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Mindshift-Podcast Thomas Sattelberger: „Diese neurotische Fixierung auf die Frauenquote muss weg“

Der ehemalige Topmanager spricht im Podcast über scheinheilige Symbolpolitik, Schule im Corona-Chaos und darüber, wie er es schaffte, auf Tiktok zum Superstar zu werden.
11.12.2020 - 13:02 Uhr Kommentieren

Düsseldorf Thomas Sattelberger hat sich so vehement wie wohl kein Zweiter in Deutschland für Frauen in Führungspositionen eingesetzt. Und das schon zu einer Zeit, als man sich als Mann damit bei den Kollegen noch zotige Sprüche eingefangen hat und in der die Frauenquote für Vorstände und Aufsichtsräte von Kritikern gern mal als Hirngespinst von Feministinnen abgetan wurden.

Mit Sattelberger ist einer der profiliertesten deutschen Human-Resources-Manager zu Gast im Handelsblatt-Podcast Mindshift. Er ist der Erfinder der Telekom-Frauenquote, die er 2010 als Personalchef bei dem Bonner Dax-Konzern – nach Stationen bei Daimler und der Lufthansa – eingeführt hat.

Inzwischen, zehn Jahre später, sagt er: „Diese neurotische Fixierung auf die Frauenquote muss weg.“ Schließlich gehe es um viel mehr, wenn Deutschland wieder innovationsfähiger werden wolle. „Diversität ist eine unternehmerische Geisteshaltung“, erklärt er im Gespräch. „Da geht es nicht nur um die traditionellen Dimensionen alt, jung, Mann, Frau, sexuelle Orientierung, kultureller Hintergrund und so weiter. Es geht wirklich um das grundsätzliche Thema Diversity of Mind.“

Sattelberger hat selbst auch einen echten Mindshift hingelegt. Raus aus der Konzernwelt, rein in den Bundestag. Ruhestand ist für den 71-Jährigen ein Fremdwort. Seit drei Jahren sitzt der Schwabe für die FDP im Parlament – er ist damit der erste Topmanager mit einem Bundestagsmandat.

Seinen Themen und seinem Stil ist er auch in der Volksvertretung treu geblieben. Er ist ein eifriger Diversity-Verfechter, der gern polarisiert und kein Blatt vor den Mund nimmt. Von sich selbst sagt er in der neuen Podcast-Folge: „Zorn ist gut. Dann bin ich handlungsbereiter und lustiger.“

Richtig in Fahrt gerät Sattelberger auch bei seinem neuen Lieblingsthema, der Bildung. Dazu gab es gerade in diesem Jahr viel zu sagen. Schließlich hat sich das deutsche Bildungssystem in der Coronakrise nicht von seiner besten Seite gezeigt: weder digital noch kreativ noch eifrig.

„Wir müssen alles dafür tun, dass wir durch Diversität wieder innovationsfähiger werden.“ Thomas Sattelberger

Sattelberger selbst könnte gerade digitaler kaum unterwegs sein. „Ich fühle mich in Corona-Zeiten underchallenged. Es liegt ja wie Mehltau eine Müdigkeit über dem Land“, sagt er im Podcast. Dabei ist er selbst in fast allen gängigen sozialen Netzwerken aktiv. Auf der Teenieplattform Tiktok ist niemand erfolgreicher – knapp 100.000 junge Menschen folgen ihm. Seine mit Popsongs unterlegten Videos werden millionenfach aufgerufen.

Sattelberger erlebte im Jahr 2020 aber auch eine persönliche Krise. Im März erkrankte er an Covid-19. Im Interview spricht er darüber, wie er die Krankheit er- und überlebt hat, wieso er die neue Frauenquote für Symbolpolitik hält, ob das Corona-Schuljahr ein verlorenes ist und wie er es geschafft hat, als Ü-70 auf Tiktok einer der erfolgreichsten User zu werden.

Unser Partner von Handelsblatt Mindshift

Wenn Sie nach dem Hören Lust auf noch mehr Denkanstöße haben und vielleicht auch selbst aktiv werden wollen, möchten wir Ihnen die LinkedIn-Gruppe von The Shift ans Herz legen – die Diversity-Initiative der Handelsblatt Media Group und unser Partner für diese Podcast-Folge. Dort finden Sie nicht nur alles Wichtige über die Initiative, sondern auch Neuigkeiten, Interviews und Tipps rund um das Thema Diversity. Knüpfen Sie neue Kontakte, und tauschen Sie sich zu aktuellem Diskussionsstoff aus – wir freuen uns auf Sie.

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