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Umfrage „Initiative Chefsache“ Beschäftigte fühlen sich beim Aufbau digitaler Fähigkeiten im Stich gelassen

Corona hat der Arbeitswelt einen Digitalisierungsschub verliehen. Viele Beschäftigte fühlen sich davon bis heute überfordert – und geben ihrem Arbeitgeber die Schuld.
15.09.2020 - 10:29 Uhr Kommentieren
Digitale Arbeitsweisen sind während der Coronakrise zur neuen Normalität geworden. Quelle: Unsplash/Allie
Smartphone und Computer mit Videochat-Software

Digitale Arbeitsweisen sind während der Coronakrise zur neuen Normalität geworden.

(Foto: Unsplash/Allie)

Düsseldorf Seit dem Corona-Lockdown ist für viele Unternehmen das Homeoffice zur neuen Realität geworden. Erst langsam kehren Deutschlands Beschäftigte wieder in ihre Büros zurück. Wer kann, arbeitet weiter zu Hause.

Gerade zu Beginn der Pandemie mussten viele Angestellte und Manager die eigene Arbeitsweise jedoch radikal umstellen: Statt Präsenzmeetings gab es plötzlich Videocalls, Absprachen wurden in Teamchats ausgelagert, Betriebsversammlungen per Livestream übertragen. Da kam nicht jeder gleich gut mit klar.

Eine repräsentative Umfrage unter 2500 Berufstätigen in Deutschland zeigt nun: Beim Aufbau ihrer digitalen Fähigkeiten fühlt sich ein Großteil der Beschäftigten vom Arbeitgeber im Stich gelassen. Danach gaben 60 Prozent der Befragten an, keine oder wenig Unterstützung in Digitalisierungsfragen erhalten zu haben. Durchgeführt hat die Umfrage die „Initiative Chefsache“, ein Netzwerk von 27 Unternehmen und Organisationen, das sich für mehr Chancengleichheit einsetzt.

Was auffällt: Frauen klagten mit einem Anteil von 65 Prozent deutlich häufiger als ihre männlichen Kollegen (56 Prozent) über mangelnde Unterstützung beim Aufbau ihrer digitalen Kompetenzen.

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    Julia Sperling, Partnerin bei McKinsey Deutschland und Chefin des Koordinationsteams der „Initiative Chefsache“, erklärt das so: „Frauen arbeiten immer noch seltener in digitalen Berufen. Sie konnten deshalb in den vergangenen Monaten auch nicht so sehr wie Männer von Trainings in Bezug auf digitale Fähigkeiten profitieren.“

    Diese Erkenntnis sei „ernüchternd“ – vor allem vor dem Hintergrund, dass die Digitalisierung in so gut wie jedem Berufsfeld in Zukunft an Bedeutung gewinnt.

    Digitalisierungsschub durch Corona

    Insgesamt fühlten sich nur 24 Prozent der Befragten wirklich gut von ihrem Arbeitgeber unterstützt, wenn es um den Aufbau digitaler Kenntnisse geht. Leitende Angestellte fühlen sich in der Frage mit einem Anteil von gut 27 Prozent etwas besser betreut als ihre Mitarbeiter (23 Prozent) – wohl auch, weil sie „selbst am Hebel sitzen und zumindest mitentscheiden können, welche Fähigkeiten sie und ihr Team erwerben“, erklärt Koordinationschefin Sperling.

    Dass die Krise auch Chancen für die Zukunft biete, darauf deuten andere Zahlen der „Chefsache“-Umfrage hin – wenn auch noch verhalten: So ist rund ein Drittel der Befragten der Meinung, sich bei einzelnen digitalen Fähigkeiten seit Ausbruch der Krise stark verbessert zu haben.

    21 Prozent sagten außerdem, dass sich ihre Fähigkeiten in Bezug auf mobiles Arbeiten außerhalb des Büros stark verbessert hätten. Etwa genauso viele fühlten sich fitter in der täglichen digitalen Kommunikation, also etwa beim Chatten oder Telefonieren per Video.

    Grafik

    Beim digitalen Lernen sehen immerhin noch acht Prozent Verbesserungen seit Corona, bei der Zusammenarbeit über Projektmanagement-Software sind es sieben Prozent.

    Nur jeder Zweite fühlt sich digital gut gerüstet

    Die Ergebnisse decken sich mit den Erkenntnissen aus anderen Studien zu dem Thema.

    So zeigt etwa eine Befragung der Jobplattform Stepstone und des Kienbaum-Instituts ISM Leadership & Transformation von Anfang des Monats, dass nur gut ein Drittel aller Beschäftigten die eigenen digitalen Fähigkeiten als „krisensicher“ einstufen würde.

    Besonders arg: Nur jeder Zweite ist der Stepstone-Befragung nach überzeugt, dass seine digitale Expertise ausreiche, um seinen Job nach der Krise unverändert weiter ausüben zu können. Ähnlich antworteten auch die Teilnehmer der aktuellen „Chefsache“-Umfrage.

    Wobei es auch hier wieder deutliche Unterschiede in der Wahrnehmung von Männern und Frauen gab: Während sich unter den Männern nur 22 Prozent schlecht oder eher schlecht auf die digitale Zukunft vorbereitet fühlen, sind weibliche Beschäftigte mit 34 Prozent pessimistischer.

    Aus Sicht von Koordinationschefin Sperling müssten Unternehmen diesen Entwicklungen mit gezielter Weiterbildung etwas entgegensetzen. Das sei „ein wichtiger Faktor, wenn wir Chancengerechtigkeit erreichen wollen“, sagt Sperling mit Blick auf die Ergebnisse der „Chefsache“-Befragung.

    Mehr: Die neu entdeckte Liebe und Notwendigkeit zum Homeoffice dürften den Markt für Büroimmobilien nach Einschätzung von Experten verändern – aber nicht umwälzen.

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