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Beyond Gender Agenda Telekom-Chef Höttges ist Mr. Diversity: „Vielfalt macht kreativer, toleranter, offener, erfolgreicher“

Die Initiative „Beyond Gender Agenda“ verleiht ihren ersten Award. Vorbilder und Strategien sollen helfen, die Führungsetagen der deutschen Wirtschaft vielfältiger zu machen.
18.11.2020 - 14:55 Uhr Kommentieren
„Vielfalt macht uns kreativer, toleranter, offener und erfolgreicher.“ Quelle: German Diversity Award
Timotheus Hoettges

„Vielfalt macht uns kreativer, toleranter, offener und erfolgreicher.“

(Foto: German Diversity Award)

Düsseldorf Die erst im Januar 2020 gegründete Initiative Beyond Gender Agenda, die sich für mehr Vielfalt in den deutschen Führungsetagen einsetzt, hat erstmalig den German Diversity Award verliehen. Als Personality of the Year wurde Timotheus Höttges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom, ausgezeichnet.

„Tim Höttges hat in seinem Konzern nicht nur eine umfassende Diversitätsstrategie etabliert, er setzt sich dafür auch persönlich ein. So hat er das Thema Diversität etwa explizit in seiner Rede auf der diesjährigen Hauptversammlung angesprochen“, erklärt Victoria Wagner, Gründerin und CEO von Beyond Gender Agenda. Die Initiative ist offizieller Partner der The Shift Initiative der Handelsblatt Media Group.

Der Topmanager Höttges selbst zeigte sich hocherfreut über die Auszeichnung: „Vielfalt macht uns kreativer, toleranter, offener und erfolgreicher. Darum ist es wichtig, dass wirklich alle dieselben Chancen haben. Dazu müssen wir unsere – manchmal unbewussten – Scheren im Kopf überwinden. Der German Diversity Award hilft, die Aufmerksamkeit darauf zu lenken.“

Auf der digitalen Preisverleihung am Mittwoch wurden insgesamt neun Topmanager ausgezeichnet. Die vom Künstler Thomas Schönauer entworfenen Trophäen bestehen aus zwei sich gegenüberstehenden Flügeln in einer Netzstruktur aus Karbonfasern. Über acht der neun Kategorien entschied eine Jury.

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    „Company of the Year“ in puncto Diversität darf sich ab sofort der Telekommunikationskonzern Vodafone nennen. Bettina Karsch, Geschäftsführerin Personal, die den Preis entgegennahm, erklärte: „Vodafone Deutschland steht geschäftlich betrachtet sehr viel besser da als noch vor fünf Jahren – und ich bin mir sicher, dass das auch auf unserer in den Führungsetagen gestiegenen Diversität beruht.

    Diversität muss Teil der Gesamtstrategie und im Topmanagement verankert sein.“ Seit diesem Jahr sei Diversität deshalb auch Bestandteil der Ziele aller Vodafone-Geschäftsführer. Damit sei es auch relevant für deren erfolgsorientierte Gesamtvergütung.

    Der Preis, der erstmalig verliehen wurde, erfreute sich großer Resonanz. Beim Online-Voting für die Kategorie Audience Award wurden innerhalb von 15 Tagen rund 17.000 Stimmen für die fünf Shortlistkandidaten abgegeben. Diese Kategorie konnte Tina Müller, CEO Douglas, für sich entscheiden.

    Die Douglas-Chefin gewann die Kategorie Audience Award. Quelle: Marcus Simaitis
    Tina Müller

    Die Douglas-Chefin gewann die Kategorie Audience Award.

    (Foto: Marcus Simaitis)

    „Ich freue mich riesig über diese Auszeichnung. Das Thema Diversität begleitet mich schon seit vielen Jahren – und spätestens seitdem ich bei Douglas CEO bin, stelle ich mich meiner Verantwortung und befördere bei gleicher Qualifikation die Frauen statt die Männer, wie es jahrzehntelang die gängige Praxis war in Deutschland“, sagt Tina Müller und weiter: „Ich war viele Jahre lang im Topmanagement als Frau die Exotin. Diese Zeiten gehören hoffentlich bald der Vergangenheit an.“

    Den diesjährigen Ehrenpreis von Beyond Gender Agenda erhielt Dorothee Bär. Die Staatsministerin für Digitalisierung im Bundeskanzleramt setzt sich persönlich und öffentlichkeitswirksam für Diversität und gegen Diskriminierung ein. Zuletzt beeindruckte sie die Jury mit ihrem Austritt aus der Ludwig-Erhard-Stiftung. Sie verließ diese aus Protest gegen deren Vorsitzenden Roland Tichy, der sich ihres Erachtens sexistisch geäußert hatte.

    Victoria Wagner, die Gründerin der neuen Diversitäts-Initiative, die viele Jahre selbst als Unternehmerin erfolgreich war und sich nun auch mit eigenem Geld dafür einsetzt, dass die deutsche Wirtschaft vielfältiger wird, zeigte sich „überwältigt von dem großen Erfolg unseres ersten Awards“.

    Sowohl die Anzahl und Qualität der Nominierungen als auch die hohe Resonanz auf die Awards seien herausragend gewesen: „Ich bin davon überzeugt, dass wir es schaffen, Diversität als wirtschaftlichen Erfolgsfaktor in Deutschland weiter zu etablieren.“ Neben Beyond Gender Agenda setzt sich auch die Charta der Vielfalt für mehr Vielfalt in deutschen Führungsetagen ein. 25 von 30 Dax-Konzernen unterstützen diesen Verein.

    Mehr: „Diversität in deutschen Konzernen ist bisher ein reines Lippenbekenntnis.“

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