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Tipps für den Alltag Weniger Arbeit, mehr Freizeit – So gelingt die Work-Life-Balance

Bei der Arbeit wünschen sich viele Manager und Mitarbeiter mehr Raum für ihr Privatleben. Wie Sie Ihren Alltag sinnvoller und stressfreier gestalten können.
26.12.2019 - 16:32 Uhr Kommentieren
Vielen Menschen ist es wichtig, weniger zu arbeiten und mehr Zeit für Privates zu haben. Quelle: Cynthia Kittler für Handelsblatt
Auf seine eigene Zeit achten

Vielen Menschen ist es wichtig, weniger zu arbeiten und mehr Zeit für Privates zu haben.

(Foto: Cynthia Kittler für Handelsblatt)

Düsseldorf Nicht nur Vorsatz, sondern gesellschaftlicher Trend: Immer mehr Menschen wollen weniger arbeiten. Juristen, Zeitmanagement-Experten und Arbeitspsychologen geben Tipps, wie das ganz praktisch gelingen kann.

ARBEITSRECHT – Wege zu weniger Arbeit

1. Sabbatical

Eine Weltreise machen, sich weiterbilden oder einfach nichts tun: Ein Sabbatjahr macht’s möglich – sofern der Chef mitspielt. Einen rechtlichen Anspruch auf ein Sabbatical gibt es nicht, sagt Arbeitsrechtler Sebastian Schröder von der Kanzlei Aquan in Düsseldorf. „Größere Firmen bieten das allerdings häufig von sich aus an.“

Für das Sabbatjahr bieten sich verschiedene Modelle an: Überstunden ansparen und dann abfeiern. Alternativ verzichten Mitarbeiter vor dem Sabbatjahr auf einen Teil des Gehalts und bekommen diesen während der Auszeit ausgezahlt. Oder: sich unbezahlt freistellen lassen. Wer Überstunden abbaut oder auf Lohn verzichtet, bleibt während des Sabbaticals sozialversichert. Bei unbezahltem Urlaub muss man sich freiwillig krankenversichern.

„Wenn Menschen das Gefühl haben, ausgebrannt zu sein, kann eine längere Auszeit sinnvoll sein, um wieder mehr Sinn und Freude an der Arbeit zu finden“, sagt Hannes Zacher, Professor für Arbeitspsychologie an der Universität Leipzig. Sein Tipp: während der Auszeit einmal pro Monat Kontakt zu den Kollegen aufnehmen, um sich wieder auf die Arbeit vorzubereiten.

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    2. Teilzeitarbeit

    Der Anspruch auf Teilzeitarbeit ist klar geregelt. Wer seit sechs Monaten in einer Firma arbeitet, die mehr als 15 Mitarbeiter hat, darf seine Arbeitszeit reduzieren – sofern keine „betrieblichen Gründe“ dagegensprechen, wie im Teilzeit- und Befristungsgesetz steht. Solche liegen nur vor, wenn der „Arbeitsablauf wesentlich beeinträchtigt“ ist oder „unverhältnismäßige Kosten verursacht“.

    Schröder sagt: „Ob der Angestellte an vier Tagen pro Woche kommt oder täglich weniger Stunden arbeitet, kann er mit seinem Chef besprechen.“ Seit 2019 haben Mitarbeiter das Recht, aus der Teil- auch wieder in die Vollzeit zu wechseln. Diese Brückenteilzeit gilt für Firmen ab 46 Mitarbeitern, sofern der Angestellte mindestens ein Jahr und höchstens fünf Jahre in Teilzeit arbeitet.

    „Menschen in Teilzeitarbeit können sich einfacher vom Tagesgeschäft erholen, sind fröhlicher und zufriedener“, sagt Jutta Rump, Direktorin des Instituts für Beschäftigung und Employability in Ludwigshafen. Zur Wahrheit gehöre aber auch: Wer eine Teilzeitstelle hat, arbeite zwar keine 120 Prozent mehr, aber oft noch 100 Prozent – für ein geringeres Gehalt.

    3. Jobsharing

    Angestellte können mit ihrem Unternehmen vereinbaren, dass sie sich einen Arbeitsplatz teilen. Ein solches Jobsharing bieten laut Familienministerium 32 Prozent aller Unternehmen an – Amazon, Bosch, Evonik oder Thyssen-Krupp etwa. Der Softwarekonzern SAP zeigt, dass Jobsharing auch im Management möglich ist: Jede Führungsposition ist so ausgeschrieben, dass sie von zwei Mitarbeitern besetzt werden kann.

    4. Und was gilt für Führungskräfte?

    Laut Gesetz dasselbe wie für Angestellte. Immerhin sagt das Arbeitsrecht ausdrücklich, dass der Arbeitgeber allen Arbeitnehmern, „auch in leitenden Positionen“, Teilzeit zu ermöglichen hat.

    „In der Rechtsrealität tun sich Firmen aber schwer, ihren Führungskräften weniger Arbeit zuzugestehen“, meint Anwalt Schröder. Würden Manager trotzdem darauf bestehen, bedeute das oft Einschnitte für die Karriere. Vorstände und Geschäftsführer haben übrigens keinen rechtlichen Anspruch auf Teilzeitarbeit, weil sie sogenannte „Organe des Unternehmens“ sind.

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