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Vito One Investorin Daria Saharova ist als Retterin in der Not gefragt

Die gebürtige Lettin ist eine der wenigen Frauen in der Risikokapital-Szene. Aus eigener Erfahrung weiß sie mit Umbrüchen umzugehen.
15.04.2020 - 22:02 Uhr Kommentieren
Nach der Schulzeit zog die gebürtige Lettin nach München. Quelle: Real PropTech Konferenz
Daria Saharova

Nach der Schulzeit zog die gebürtige Lettin nach München.

(Foto: Real PropTech Konferenz)

München Die Arbeitstage in der Coronakrise sind lang, denn Daria Saharova hat viel zu besprechen. Die Chefin des Münchener Risikokapitalgebers Vito One ist permanent im Austausch mit ihren Start-ups. „Wir versuchen, alle unsere Portfolio-Unternehmen zu unterstützen“, sagt die Managerin. Kein Gründer soll jetzt wegen der Wirtschaftsflaute aufgeben müssen.

Die 36-Jährige ist eine der wenigen Frauen in der deutschen Venture-Capital-Szene. Vermutlich gehört sie auch zu den wenigen Führungspersönlichkeiten in Deutschland, die ganz persönlich schon einmal einen äußerst radikalen Wandel erlebt haben. Einen Umbruch, wie ihn die ganze Welt derzeit erlebt.

Denn Saharova stammt aus Lettland. An den Untergang der Sowjetunion vor drei Jahrzehnten erinnert sie sich noch gut. Damals seien alle Strukturen in kürzester Zeit verloren gegangen.

Für ihr Heimatland und für sie selbst waren die Trennung von Russland und das Ende des Warschauer Pakts indes eine gewaltige Chance. Das macht sie in diesen Tagen zuversichtlich. „Wir werden das schon meistern“, betont die Managerin. Aus Erfahrung weiß sie aber auch, dass es ein hartes Stück Arbeit wird.

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    Gerade in ihrer Branche, wo sich die jungen Firmen praktisch permanent frisches Geld besorgen müssen. Saharova: „Ich appelliere an alle Risikokapitalgeber, weiter zu investieren. Denn viele Start-ups sind von neuen Finanzierungsrunden abhängig.“

    Die Managerin aus Riga ist gleich nach der Schule nach München gezogen, hat dort Betriebswirtschaft studiert und wurde schnell Teil der Gründerszene in der bayerischen Metropole. Sie arbeitete später als Investmentbankerin, gründete eine E-Commerce-Firma und führt seit 2015 Vito One, den Frühphasen-Investor der Heizungsdynastie Viessmann.

    Mit Vito One hat sie bislang in 20 Start-ups investiert, und zwar in einem Bereich, der eher weniger bekannt ist: dem sogenannten Prop-Tech. Dabei geht es um Technologiefirmen, die im weitesten Sinne etwas mit Immobilien zu tun haben, jenem Bereich also, der sich im Englischen „Property“ nennt.

    Ihr Tun wird in der Branche aufmerksam registriert: Anfang März zeichnete sie der Bundesverband Deutsche Start-ups mit dem German Startup Award in der Kategorie „Beste Investorin“ aus.

    Unter den jungen Firmen genießt sie einen guten Ruf: „Daria ist als Investorin eine echte Bereicherung, da sie sich im deutschen und internationalen Start-up-Ökosystem auskennt wie kaum jemand anders. Wir profitieren daher vor allem auch von der Erfahrung, die sie bei uns einbringt“, sagt David Balensiefen, Gründer und Chef des Vito-One-Portfoliounternehmens Grid-X.

    „Positive Einstellung“

    In ihrer Wahlheimat München gehört Saharova zu den Initiatoren der 1E9 Denkfabrik, einer Plattform, über die Zukunftsmodelle diskutiert werden sollen – als Magazin in der Nachfolge von „Wired“ sowie in Veranstaltungen.

    Ein Engagement, das ihre Mitstreiter sehr schätzen. „Daria bringt alles mit, was Innovationen brauchen: Sie strotzt vor Tatendrang, hat eine positive Grundeinstellung und kämpft für Vielfalt. Sie war deshalb die perfekte Co-Gründerin für uns“, so Wolfgang Kerler, Chefredakteur der 1E9 Denkfabrik sowie ehemaliger Redaktionsleiter von Wired Germany.

    Eines der hoffnungsvollsten Start-ups im Portfolio von Saharova ist momentan Simplinic. Die Firma bietet Software an, um den Krankenhausalltag effizienter zu organisieren.

    Die Münchener versprechen, Pflegekräfte und Mediziner messbar von Koordinierungsaufgaben zu entlasten, etwa beim Bettenmanagement oder bei Reinigungsaufgaben. Die Coronakrise ist womöglich der beste Beweis, dass das dringend nötig ist.

    Krisen hätten einen reinigenden Effekt, weiß Saharova noch aus dem Lettland der frühen 90er-Jahre. Für sie als Investorin ist das positiv: Denn Neues hält Einzug. So dürfte es auch sein, wenn die Wirtschaft in den nächsten Monaten langsam wieder hochfährt.

    Mehr: Ein Berliner Gründer auf der Suche nach Investoren im Silicon Valley – ein Frustbericht.

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