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Blockchain-Expertin Katharina Gehra „Ich habe eine nimmersatte Neugierde und den Drang, Dinge zu verstehen“

Die Blockchain-Expertin spricht über ihre Liebe zu Finanzen, digitales Leadership aus dem Homeoffice und ihre Strategie bei Gehaltsverhandlungen.
22.01.2021 - 11:31 Uhr Kommentieren
Aufsichtsrätin und Gründerin des Münchener Analysehaus Immutable Insight. Quelle: PR
Blockchain-Expertin Katharina Gehra

Aufsichtsrätin und Gründerin des Münchener Analysehaus Immutable Insight.

(Foto: PR)

Düsseldorf Als Kind wäre sie eigentlich gern Skilehrerin oder Zahnärztin geworden, aber Katharina Gehra liebt genauso komplexe Physik und Mathematik. Aus dieser Leidenschaft hat sie inzwischen ein Unternehmen gemacht und in München das Blockchain-Analysehaus Immutable Insight gegründet.

Was die 37-Jährige an der Finanzwelt fasziniert, ist Klarheit. „Finanzen sind daher eine Art, auf die Realität zu schauen, sie zu analysieren und daraus Entscheidungen abzuleiten“, erklärt die Blockchain-Expertin im Gespräch. Sich mit Zahlen gut auszukennen, ist auch ihr Ratschlag für die nächste Gehaltsverhandlung: „Know your numbers.“

Obwohl Katharina Gehra eine beeindruckende Vita hat, gibt es eine Sache, die sie aus Angst gemieden hat und nun bereut: „Mich in Harvard zum Studium beworben zu haben.“

Im Interview sprechen wir auch über eine Fehlentscheidung, die mit Apples iPhone zu tun hat, über digitales Leadership in Pandemiezeiten und darüber, wie sie ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in schwierigen Situationen unterstützt und selbst dabei einen kühlen Kopf bewahrt.

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    Frau Gehra, Sie kommen aus der Beratungs- und Bankenbranche – was hat Sie Mitte 2018 dazu gebracht, die Seiten zu wechseln und eine Blockchain-Analyse- und Beratungsfirma zu gründen?
    Mein Gestaltungswille und Neugierde haben mich von den schrittweise sterbenden Großbanken weggeführt. Blockchain ist die Zukunft und die einmalige Chance, in unserer Generation nicht nur bestehende Strukturen zu füllen, sondern neue Strukturen aufzubauen und neue Märkte zu entwickeln.

    Wir sprechen heute nicht über das Thema Blockchain, sondern über Ihren persönlichen Lebensweg. Woher kommt Ihre Begeisterung für Mathematik und Finanzen?
    Grundsätzlich schätze ich es, Sachverhalte zu quantifizieren und somit mehr Klarheit zu haben. Finanzen sind daher eine Art, auf die Realität zu schauen, sie zu analysieren und daraus Entscheidungen abzuleiten.

    Wissen Sie noch, was Sie werden wollten, als Sie klein waren?
    Im Winter Skilehrerin, im Sommer Zahnärztin.

    Wie können wir uns Ihren Alltag bei Immutable vorstellen?
    In einem Start-up gibt es nicht den klassischen Alltag. Da wir als „Remote only“-Firma gestartet sind, haben wir von Anfang an nur Homeoffice gemacht. Wir sprechen daher mehrmals täglich virtuell mit dem Team.

    Beschreiben Sie eine Arbeitssituation, in der Sie komplett im Flow und erfüllt sind? Was gibt Ihnen Energie im Arbeitsleben?
    Für mich ist das Entwickeln von neuen Analyseansätzen und das Einordnen unserer Ergebnisse für Kunden mit der spannendste Teil. Da übersetzen wir Daten in Wert für den Auftraggeber, und das macht viel Spaß.
    Grundsätzlich finde ich das Arbeiten mit intelligenten, unterschiedlichen Charakteren im engen Austausch spannend, weil ich dadurch ständig lerne. Ich habe eine nimmersatte Neugierde und den Drang, Dinge zu verstehen.

    Was frustriert Sie und ist Ihr persönlicher Produktivitätskiller?
    Routineaufgaben, die „man schon immer so gemacht hat“. Bürokratische Anforderungen, die aus meiner Sicht technisch längst besser lösbar sind.

    Gibt es etwas in Ihrem Leben, das Sie aus Angst gemieden haben und nun bereuen?
    Mich in Harvard zum Studium beworben zu haben.

    Wer ist Ihr persönliches Role Model und warum?
    Da gibt es mehrere, die mich positiv beeinflusst haben. Leider meist aber außerhalb von Deutschland. Ruth Porat (Anm.: Alphabets Finanzchefin) ist sicherlich ein professionelles Vorbild.

    Haben Sie ein persönliches Motto, das Sie antreibt und motiviert?
    „Happiness is a choice. You have every second of your life only once. Be the best version of yourself.“

    Was würden Ihre alten Kollegen/Ihr alter Chef sagen auf die Frage, was Sie auszeichnet?
    Schnelligkeit.

    ... was Sie besser können als alle anderen im Team?
    Selbstironie.

    ... was Ihnen schwerfällt?
    Hierarchien.

    Wenn ich mich bei Ihren Freunden erkundigen würde: Für welche alternativen Karriereoptionen wären Sie geeignet?
    Physikerin.

    Welches Tool ist bei der Arbeit für Sie unverzichtbar, und welche Apps haben Sie im täglichen Einsatz?
    Telefon. Apps: News, Podcast, Messaging.

    Inspirierende Newsletter, Podcasts oder Webseiten?
    Vor allem Youtube-Kanäle: David Rubensteins Interviews. TED Talks. Viele MOOCs (Anm.: Massive Open Online Course) amerikanischer Unis.

    Was waren Ihre wichtigsten drei (Arbeits-)Ergebnisse der letzten drei Jahre?
    Blockchainfonds I GmbH & Co KG Launch, Wachsen mit Immutable Insight, Podcast Block52.

    Auf welche Fehlentscheidung hätten Sie rückblickend gern verzichtet?
    Bei der Faszination des ersten iPhones nicht in Apple investiert zu haben.

    Bitte ergänzen Sie den Satz: Ich unterstütze meine Mitarbeiter (Nachwuchskräfte, Kollegen/-innen) in schwierigen Situationen, indem…
    ... ich zuhöre, von meinen eigenen Erfahrungen berichte, ihre Lösungsansätze mit ihnen reflektiere.

    Angenommen ein Kollege, eine Kollegin oder ein Mitarbeiter, eine Mitarbeiterin denkt oft: „Ich verdiene den Erfolg gar nicht“, „Ich bin gar nicht gut genug“, „Das schaffe ich nie“, „Andere sind um Welten besser als ich…“ – Was raten Sie?
    Das Buch „Lean in“ oder „Spiele mit der Macht“ lesen.

    Sie merken, dass Sie unglücklich sind in Ihrem Job. Was tun sie?
    Prüfen, woran das Gefühl liegt. Prüfen, ob es sich lohnt, dafür zu kämpfen.

    Ein Satz, den eine gute Führungskraft niemals sagen würde?
    „Ich mag dich nicht besonders.“

    Was braucht (digitales) Leadership in Pandemiezeiten?
    Vor allem nicht: gemeinsames Jammern über Technik und dass es persönlich viel besser ist ...

    Bitte ergänzen Sie den Satz: Anderen Chefs würde ich gern sagen, …
    ... bewusst alle zu Wort kommen lassen!

    Her mit dem Geld: Ihr Ratschlag an andere Frauen für Gehaltsverhandlungen?
    Know your numbers.

    Verbündete und Mentoren finde ich, indem ...
    ... ich nicht darauf warte, dass mich jemand auf wundersame Weise findet. Sondern: suchen, ansprechen und dranbleiben.

    Umgekehrt gefragt: Was macht aus Ihrer Sicht einen guten Mentor, eine gute Mentorin aus?
    Jemand, der zwar erfahrener, aber nicht weniger neugierig ist.

    Der größte Benefit, den Sie bisher aus einem Ihrer Netzwerke gezogen haben?
    Ratgeber, die einen so sehr schätzen, dass sie ungefiltert ehrlich sind.

    In den nächsten drei Jahren: Was wollen Sie lernen, was Sie heute noch nicht können?
    Verkaufen.

    Was tun Sie für Ihre Gesundheit?
    Ganz viel: Sport, Meditation, Ernährung, Schlaf. Beispielsweise Boxen zum Abreagieren, lange Spaziergänge zum Entspannen.

    Wie schalten Sie abends ab, und wann gehen Sie ins Bett?
    Puh, ich habe schon viel versucht. Bin eine Frühaufsteherin – im Zweifel lieber so, dass ich noch früher aufstehen kann.

    Frau Gehra, ich danke Ihnen für das Interview.

    Mehr: Gastkommentar Katharina Gehra – Entscheidungsträger sollten den Facebook-Coin ernst nehmen.

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