gestiegen ist, liegt sie etwa in Großbritannien heute über 62 Prozent und in Frankreich sogar über 69 Prozent.

    Besonders Wert legen deutsche Arbeitnehmer bei der Jobsuche auf Aspekte wie Wertschätzung, eine gute Beziehung zu Kollegen und Vorgesetzten, interessante Aufgaben und eine faire Work-Life-Balance. Bezahlung und Jobsicherheit sind hingegen weniger wichtig. „Deutschen Arbeitnehmern geht es stärker als ihren internationalen Kollegen darum, etwas zu bewirken und einen spannenden, herausfordernden Job zu haben“, sagt Stepstone-Geschäftsführer Sebastian Dettmers.

    Fachkräftemangel: Mobilität in Zentraleuropa lässt nach

    Trotz des hervorragenden Abschneidens im Ranking der beliebtesten Arbeitsstandorte muss sich Deutschland künftig noch stärker im Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte bewähren. „In einigen europäischen Ländern, die wirtschaftlich zunehmend an Stärke gewinnen, hat die Bereitschaft nachgelassen, im Ausland zu arbeiten. Darunter auch Länder, aus denen traditionell viele Fachkräfte nach Deutschland kommen, wie etwa Polen, Rumänien, Ungarn und Kroatien“, erklärt Rainer Strack von BCG.

    „Aus diesen Ländern kommen etwa viele Pflegefachkräfte oder IT-Spezialisten nach Deutschland. Wenn sich dieser Trend fortsetzt, könnten Deutschland künftig dringend benötigte Fachkräfte fehlen.“

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