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Rolemodel Ilijana Vavan „Das Leben ist zu kurz, um sich mit einem unglücklichen Job zu beschäftigen“

Als Europachefin steuerte die IT-Expertin Kaspersky durch eine Spionage-Krise. Im Interview spricht sie über Vorbilder, Kindheitsträume und Gehaltsverhandlungen.
13.03.2020 - 10:19 Uhr Kommentieren
Die gebürtige Jugoslawin schloss nach einigen Jahren als professionelle Eisschnellläuferin ihr Informatikstudium in den Niederladen ab. Quelle: Kaspersky
Ilijana Vavan

Die gebürtige Jugoslawin schloss nach einigen Jahren als professionelle Eisschnellläuferin ihr Informatikstudium in den Niederladen ab.

(Foto: Kaspersky)

Düsseldorf Während Frauen noch immer selten Karriere in der IT-Welt machen, ist Ilijana Vavan schon seit mehr als 20 Jahren in verschiedenen Top-Managementpositionen erfolgreich unterwegs. 2018 kehrte die international erfahrene Managerin als Europa-Chefin zum russischen Sicherheitsspezialisten Kaspersky zurück.

Sie war von 2010 bis 2012 schon einmal für Kaspersky tätig. Doch bei ihrem Neuanfang steckte das Virenschutz-Unternehmen gerade in einer schweren Imagekrise. Die Firma stand im Verdacht, dem russischen Geheimdienst nahezustehen. „Ich dachte mir: Jetzt erst recht; einfach kann ja jeder“, erzählte Vavan einmal im Interview mit der „Computerwoche.“ Trotzdem zog Ilijana Vavan Ende 2019 weiter. Ein neuer Job ist bereits in trockenen Tüchern, nur verraten will sie ihn noch nicht.

Vavan, die in ihrer Jugend Eisschnellläuferin im Leistungsbereich war, kommt von Oracle, wo sie als Senior Sales Director für das Geschäft mit Human Capital Management (HCM) zuständig war. Darüber hinaus arbeitete sie in verschiedenen Managementpositionen bei Juniper Networks, Kontron, Microsoft und Saba Software.

Aufgewachsen ist die Managerin im ehemaligen Jugoslawien, wo Frauen von der Regierung dabei unterstützt wurden, technische Berufe zu ergreifen. Schon als Kind liebte Vavan alles, was sich bewegte, blinkte und irgendwie Technik in sich hatte. Im Gespräch erzählt sie, was sie an Richard Branson fasziniert, wie sie sich fit hält und was sie rät, um bei Gehaltsverhandlungen erfolgreich zu sein.

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    Frau Vavan, wissen Sie noch, was Sie werden wollten, als Sie klein waren?
    Ja, ich war als Kind immer ganz begeistert von Science-Fiction-Filmen, wo Computer eine große Rolle spielten. Ich habe damals schon gewusst, dass das meine Liebe ist, und habe ich aus dieser Begeisterung für Computer mein Studium gemacht. Heute bin ich immer noch genau so verliebt in diese Technologie wie damals. Es ist doch unglaublich, was wir alles geschafft haben – von Drohnen und mobilen Technologien bis hin zu medizinischen Operationen, die aus der Ferne ausgeführt werden.

    Welche Hobbys hatten Sie in Ihrer Jugend? Worin waren Sie richtig gut?
    Ich war immer sehr sportlich und habe fast alle Sportarten betrieben. Skifahren und Eisschnelllaufen sind bei mir aber ganz nach vorne gerutscht, weil ich in der Zeit der Olympischen Spiele in Sarajevo aufgewachsen bin.

    Welche Hobbys haben Sie heute? Was begeistert Sie daran?
    Sporte mache ich noch immer gerne, Skifahren im Winter und Tennis, Laufen, Schwimmen und Fahrradfahren im Sommer. Ich wohne in München, also liebe ich es, in die Berge und die Natur zu gehen. Das ist ein guter Ausgleich zu meiner Arbeit, die sehr anstrengend ist. Ich genieße auch gutes Essen und besuche leidenschaftlich gerne mit meiner Familie und Freunden gute Restaurants auf der ganzen Welt.

    Was tun Sie für Ihre Gesundheit?
    Neben viel Bewegung achte ich vor allem auf eine gesunde Ernährung und ausreichend Nachtruhe. Plus Quality time mit meinen Freunden und der Familie.

    Gibt es etwas in Ihrem Leben, das Sie aus Angst gemieden haben, und es nun bereuen?
    Ich wollte gerne meine eigene Firma gründen, hatte aber immer Angst, dass ich es finanziell nicht schaffe. Jetzt weiß ich, dass ich es ohne Probleme hätte schaffen können.

    Wer ist Ihr persönliches Rolemodel und warum?
    Richard Branson. Weil er es trotz seiner Dyslexie (Lese- und Rechtschreibschwäche, Anm. d. Red.) geschafft hat, ein sehr erfolgreiches Unternehmen zu gründen. Er ist nett, gut zu seinen Mitarbeitern, treibt Sport, ist fit, lebt gesund und er schafft es, immer wieder das Unmögliche möglich zu machen.

    Haben Sie ein persönliches Motto, das Sie antreibt und motiviert?
    Always believe in yourself, nothing is impossible!

    Was würden Ihre alten Kollegen oder Ihr alter Chef sagen auf die Frage...
    ... was Sie auszeichnet?
    Ich bin durchsetzungsstark, überzeugend und habe Energie ohne Ende.

    ... was Sie besser können als alle anderen im Team?
    Vor großem Publikum reden und präsentieren.

    ... was Ihnen schwer fällt?
    Administration.

    Beschreiben Sie eine Arbeitssituation, in der Sie komplett im Flow und erfüllt sind? Was gibt Ihnen Energie im Arbeitsleben?
    Leute begeistern, motivieren, gemeinsam mit meinem Team eine schwere Aufgabe erfolgreich zu Ende bringen.

    Was frustriert Sie und ist Ihr persönlicher Produktivitätskiller?
    Wenn ich permanent von unwichtigen Sachen unterbrochen werde und zu viel Bürokratie.

    Wenn ich mich bei Ihren Freunden erkundigen würde: Für welche alternativen Karriereoptionen wären Sie geeignet?
    Profi-Sportlerin.

    Welches Tool ist bei der Arbeit für Sie unverzichtbar und welche Apps haben Sie im täglichen Einsatz?
    Mein Handy. Und im Einsatz sind bei mir E–Mail und Messenger-Apps wie WhatsApp. Ich benutze gerne auch andere Apps wie Lufthansa oder Booking.com

    Inspirierende Newsletter, Podcasts oder Webseiten?
    Harvard Business Review, diverse IT- und Business-Portale und natürlich lese ich auch das Handelsblatt.

    Was macht Sie stolz?
    Mein Sohn.

    Was waren Ihre wichtigsten drei (Arbeits-)Ergebnisse der letzten drei Jahre?
    Kaspersky aus den negativen Mediaberichten nehmen, mein Team erfolgreich machen sowie die Partnerschaft mit Eintracht Frankfurt schließen.

    Auf welche Fehlentscheidung hätten Sie rückblickend gerne verzichtet?
    Ich bin eine Weile in der HCM-Branche gewesen, aber es war mir zu langweilig. Es passte einfach nicht bei mir.

    Bitte ergänzen Sie den Satz: Ich unterstütze meine Mitarbeiter, Nachwuchskräfte, Kollegen, Kolleginnen in schwierigen Situationen, indem…
    ... ich versuche, meine Mitarbeiter zu coachen und sie selbständig zu machen. Indem ich ihnen immer einen Schritt weiter helfe. Damit sie lernen, keine Angst vor Fehlen zu haben und an sich selbst glauben.

    Angenommen eine Kollegin, ein Kollege oder eine Mitarbeiterin denkt oft: „Ich verdiene den Erfolg gar nicht“, „Ich bin gar nicht gut genug“, „Das schaffe ich nie“, „Andere sind um Welten besser als ich…“ – Was raten Sie?
    Zurück zu schauen auf die persönliche Erfolge, die man schon geschafft hat, obwohl sie in erster Instanz unmöglich schienen. Ich rate Leuten immer, sich auf die eigenen Stärken zu fokussieren, denn jeder von uns hat Qualitäten, die andere nicht haben. Diese muss man erkennen und sich drauf konzentrieren.

    Sie merken, dass Sie unglücklich sind in Ihrem Job. Was tun sie?
    Ich wechsele zu etwas anderem! Das Leben ist zu schön und zu kurz, um sich mit einem Job, der uns unglücklich macht, zu beschäftigen.

    Ein Satz, den eine gute Führungskraft niemals sagen würde?
    Jeder Satz, der beleidigend ist für Mitarbeiter oder andere Leute!

    Anderen Chefs würde ich gerne sagen, …?
    Take good care of your people and they will take good care of you.

    Her mit dem Geld: Ihr Ratschlag an andere Frauen für Gehaltsverhandlungen?
    Du bist mehr wert als du denkst.

    Verbündete und Mentoren finde ich, indem...
    ... ich mich in professionellen Kreisen bewege und netzwerke.

    Der größte Benefit, den Sie bisher aus einem Ihrer Netzwerke gezogen haben?
    Das Gefühl, dass ich für bestimmte Probleme nicht alleine verantwortlich bin.

    In den nächsten drei Jahren: Was wollen Sie lernen, was Sie heute noch nicht können?
    Russisch sprechen.

    Wie schalten Sie abends ab, und wann gehen Sie ins Bett?
    Etwas trinken und in Ruhe mit meinem Mann und meinem Sohn sprechen. Und dann versuche ich, vor 23 Uhr im Bett zu sein.

    Frau Vavan, vielen Dank für das Interview.

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