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Gastbeitrag Was ich der neuen Digitalministerin Dorothee Bär gerne sagen möchte

Ich war gerade auf dem Mobile World Congress. Nun bin ich etwas ernüchtert, wie „modern“ es in Deutschland in Sachen Digitalisierung zugeht. Ein Brief an Dorothee Bär.
  • Franziska von Lewinski
16.03.2018 - 17:34 Uhr Kommentieren
Die gelernte Bauingenieurin ist seit 2014 im Vorstand der fischerAppelt AG für das Ressort Digital und Innovationen zuständig. Quelle: fischerAppelt
Franziska von Lewinski

Die gelernte Bauingenieurin ist seit 2014 im Vorstand der fischerAppelt AG für das Ressort Digital und Innovationen zuständig.

(Foto: fischerAppelt)

Liebe Frau Bär,

ich freue mich, dass Sie das neue Gesicht sind, das Digitalisierung in Deutschland vorantreiben soll. Weil Sie das Thema leidenschaftlich vertreten und ihm Gewicht verleihen, egal, wie man sich gerade darüber empört oder zu anderen Positionen steht. Mir liegt sehr am Herzen, dass es endlich weitergeht und Deutschland die Chancen der Digitalisierung nicht verstreichen lässt.

Ihre berühmten Flugtaxis waren das Trending-Topic auf Twitter, das ist doch ein guter Anfang. Endlich gibt es eine breitere Debatte und wir sollten loslegen, statt aufeinander rumzuhacken. Schauen wir nach Neuseeland oder zur SXSW nach Austin, scheint der Einsatz von Flugtaxis doch nicht so fern, wie einige vermuten. Ich finde es toll, dass Sie visionäre Konzepte aufgreifen und sich davon inspirieren lassen. Denn egal, ob diese aus heutiger Perspektive sinnvoll oder realistisch sind: Wer aufhört zu träumen, braucht mit Veränderung gar nicht erst anzufangen!

Um zu sehen, wie Digitalisierung zum Nutzen aller gestaltet werden kann, braucht man gar nicht zu träumen, sondern einfach nur nach Barcelona zu fliegen. Von dort komme ich gerade mit frischen Eindrücken vom „Mobile World Congress“ zurück.

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    In Katalonien gibt es eine Innovationspolitik, die Früchte trägt. Selbstfahrende U-Bahnen, offene Daten für alle Bürger, Initiativen für smarte Drohnen, Digitalthemen in der Schule und an den Hochschulen. Mit dieser Politik wird die Stadt offener, transparenter und partizipativer. Man setzt auf Open Source und einen Mix aus kleinen und großen Firmen, die in der Stadt tätig sind und die Digitalisierungsprojekte der lokalen Regierung umsetzen. So stärkt man die lokale Wirtschaft.

    Von der Straße in den Himmel
    Forschung am fliegenden Auto
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    Weltweit arbeitet ein Dutzend Unternehmen an Flugauto-Konzepten.

    (Foto: AP)
    Airbus Vahana
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    Das Lufttaxi-Konzept von Airbus erinnert an ein Cockpit auf Kufen mit Propellern vorne und hinten.

    (Foto: AP)
    Airbus Vahana
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    Gemeinsamkeit der meisten Flugauto-Konzepte: Die Fluggeräte starten und landen senkrecht wie Hubschrauber.

    (Foto: AP)
    Lufttaxi S2
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    Das „S2“ von Joby Aviation in Kalifornien sieht aus wie ein herkömmliches Flugzeug. Ein Dutzend Rotoren sorgt für den Antrieb.

    (Foto: AP)
    Lufttaxi S2
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    Die Illustration von Joby Aviation zeigt die Idee hinter der Entwicklung: Statt auf verstopften Straßen im Stau zu stehen, sollen sich Menschen in Lufttaxis künftig zur Arbeit befördern lassen.

    (Foto: AP)
    Flugauto Cormorant
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    Der Cormorant des israelischen Herstellers Urban Aeronautics erinnert tatsächlich noch ein wenig an ein Auto. Getestet wurde der Hightech-Kormoran...

    (Foto: AP)
    Cormorant im Testflug
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    ...im vergangenen Jahr im israelischen Megiddo.

    (Foto: AP)

    Hinter diesen Erfolgen steckt Francesca Bria, Digital Innovation Officer von Barcelona. Sie sagt: „Unsere Smart City ist nicht technologiegetrieben. Wir fragen: Wie sieht eine lebenswerte Stadt aus? Und: Wie können die Menschen selbst darüber bestimmen, wie sie leben wollen? Technologie ist nur dazu da, um das zu unterstützen.“

    Sicher, eine Metropole zu digitalisieren, ist das eine, ein ganzes Land etwas anderes. Dennoch gelten für den Erfolg die gleichen Prinzipien: offener Austausch und Kollaboration. Die große Frage, die sich damit stellt: Wer gestaltet mit und wer steht daneben? Wie gestalten wir unsere digitale Zukunft?

    Dieser Diskurs darf nicht nur zwischen Wirtschaft und der Politik geführt werden, sondern zusammen mit den Bürgern. Denn eigentlich ist alles möglich. Sie wollen Jugendliche mit in diesen Diskurs einbinden. Das ist eine sehr gute Idee, wenn man darauf achtet, dass diese aus allen Teilen der Bevölkerung kommen, nicht nur aus der engagierten Elite. Und hoffentlich inspirieren Sie vor allem auch junge Mädchen, sich stärker als bisher mit Technologie auseinanderzusetzen.

    Ich wünsche mir, dass Sie die nötige Durchschlagskraft entwickeln, um eine Digitalisierungsstrategie zu entwerfen und umzusetzen, die alle Menschen in unserem Land einbindet, ohne dabei eine endlose Diskussion zu führen. Nicht als Superministerin, sondern als Strippenzieherin zwischen allen Beteiligten. Digital ist ein Querschnittsthema und betrifft sehr viele Bereiche in Deutschland.

    Viel Zeit haben wir nicht mehr. Wir müssen schnell handeln. Für die digitale Community bedeutet das: Mitarbeiten statt spotten. Meine Unterstützung haben Sie. Vielleicht fliegen wir dann zusammen in vier Jahren auch mit einem Lufttaxi nach Barcelona.

    Mit herzlichen Grüßen
    Franziska von Lewinski

    Über die Autorin

    Franziska von Lewinski ist seit 2014 im Vorstand der fischerAppelt AG für das Ressort Digital und Innovationen zuständig. Außerdem hat sie die Geschäftsführung der zum Konzern gehörenden Digitalagenturen „Fork Unstable Media“ und „Die Krieger des Lichts“ übernommen. Zuvor war die gelernte Bauingenieurin Geschäftsführerin bei dem Online-Marketing-Unternehmen Interone, bei dem sie 2010 auch CEO wurde. Franziska von Lewinski verfügt über große Erfahrung in den Bereichen Digitales Marketing, E-Commerce, Cross- und Multi-Kanal-Kommunikation und Verbraucherverhalten. Sie betreute Kunden wie BMW, Hilti, O2 und Unilever und verantwortet zusammen mit Merck die globale Curiosity-Kampagne des Wissenschafts- und Technologieunternehmens.

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