Unternehmenskultur: Das sind die größten Irrtümer beim Kulturwandel
Tünche statt Transformation: Für den Wandel der Unternehmenskultur braucht es mehr als vom Management verordnete Werte.
Foto: DigitalVision/Getty ImagesDüsseldorf. Kulturwandel kann zerstörerische Kräfte entwickeln. Bei Samsung in Südkorea war das Mitte der Neunziger sogar wörtlich zu nehmen: Computer und Handys im Wert von rund 50 Millionen Dollar ließ Firmenchef Lee Kun Hee damals kaputthauen und verbrennen. Lee läutete so die Wende ein, hin zu mehr Leistungsfähigkeit und Kundenorientierung. So jedenfalls erzählt man es sich bis heute gern in Change-Manager-Kreisen.
Ein legendäres Fanal, aber 27 Jahre später umstritten. „Kulturwandel auf Kommando funktioniert nicht“, sagt Hans-Joachim Gergs. Der erfahrene Berater in Sachen Organisationsentwicklung lehrt an der TU München. Seine Forschungen zu Erfolgsfaktoren in Sachen Wandel zeigten vielmehr, dass es in Zeiten digitaler Transformation sowie eines Fach- und Führungskräftemangels auf „kontinuierliche Selbsterneuerung“ ankomme. Unternehmen müssten „ihre Muskeln für Veränderung permanent trainieren“, Change permanent sozusagen. Klingt schön, nur: Wie geht das?
Fakt ist: Nur einer von fünf unternehmerischen Wandelprozessen gelingt. Der Rest scheitert. Experte Gergs weiß warum: „Organisationsstrukturen und Abläufe lassen sich vergleichsweise leicht von oben herab verändern.“ Die wahre Herausforderung aber sei: Die zugrunde liegenden Werte und die daraus resultierenden Denk- und Handlungsweisen anzugehen. Daran scheiterten Manager immer wieder. Auch weil sie stets von Neuem auf ähnlichen Fehlannahmen beruhen. Hier sind vier Klassiker, und was sich dagegen unternehmen lässt: