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Freiberufler Was IT-Freelancer in Deutschland trotz Corona verdienen

Freelancer und Selbstständige hat die Coronakrise besonders schwer getroffen. Ein Einbruch des Stundensatzes blieb aber aus. Wo jetzt am besten gezahlt wird.
21.07.2020 - 04:17 Uhr Kommentieren
Trotz Corona bleiben die Stundensätze für IT-Experten stabil bei 94 Euro, so eine aktuelle Untersuchung des Portals Freelancermap.
Selbstständige Arbeit

Trotz Corona bleiben die Stundensätze für IT-Experten stabil bei 94 Euro, so eine aktuelle Untersuchung des Portals Freelancermap.

Bonn Der Bedarf an IT-Experten ist in den vergangenen Jahren rasant gestiegen. Oft können Selbstständige dank eines Fachkräftemangels in speziellen Branchen in diesem Bereich sogar weitaus besser verdienen als Vollzeitbeschäftigte. Vor allem Agenturen und Start-ups greifen gerne auf selbstständige Experten, sogenannte Freelancer, zurück, wenn sie Hilfe bei einem Projekt brauchen.

Doch die Coronakrise hat derzeit auch die Freelancer-Branche fest im Griff, wie eine aktuelle Marktstudie des Portals Freelancermap zeigt, die dem Handelsblatt vorab vorliegt. Darin befragte das Nürnberger Unternehmen bereits zum fünften Mal in Folge selbstständige IT- und Engineering-Experten zu ihrer finanziellen Situation, Auftragslage und Demografie sowie dem Berufsbild an sich.

Knackte der erhobene Stundensatz vor dem Ausruf der Pandemie durch die WHO noch erstmalig die 94-Euro-Marke, tendierte er ab Mitte März wieder nach unten. Die Ergebnisse der Befragung von 1856 Freelancern zeigen aber auch, dass sie trotzdem ihre Stundensätze stabil auf Vorjahresniveau halten können.

„Ohne die Krise hätten wir vermutlich erneut einen gestiegenen durchschnittlichen Stundensatz vermelden können“, erklärt Thomas Maas, CEO von Freelancermap. Das Unternehmen ist eine der populären Projektplattformen, auf denen Firmen Aufträge ausschreiben, die Freelancer dann annehmen können. Zurzeit sind dort laut eigenen Angaben insgesamt über 200.000 Nutzer registriert. Andere beliebte Portale sind Simplyhired, Upwork, 99designs oder Fiverr.

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    „Während der Corona-Pandemie wurden Nutzen und Möglichkeiten der Digitalisierung allen Wirtschaftszweigen deutlich vor Augen gehalten. Dies bietet Freelancern die einmalige Chance, Digitalisierung zukünftig stärker zu nutzen, falls die Rahmenbedingungen stimmen“, kommentiert Michael Rotert vom Eco-Verband der Internetwirtschaft die Marktstudie.

    Grundsätzlich kann sich knapp die Hälfte aller Festangestellten in Deutschland vorstellen, als Freiberufler zu arbeiten. Das ist ein zentrales Ergebnis einer Studie, die das Forsa-Institut 2019 durchgeführt hat. Die Zahl der Selbstständigen in Deutschland beläuft sich laut Bundesagentur für Arbeit auf über vier Millionen (Stand 2018). Ihr Anteil an allen Erwerbstätigen lag in den vergangenen 20 Jahren relativ konstant zwischen zehn und elf Prozent. Da viele verschiedene Zählweisen existieren, ist die Festlegung auf eine konkrete Zahl schwierig.

    Andere Untersuchungen rechnen noch mit Personen, die einen sogenannten freien Beruf etwa als Hebamme, Steuerberater, Architekt oder Journalist ausüben und keine Gewerbesteuer bezahlen müssen. Laut Statistischem Bundesamt waren das 2019 mehr als 1,4 Millionen Menschen.

    Frauen verdienen noch weniger als ihre männlichen Kollegen

    Setzten Freelancer im deutschsprachigen Raum (DACH) vor Corona noch einen durchschnittlichen Stundensatz von 94,57 Euro an, so sank dieser Wert mit Voranschreiten der geschäftlichen Auswirkungen vom 11. März bis 31. Mai auf 93,82 Euro, wobei sich aufs Gesamtjahr betrachtet ein Stundensatz von 94,28 Euro ergibt. Die Prognose zum Stundensatz aus der Marktstudie „Freelancer-Kompass“ 2019 betrug 96,38 Euro für das aktuelle Jahr und wurde damit deutlich verfehlt.

    Gewachsen ist indes der Gender Pay Gap in diesem Jahr auf neun Euro, denn Frauen verdienen nur noch durchschnittlich 86 Euro pro Stunde (im Vorjahr: 88 Euro), Männer hingegen 95 Euro (wie auch im Vorjahr).

    Auch bei der Auftrags- und Finanzlage zeigen sich deutliche Änderungen: Stand es um die Auftragslage vor März noch gut, gehen nun 51 Prozent der Freelancer von einer schlechteren Auftragslage für den Rest des Jahres aus. Ähnlich verhält es sich mit der wirtschaftlichen Lage. Vor der Pandemie gaben mehr als zwei Drittel der Teilnehmer an, eine gute bis sehr gute finanzielle Situation zu haben (69 Prozent), mittlerweile bewertet die Hälfte der Freelancer die Lage als neutral, schlecht oder sehr schlecht (52 Prozent).

    Bis zu 129 Euro pro Stunde: Saarland, NRW und Hessen Spitze – Schweizer in anderer Liga

    Trotz gedämpfter Stimmung: Am besten verdienen im deutschlandweiten Vergleich die Freelancer aus dem Saarland. Hier liegt der durchschnittliche Stundensatz bei 98 Euro, es folgen Nordrhein-Westfalen und Hessen (je 96 Euro). Die Freelancer aus der Hauptstadt Berlin erzielen 94 Euro – weit abgeschlagen sind hingegen Freelancer aus Mecklenburg-Vorpommern. Mit 80 Euro erhalten sie fast 20 Euro weniger als die saarländischen Bestverdiener.

    Im Durchschnitt lassen sich deutsche Freelancer 93 Euro, österreichische 91 Euro pro Stunde bezahlen. Schweizer Selbstständige spielen hingegen in einer ganz anderen Liga und verdienen mit einem Stundensatz von 129 Euro über 30 Euro pro 60 Minuten mehr.

    Die komplette Marktstudie finden Sie hier kostenlos zum Download: Freelancer-Kompass 2020.

    Mehr: Zahl der Existenzgründungen steigt erstmals seit fünf Jahren.

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