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Kommentar Wer mit Vielfalt nur seinen Ruf verbessern will, sollte gar nicht erst anfangen

Viele Unternehmen haben Diversity nicht verstanden. Deswegen geht es häufig nur um Frauen. Das liegt auch an den Vorgaben aus der Politik.
06.05.2020 - 11:23 Uhr Kommentieren
Bei Diversity geht es oft nur um Frauen. Wo bleibt die Vielfalt in der Vielfalt? Quelle: AP
Frauen in unterschiedlichen Berufen

Bei Diversity geht es oft nur um Frauen. Wo bleibt die Vielfalt in der Vielfalt?

(Foto: AP)

Positive Vielfalt – so würden viele Managerinnen und Manager Diversity erklären. In der Forschung hat Diversity allerdings eine abstraktere Definition ohne Wertung: „Ungleichheit in einer Gruppe“. Ungleich ist eine Gruppe schon, wenn sie aus einem Mann und einer Frau besteht. Das nennt Frauenministerin Franziska Giffey dann schon Gleichberechtigung.

Seit fünf Jahren gilt eine fixe Geschlechterquote für Aufsichtsräte; für Vorstände müssen Firmen zumindest Zielgrößen festlegen. Die Regeln will Giffey dieses Jahr noch verschärfen und hat jüngst einen Gesetzentwurf entwickelt: In Vorständen börsennotierter und paritätisch mitbestimmter Unternehmen mit mehr als drei Personen soll mindestens eine Frau sitzen. Es drohen außerdem Sanktionen, wenn sie ihre eigenen Ziele nicht einhalten. Zwar ist das Papier aktuell nicht einmal im Kabinett angekommen, aber es hat Symbolcharakter, denn es beinhaltet nur Ideen für Frauenförderung. Dadurch wird die Vielfalt der Vielfalt nicht deutlich.

Es ist naheliegend, dass sich Firmen darauf beschränken und sich dann schon als Diversity-Verfechter feiern. In einer Handelsblatt-Umfrage zum Thema unter den 30 Dax-Unternehmen antworteten viele mit Floskeln zu Frauen in Führungspositionen. Darum geht es aber nicht, nicht nur.

Vielfalt – somit auch Gleichberechtigung – meint weitaus mehr: eine Mischung aus jungen und alten Menschen aus verschiedenen Ländern und mit unterschiedlichen Lebensläufen, aus Menschen verschiedener Geschlechter, sexueller Orientierungen und religiöser Überzeugungen und aus Menschen mit und ohne Behinderung.

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    Bei einigen der Dax 30 sind die Diversity-Verkündungen nur Imagepolitur. Der Frauenanteil im Vorstand liegt laut einer Studie der Allbright-Stiftung bei 14,7 Prozent. Noch schlimmer: Viele MDax- und SDax-Firmen wie Scout24, Deutsche Wohnen oder Sixt haben sich sogar ein Ziel von null Prozent Frauen im Vorstand gesetzt. Ganz zu schweigen von Plänen, etwa Menschen mit Behinderung zu (be)fördern.

    Während viele Diversity nicht verstanden haben, bemüht sich zum Beispiel die Deutsche Telekom mit ihrem Netzwerk „Magenta Pride“ für Menschen aller sexuellen Orientierungen. Jedes Unternehmen muss sich selbst überlegen, wo Diversity sinnvoll ist und wie es seine eigenen Ziele erreichen kann. Dabei reicht es nicht, „m/w/d“ (männlich/weiblich/divers) in die Stellenanzeige zu schreiben und somit auch Inter- oder Transsexuelle anzusprechen. Es müssen dann wenigstens geschlechterneutrale Toiletten her.

    2020 feiern wir fünf Jahre Frauenquote. Ich hoffe, dass wir 2025 eine Diversity-Quote feiern – und in weiteren fünf Jahren gar keine Quoten mehr nötig sind.

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