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Jim Weber im Interview Brooks-Chef: „Haben Sie den Mut, sich zu verändern, wenn es nötig ist“

Der Chef des US-Sportschuhherstellers erklärt, warum sich die Firma auf das Laufen konzentriert und was ihm Eigentümer Warren Buffett rät.
24.02.2020 - 13:02 Uhr Kommentieren
Der Manager will sportliche Menschen auf der ganzen Welt mit seiner Marke überzeugen. Quelle: Carina Kontio
Brooks-Chef Jim Weber

Der Manager will sportliche Menschen auf der ganzen Welt mit seiner Marke überzeugen.

(Foto: Carina Kontio)

Amsterdam Als Jim Weber 2001 den Chefposten des Sportschuhherstellers Brooks in Seattle übernahm, schlossen die Mitarbeiter Wetten darauf ab, wie lange er es wohl aushalten würde. Die Bank drohte gerade damit, dem krisengeschüttelten Unternehmen kein Geld mehr zu geben. Vier Chefs waren in kürzester Zeit verschlissen worden.

Was nicht gerade nach den besten Bedingungen für den ersten Arbeitstag klingt, spornte den damals knapp 40-jährigen Manager umso mehr an. Weber, der in St. Paul im US-Bundesstaat Minnesota mit fünf Geschwistern aufgewachsen ist, liebt Herausforderungen.

Mit Mut zum Risiko hat Weber Brooks in den letzten 19 Jahren aus der Krise geführt. Innerhalb weniger Jahre schaffte er den Turnaround, dünnte das Produktportfolio um die Hälfte aus und richtete den Fokus alleine auf den Laufsport.

Brooks startete 1914 mit Badeschuhen. 1921 kamen Baseballschuhe dazu. Anfang der 1970er-Jahre produzierte die Firma sogar kurzzeitig Laufschuhe für Nike. Doch dann gelangte die Marke 2011 zusammen mit anderen Marken unter der Muttergesellschaft Fruit of the Loom in den Besitz von Warren Buffett.

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    Jim Weber bewunderte die Investorenlegende bereits, als er noch an der Elite-Wirtschaftsuniversität Tuck School of Business studierte. Regelrecht verschlungen hatte der junge Hockeyspieler die jährlichen Investorenbriefe des „Orakels von Omaha“. Da Brooks im Gegensatz zu Adidas, Nike und Asics nicht börsennotiert ist, berichtet Jim Weber heute regelmäßig direkt an Buffett und seinen Fonds Berkshire Hathaway.

    Seit Jim Weber CEO bei Brooks ist, wächst das Unternehmen von Jahr zu Jahr. Zwischen 2009 und 2019 stieg der Umsatz von 191 Millionen auf 670 Millionen Dollar. Für das laufende Jahr 2020 peilt Weber ein weltweites Umsatzwachstum von 20 Prozent an.

    Am Rande eines Events in Amsterdam sprach Jim Brooks im Interview über seine Strategie, seine Motivation und die Frage, welche Dinge er gerne lieber schon gewusst hätte, bevor er den Chefsessel der beinahe bankrotten Firma 2001 übernommen hat.

    Lesen Sie hier das Interview mit Brooks-Chef Jim Weber

    Herr Weber, angenommen, Sie hätten 60 Sekunden Zeit für einen Pitch vor einem eingefleischten Nike- oder Adidas-Fan: Was würden Sie sagen, um ihn oder sie davon zu überzeugen, die Laufmarke zu wechseln?
    Wir bieten ein erstklassiges Produkt, bei dem sich sowohl das Design als auch die Technologie zuerst nach den Wünschen und Bedürfnissen der Läufer richten. Unser Fokus liegt komplett auf großen und kleinen Details, die das Lauferlebnis Kilometer für Kilometer, Meile um Meile, verbessern. Daran arbeiten wir Tag für Tag. Einen Brooks-Laufschuh oder Running-Bra kauft man sich nicht als Anfänger, sondern dann, wenn man bereits gewisse Ansprüche an sein Material hat. Und unser Anspruch ist es, die beste Laufausrüstung der Welt herzustellen, und ich glaube, meistens gelingt uns das auch.

    Sie übernahmen Ihren Chefsessel im Jahr 2001, als Brooks fast bankrott war. Können Sie die interessanteste Geschichte erzählen, die Ihnen seit Beginn Ihrer Karriere in der Firma passiert ist?
    Damals drohte uns die Bank gleich zweimal damit, den Kredit zu kündigen und uns ohne Geld alleine zu lassen. Die interessanteste Geschichte? Als unser bester Kunde behauptete, die Strategie „Run only“, sich also nur auf den Laufsport zu konzentrieren, würde niemals funktionieren...

    Was sind Ihre „fünf Dinge, die ich lieber gewusst hätte, bevor ich angefangen habe“ und warum?
    Fünf Stück sind eine ganze Menge! Wissen Sie, ein Unternehmen zu führen ist, wie eine Mauer aus Ziegelsteinen zu bewegen: man muss sie alle gleichzeitig bewegen, sonst fallen Sie immer wieder zurück. Es gibt viele Möglichkeiten, zu scheitern. Vor allem ist eine Strategie, die nicht ausgeführt wird, eine Halluzination. Und bei der Umsetzung müssen Sie bedenken, dass es immer um Menschen geht.

    Der Eigentümer vom Brooks, Warren Buffet, lässt CEO Jim Weber viele Freiheiten - mit Erfolg. Quelle: Carina Kontio
    Warren Buffett hat das Business im Blick

    Der Eigentümer vom Brooks, Warren Buffet, lässt CEO Jim Weber viele Freiheiten - mit Erfolg.

    (Foto: Carina Kontio)

    Die Zukunft der Arbeit ist ein Thema, das uns alle betrifft. Was sollte man dafür tun, um seine Karriere zukunftssicher zu machen?
    Entwickeln Sie ein großflächiges Radar für Ihre Kunden und für Veränderungen, die sich auf Ihr Geschäft auswirken. Und: Haben Sie immer den Mut, sich zu verändern, wenn es nötig ist.

    Basierend auf den zukünftigen Trends in der Laufbranche: Wenn Sie eine Million Dollar hätten, in was würden Sie investieren?
    In die Brooks Running Company! (lacht) Weil Laufen eine großartige Sportart ist, die weltweit mehr als 150 Millionen Menschen motiviert und zu einem fitteren Lebensstil inspiriert.

    Nach welchem Prinzip oder Wert haben Sie Ihre berufliche Karriere ausgerichtet?
    Benjamin Disraelis „The secret of success is constancy of purpose“. (deutsch: Das Geheimnis von Erfolg liegt in der Beständigkeit der Absicht).

    Was ist Ihrer Meinung nach die wichtigste Erfolgsgewohnheit oder Erfolgsmentalität ist?
    Einen eigenen Standpunkt zu haben – das größte Risiko, das Sie eingehen können, ist, zu sehr nach einer anderen Marke auszusehen. Also haben Sie den Mut, Sie selbst zu sein.

    Der beste Ratschlag, den Sie von Warren Buffett erhalten haben?
    Der Kunde steht immer im Mittelpunkt.

    Was zählt für Sie mehr: kulturelle Werte oder Strategie?
    Um langfristig erfolgreich zu sein, braucht man natürlich beides. Mit der Zeit ist es vor allem die Kultur, die die strategische Differenzierung treibt und so für einen Wettbewerbsvorteil sorgt.

    Herr Weber, vielen Dank für das Interview.

    Mehr: Sportschuhhersteller Brooks greift mit Karbon-Schuhen an

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