Kantinenkritik Lunch unterm Kampfjet bei Dyson

In der Kantine von Dyson: Um die Mitarbeiter der britischen Staubsaugerfirma zu inspirieren, hat Gründer James Dyson sogar ein Militärjet besorgt.
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Die English Electric Lightning XM173 hat Firmengründer James Dyson besorgt. Quelle: Claudia Janke für Handelsblatt Magazin
Bombige Atmosphäre

Die English Electric Lightning XM173 hat Firmengründer James Dyson besorgt.

(Foto: Claudia Janke für Handelsblatt Magazin)

MalmesburyWas den Lunch beim Staubsaugerhersteller Dyson so besonders macht, ist nicht zu übersehen: Von der Decke des modernen Glasgebäudes hängt eine English Electric Lightning XM173. Der bis 1973 noch von der britischen Luftwaffe genutzte Kampfjet ist eines der Sammelobjekte, die Gründer und Chef James Dyson auf dem weitläufigen Firmencampus ausgestellt hat.

Er will damit die Fähigkeiten britischer Ingenieure und Designer demonstrieren – und seine Mitarbeiter zu immer neuen Innovationen inspirieren. Rund 800 Dyson-Angestellte essen tagtäglich in der Kantine, die passend zum Jet „Lightning Café“ heißt.

„Schmeckt immer super, und man hat kein Tief am Nachmittag“, lautet das Urteil der Mitarbeiter, deren Durchschnittsalter bei nur 36 Jahren liegt. Beim Probeessen steht Harissa-Lamm mit Aprikosen, Mandeln, Couscous und Koriander-Joghurt-Soße für umgerechnet knapp 3,50 Euro auf dem Tagesplan.

Für Vegetarier gibt es Gnocchi mit Pesto. Das „Sandwich der Woche“ ist ein Wrap mit Hühnchen, Roter Bete und Ziegenkäse. Dazu sind Kantinenklassiker wie Pizza und Salat im Angebot sowie der britische Lunch-Liebling „jacket potato“ – eine Backofenkartoffel mit Toppings.

Unsere Wahl fällt auf das Lamm, vorweg einen kleinen Beilagensalat, den man sich an der Theke selbst zusammenstellen kann. Zum Nachtisch gibt es eine kleine Schale frischer Beeren.

Lammgulasch und Paprikastücke verbergen sich in einer üppigen Soße. Der kräftig gewürzte Couscous macht das Ganze zu einem guten und preiswerten Gericht, das auf der Speisekarte des berühmten Londoner Sterne-Restaurants L’Escargot, in dem Dyson-Küchenchef Joe Croan einst lernte, wohl nicht zu finden wäre.

Aber Konkurrenz in Laufweite müssen der Brite und sein gut 65 Mann starkes Team ohnehin nicht fürchten: Das Dyson-Firmengelände in Malmesbury befindet sich inmitten der grünen Hügellandschaft der Cotswolds – und ist mehr als eine halbstündige Autofahrt von der nächstgrößeren Stadt Bristol entfernt.

Foto: Handelsblatt Magazin

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Dieser Text ist entnommen aus dem Handelsblatt Magazin N°4/2019. Das komplette Handelsblatt Magazin als PDF downloaden – oder gedruckt mit dem Handelsblatt vom 24. Mai 2019 am Kiosk erwerben.

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